Milliardenbetrüger Madoff zu 150 Jahren Haft verurteilt

Am Montagnachmittag wurde Finanzjongleur Bernard Madoff, der mit einem Schneeballsystem an die 8000 Anleger um insgesamt rund 65 Milliarden Dollar betrogen hatte, in New York zu 150 Jahren Haft verurteilt. Bundesrichter Danny Chin nannte ihn „das Böse“ und erkannte auf die vom Staatsanwalt geforderte Höchststrafe. Der 71-jährige Madoff bedauerte vor der Bekanntgabe des Urteils nochmals, er habe einen schrecklichen Fehler begangen und bereue diesen, das helfe aber den Opfern wohl nicht mehr. Seiner Familie hinterlasse er – so wörtlich – „ein Vermächtnis der Schande“.

Damit geht das Verfahren um den größten bekannten Betrugsfall zu Ende, der je an der Wall Street stattfand. Madoff genoss in der Finanzwelt und besonders an der Wall Street einen hervorragenden Ruf als Börsenmakler und Spekulant mit einer goldenen Nase. Das Vertrauen war umso größer, als Madoff Anfang der neunziger Jahre Verwaltungsratschef der Nasdaq war und die Börsenaufsicht SEC als Spezialist für Handelssysteme beriet.

Pikant an dem Fall sind zwei Aspekte: Einerseits ignorierte ausgerechnet die Börsenaufsicht jahrelang konsequent alle Hinweise aus der Finanzszene auf Ungereimtheiten im Zusammenhang mit Madoffs Geschäften, andererseits brachten ihn keine fremden Ermittler, sondern seine beiden Söhne am Ende vor Gericht, nachdem ihr Vater ihnen den gigantischen Betrug gestanden hatte.

Unter den weltweit rund 8000 betrogenen Anlegern sind neben zahlreichen Kleinanlegern auch die Großen und Schönen aus Hollywood und Berühmtheiten aus Wissenschaft und Kultur, darunter Kultregisseur Steven Spielberg und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel mit seiner Stiftung, aber auch Großbanken, wie z. B. die Schweizer Großbank UBS und die spanische Banco Santander.

(ml)