Emissionstätigkeit am Rentenmarkt leicht gestiegen

Das Brutto-Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt betrug im April 152,9 Milliarden Euro – rund 5,9 Milliarden Euro mehr als im Mai. Nach Abzug ebenfalls gestiegener Tilgungen (146,0 Milliarden Euro) und bei Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten erhöhte sich der Umlauf von inländischen Rentenpapieren damit um 3,8 Milliarden Euro. Der Absatz ausländischer Schuldverschreibungen am deutschen Markt lag im April bei 4,4 Milliarden Euro. Dabei handelte es sich ausschließlich um auf Euro lautende Papiere. Insgesamt stieg damit der Umlauf von Schuldverschreibungen in Deutschland um 8,3 Milliarden Euro.

Die öffentliche Hand nahm den Rentenmarkt im April mit 15,1 Milliarden Euro wieder stärker in Anspruch als noch im Monat zuvor (8,8 Milliarden Euro). Dabei erhöhte der Bund seine Kapitalmarktverschuldung um 9,4 Milliarden Euro. Wie schon in den vorangegangenen Monaten gab er vor allem kurzlaufende Unverzinsliche Schatzanweisungen (14,6 Milliarden Euro) aus. Darüber hinaus emittierte er zweijährige Schatzanweisungen (7,1 Milliarden Euro), zehnjährige Anleihen (4,8 Milliarden Euro) und in geringem Umfang auch Bundesschatzbriefe (0,1 Milliarden Euro). Dem standen Netto-Tilgungen von Bundesobligationen (16,4 Milliarden Euro), 30-jährigen Anleihen (0,6 Milliarden Euro) sowie von Finanzierungsschätzen (0,1 Milliarden Euro) gegenüber. Die Länder nahmen den deutschen Rentenmarkt im April mit 5,9 Milliarden Euro in Anspruch.

Auch inländische Unternehmen erhöhten ihre Kapitalmarktverschuldung im April mit 4,5 Milliarden Euro deutlich mehr als im Mai (0,1 Milliarden Euro). Per saldo handelte es sich hierbei ausschließlich um Anleihen mit Ursprungslaufzeiten von über einem Jahr.

Die heimischen Kreditinstitute verstärkten dagegen im April den Abbau ihrer Kapitalmarktverschuldung, der im Dezember 2008 begonnen hatte. Insgesamt tilgten sie netto eigene Anleihen für 15,8 Milliarden Euro, darunter vor allem Öffentliche Pfandbriefe und Hypothekenpfandbriefe (7,3 Milliarden Euro bzw. 3,9 Milliarden Euro) sowie die flexibel gestaltbaren Sonstigen Bankschuldverschreibungen (1,1 Milliarden Euro). Auch die Spezialkreditinstitute, zu denen die öffentlichen Förderbanken rechnen, verringerten den Umlauf eigener Anleihen um 3,4 Milliarden Euro.

Auf Abnehmerseite entfiel im April der größte Anteil auf inländische Nichtbanken. Sie nahmen Schuldverschreibungen für 7,5 Milliarden Euro in ihr Portfolio; dabei handelte es sich vor allem um ausländische Titel (7,0 Milliarden Euro). Daneben engagierten sich gebietsfremde Anleger mit 1,0 Milliarden Euro in heimischen Anleihen, darunter in erster Linie in Titeln der Öffentlichen Hand (4,7 Milliarden Euro). Die inländischen Kreditinstitute trennten sich von zinstragenden Papieren im Umfang von 0,3 Milliarden Euro. Dabei gaben sie vor allem ausländische Papiere (2,6 Milliarden Euro) sowie eigene Schuldtitel (3,1 Milliarden Euro) ab, während sie Anleihen der Öffentlichen Hand in Höhe von 6,0 Milliarden Euro in den Bestand nahmen.

Aktienmarkt

Im Vergleich zum Vormonat war das Emissionsvolumen am deutschen Aktienmarkt im April mit 0,6 Milliarden Euro sehr gering (März: 4,1 Milliarden Euro). Der Großteil der Emissionen entfiel dabei auf börsennotierte Aktien (0,5 Milliarden Euro). Der Bestand an ausländischen Aktien am deutschen Markt verringerte sich im April um 0,9 Milliarden Euro, so dass der gesamte Aktienumlauf hierzulande um 0,2 Milliarden Euro zurückging. Beim Erwerb standen heimische Kreditinstitute im Vordergrund (12,6 Milliarden Euro). Außerdem stockten inländische Nichtbanken ihr Aktienportfolio um 2,3 Milliarden Euro auf. Ausländische Anleger veräußerten hingegen – wie bereits in den letzten Jahren vor den Dividendenterminen – inländische Aktien, und zwar per saldo für 15,1 Milliarden Euro.

Investmentfonds

Inländische Investmentfonds konnten im April wieder einen Mittelzufluss von 2,0 Milliarden Euro verzeichnen, nach einem Abzug von 0,1 Milliarden Euro im Vormonat. Das Mittelaufkommen kam vor allem den Publikumsfonds in Höhe von 2,2 Milliarden Euro zugute, während bei den Spezialfonds ein leichter Mittelabfluss von 0,2 Milliarden Euro registriert wurde. Unter den Publikumsfonds konnten Aktien– und Rentenfonds (je 1,0 Milliarden Euro) sowie Offene Immobilienfonds (0,6 Milliarden Euro) eine verstärkte Anlagebereitschaft verbuchen. Dagegen wurden Anteilscheine von Geldmarktfonds für 0,3 Milliarden Euro zurückgegeben. Auch ausländische Fondsgesellschaften nahmen im April erneut Anteile von deutschen Anlegern zurück (2,5 Milliarden Euro). Während hiesige Kreditinstitute und Nichtbanken Investmentzertifikate im Umfang von 1,8 Milliarden bzw. 0,6 Milliarden Euro veräußerten, engagierten sich ausländische Investoren mit einem Volumen von 1,9 Milliarden Euro in hiesigen Fondsprodukten.

(Deutsche Bundesbank/ml)