Preise für Wohnimmobilien in Europa im Sinken

Die Finanz- und Wirtschaftskrise wirke sich auch auf den Markt für Wohnimmobilien überaus negativ aus, meldet das Münchner ifo Institut. Die Preise für Wohnimmobilien fallen und die Arbeitslosenzahlen steigen in den meisten europäischen Ländern; gleichzeitig werden die Banken bei der Vergabe von Krediten immer restriktiver. Dies habe ganz wesentlich zu einer deutlichen Schrumpfung der Bauaktivitäten beigetragen. Neben dem Neubau, der in diesem Jahr um rund 20 % nachgeben dürfte, sei auch der Bereich „Sanierung und Modernisierung“ betroffen. Frühestens ab 2011 dürfte sich der Wohnungsbau in Europa etwas erholen.

Besonders leiden Spanien und Irland unter einem Einbruch des Wohnungsbaus. Dort wurde in der zurückliegenden Boomphase weit über den Bedarf hinaus gebaut. Marktbeobachter schätzen die Zahl der unverkauften Wohnungen in Spanien auf rund eine Million. In der Folge ist die Zahl der Baugenehmigungen dort dramatisch zurückgegangen: von 915.000 im Jahr 2006 auf etwa 250.000 in 2008.

In Deutschland schwächelt der Bau neuer Wohnungen schon seit mehreren Jahren – trotz Wirtschaftsaufschwung, sinkenden Arbeitslosenzahlen und moderaten Hypothekenzinsen. 2008 wurden nur noch rund 152.000 neue Wohnungen fertiggestellt. Dies ist das niedrigste Ergebnis seit der Wiedervereinigung. „Dennoch ist die Wohnungsversorgung insgesamt gut, wenn auch mit großen regionalen Unterschieden“, erklärt Ludwig Dorffmeister, Bau-Experte am ifo Institut. Nur in wenigen Regionen drohe aufgrund geringer Neubautätigkeit und Arbeitsplatz-bedingter Zuwanderung Wohnungsmangel. Andere Regionen weisen Leerstandsquoten von über 10 % auf.

(ifo/ml)