Nachfragekrise für Werkzeugmaschinen

Im ersten Quartal ist die Nachfrage nach deutschen Werkzeugmaschinen erneut drastisch um rund 70 % gesunken. Dabei waren Inlands- und Auslandsnachfrage gleichermaßen rückläufig. Die Inlandsaufträge gingen im Vergleich zum Vorjahr um 71 % zurück, die Auslandsorders um 70 %. Auch wenn ein Teil des hohen Rückgangs das Ergebnis eines sogenannten Basiseffekts ist – im Vergleichszeitraum des Vorjahres verzeichnete die Branche das zweithöchste Bestellniveau ihrer Geschichte – so trägt zu dem schlechten Ergebnis doch in erster Linie der starke Rückgang der Investitionen in der Industrie bei.

Ein Hauptgrund für die Investitionszurückhaltung ist nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) eine enorme Verunsicherung, in deren Folge Projekte und selbst Ersatzinvestitionen auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Dennoch gibt sich der VDMA zuversichtlich: Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie sei technologisch außerordentlich breit aufgestellt und liefere Fertigungstechnik in alle Zweige industrieller Produktion. Starke Standbeine seien u. a. das Projekt- und Sondermaschinengeschäft. Das biete die besten Voraussetzungen für die Branche, wenn wieder investiert wird. Wettbewerber mit einem weniger differenzierten Produktprogramm, wie etwa Japan, seien deshalb noch härter von der Nachfragekrise betroffen als Deutschland.

Der deutsche Werkzeugmaschinenbau befindet sich laut VDMA bereits seit Mitte des vergangenen Jahres im Rückwärtsgang. Damit sei das prognostizierte Produktionsminus von 15 % für das laufende Jahr praktisch nicht mehr erreichbar. Die Prognose stand unter der Prämisse, dass ein nennenswerter Auftragsbestand gewahrt bliebe, um das erste Halbjahr überbrücken zu können. Und sie ging davon aus, dass sich die „Schockstarre“ der Investoren bis zur Jahresmitte lösen, der Boden erreicht und eine Trendwende erkennbar ist. „Dies alles sehen wir zurzeit nicht mehr“, gesteht Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, ein. Der Verband werde daher zur Jahresmitte eine revidierte Prognose veröffentlichen.

(VDMA/ml)