Konjunkturpolitik
Deutschland mit Konjunkturpaketen in Europa vorn

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Die in der weltweiten Finanzkrise geschnürten staatlichen Maßnahmepakete zur Stützung der Konjunktur fielen von Land zu Land sehr unterschiedlich aus. Zu diesem Ergebnis kommt Volkswirt Steffen Ahrens vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) in einer Analyse von über dreißig nationalen Konjunkturpaketen. Während die USA und China weltweit die größten Konjunkturpakete initiierten, übernahm Deutschland die führende Rolle in Europa. Mit Maßnahmen im Gesamtumfang von 2,8 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) fielen die in Deutschland ergriffenen Stützungsmaßnahmen deutlich höher aus als in Großbritannien, Frankreich und Spanien.

Andere Länder, insbesondere viele Schwellen- und Entwicklungsländer, haben aufgrund einer bereits sehr hohen Staatsverschuldung und einem nur schlecht funktionierenden Steuersystem bisher kaum eigene fiskalpolitische Maßnahmen zur Konjunkturstabilisierung ergriffen.

Auch bei der Zusammensetzung der Maßnahmen lassen sich deutliche Unterschiede ausmachen. Während Entwicklungsländer fast ausschließlich auf direkten Staatsausgaben für Infrastrukturprojekte setzten, entfielen in den Industrienationen nur rund 50 % der Maßnahmen auf eine Erhöhung der direkten Staatsausgaben; ein großer Teil der Konjunkturpakete in diesen Staaten erfolgte in Form von Steuersenkungen oder zusätzlichen Subventionen.

Der fiskalpolitische Stimulus wird nach Meinung des IfW-Ökonomen vor allem auf die Jahre 2009 und 2010 konzentriert sein. Aber auch hier gebe es Unterschiede von Land zu Land, erklärt Ahrens: Während in den meisten Staaten der größte Stimulus im Jahr 2009 zu erwarten ist, werden die Maßnahmen in einigen großen Ländern wie den USA, China und Deutschland voraussichtlich erst 2010 ihren Höhepunkt erreichen.

Die Analyse von IfW-Volkswirt Steffen Ahrens ist in der Publikationsreihe „Kiel Policy Brief“ in der Ausgabe 11/2009 mit dem Titel „Fiscal Reponses to the Financial Crisis“ erschienen und steht als kostenloser Download zur Verfügung.

(IfW/ml)