Ausbildungsbereitschaft im Handwerk trotz Krise hoch

Das Handwerk fühlt sich auch in der Krise zur Ausbildung junger Menschen verpflichtet. Die deutschen Handwerksbetriebe setzen deshalb alles daran, ihr Ausbildungsengagement aufrecht zu erhalten. Das ergab eine Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) unter über 13.000 Handwerksbetrieben. Trotz Krise beabsichtigen bislang nur knapp 9 % der Betriebe Ausbildungsplätze abzubauen.

Laut Umfrage plant die Mehrheit der Betriebe derzeit ihr Ausbildungsengagement 2009 stabil zu halten (56,2 Prozent) oder sogar zu verstärken (11,8 Prozent). „Diese hohe Ausbildungsbereitschaft, auch in der aktuell schwierigen Wirtschaftslage, unterstreicht das große Ausbildungsengagement der Betriebe“, betont Otto Kentzler, Präsident des ZDH. Zudem dächten viele Betriebe bereits heute an die Fachkräftesicherung von morgen.

Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten haben sich allerdings zahlreiche Betriebe noch nicht entschieden, ob sie in diesem Jahr ausbilden werden. Dies trifft vor allem auf Kleinbetriebe mit 2 bis 4 Beschäftigten zu: Bei 30,0 % der Betriebe mit 2 bis 4 Beschäftigen steht die Entscheidung über die Ausbildungsbereitschaft noch aus. Daher sei es jetzt wichtig, rasch Sicherheit für eine positive wirtschaftliche Zukunft zu schaffen, mahnt Kentzler. „Nur wenn sich die wirtschaftliche Lage im Handwerk nicht weiter verschlechtert, können wir die Betriebe für die Ausbildung gewinnen.“

Neben den schlechteren Geschäftsaussichten nennen etwas über 22 % der Betriebe auch Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Bewerbern als Grund für eine zurückhaltende oder negative Ausbildungsentscheidung. Bereits im vergangenen Jahr blieben zahlreiche Ausbildungsstellen aufgrund fehlender oder nicht ausreichend qualifizierter Bewerber unbesetzt. Dieses Problem werde sich durch die demografische Entwicklung in diesem Jahr noch weiter verschärfen, so der ZDH. Betroffen seien vor allem technisch anspruchsvolle Berufe und Betriebe aus den neuen Bundesländern.

(ZDH/ml)