Tarifverhandlung Bau ergebnislos beendet

Die dritte Verhandlungsrunde für die rund 700 000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe wurde nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) nach mehrstündigen Verhandlungen ergebnislos beendet. Im Mittelpunkt stand zunächst die Verhandlung über die Angleichung der Mindestlöhne Ost und West. Hier konnten die gegensätzlichen Standpunkte nicht überwunden werden.

Das Angebot der Arbeitgeber sah laut ZDB eine deutliche Anhebung des Mindestlohnes I im Osten in zwei Schritten vor. Aus Sicht der Gewerkschaft IG Bau hätte der Vorschlag zu einer Angleichung der westdeutschen Tarife auf Ostniveau geführt. Die Gewerkschaft will ihrerseits die Ecklöhne West als tarifliche Ausgangsbasis etablieren.

Über weitere Themen wie z. B. eine neue Tarifstruktur oder eine potenzielle Lohnerhöhung wurde nicht weiter verhandelt. Die IG Bau forderte im Vorfeld der Verhandlungen eine Anhebung des Tariflohns um 6 % – laut ZDB die höchste Forderung seit 14 Jahren. Die Gewerkschaft begründet ihre Forderung mit dem drohenden Nachwuchsmangel. Mit einem deutlich höheren Lohn werde der Beruf für Berufsanfänger attraktiver. Der ZDB lehnt dies mit Hinweis auf die konjunkturelle Situation ab.

Angesichts der inhaltlichen Differenz der Standpunkte betrachtet zwar der ZDB weitere Verhandlungen als möglich und sinnvoll, die Gewerkschaftsseite glaubt aber, keine Basis für Folgeverhandlungen zu erkennen. Ein neuer Verhandlungstermin ist daher noch nicht vereinbart worden.

(ml)