Mittelstand mehrheitlich pessimistisch

Creditreform Wirtschaftsindikator 4. Quartal 2008
Creditreform Wirtschaftsindikator 4. Quartal 2008

Der Mittelstand ist mehrheitlich pessimistisch gestimmt, die Unternehmen spüren bereits deutliche Einschläge bei Bestelleingängen sowie Umsatz- und Ertragszahlen. Das stellen die Experten der Creditreform in ihrem neuesten Quartalsbericht fest. Der Ausblick auf die kommenden Monate ist so pessimistisch wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Ein Abrutschen des Creditreform Wirtschaftsindikators am Jahresende 2008 um 2,6 Zähler auf 7,8 Punkte kennzeichnet einen deutlichen Abwärtstrend.

Entwicklung der Teilindizes
Entwicklung der Teilindizes

Die aktuelle Geschäftslage beurteilt eine Mehrheit der mittelständischen Unternehmen mit überwiegend guten Noten. Der Lageindex notiert mit 19,0 Punkten 7,7 Zähler aber schwächer als im Vorquartal und liegt 11,4 Punkte unter dem Vorjahresstand. Bei der Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung haben die pessimistischen Unternehmen jedoch die Oberhand gewonnen. Der Teilindex der Erwartungen rutscht mit um 4,0 Punkte an und liegt damit im negativen Bereich. Die Investitionsneigung der Unternehmen verharrt knapp unterhalb des langjährigen Mittelwertes.

Die Insolvenzanfälligkeit der deutschen Unternehmen ist im vierten Quartal 2008 erneut leicht gestiegen. Der Creditreform Risiko Indikator (CRI), das zentrale Maß für das Insolvenzrisiko, liegt mit 2,22 Punkten über dem Vorquartalswert (2,17). Derzeit weisen pro 10.000 Unternehmen 222 Firmen ein Negativmerkmal auf, etwa einen massiven Zahlungsverzug oder einen Insolvenzantrag.

In den zurückliegenden Monaten wurde eine bereits überfällige Rechnung von den Unternehmen nach durchschnittlich 13,9 Tagen beglichen. Damit haben die Zahlungsverzögerungen gegenüber dem Vorjahr (12,9 Tage) erheblich zugenommen. Die durchschnittliche Bonität der Unternehmen blieb vorerst unverändert.

Branchenindikatoren
Branchenindikatoren

Die Industrie und der Handel spüren einen deutlichen Konjunkturabschwung. Die Baubranche und Dienstleistungsbranchen sorgen jedoch für etwas Stabilität. In der Chemieindustrie sowie in der Metall- und Elektrobranche rutschen die Konjunkturindikatoren auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Der Verkehrs- und Logistiksektor steht zum Jahresende 2008 vollends in einer Rezession. Leicht nach oben zeigt allein das Branchenbarometer der personenbezogenen Dienste.

(Creditreform/ml) ENGLISH