Krise weckt Sparreflex der Deutschen

Die meisten Deutschen beurteilen ihre persönliche Lage trotz Rezession keineswegs pessimistisch – dennoch verändert die Krise ihr Konsumverhalten. So beschränkt durchschnittlich jeder Vierte seinen Einkauf bei den kurzlebigen Konsumgütern nur noch auf das Nötigste. Eine Ausnahme bilden allerdings Lebensmittel. Hier schränkt sich nicht einmal jeder Fünfte (18 %) ein.

Lebensmittel sind auch der Bereich, in dem sich die meisten Deutschen (27 %) trotz Einsparungen immer noch einmal etwas Besonderes gönnen wollen. Das ergab die internationalen Studie „Changing Times“ der Hamburger Mediaagentur Initiative.

Die Krise – so eine weitere Erkenntnis der Studie – verstärkt zudem den Trend der nachlassenden Markentreue. Die Untersuchung zeigt, dass 11 % der Befragten von Markenprodukten zu Handelsmarken abwandern und weitere 10 % auf günstigere Markenartikel zurückgreifen. Besonders durch Preisaktionen wechseln viele Befragte von ihrer Stammmarke auf andere Produkte.

Gebrauchsgüter und Dienstleistungen scheinen den Deutschen das größte Sparpotenziale zu bieten: 25 % haben in dieser Kategorie ihre Ausgaben auf das Notwendigste reduziert. Eine Ausnahme bilden Urlaubsreisen, auf die die Befragten nicht verzichtet wollen. Allerdings fallen Reisen tendenziell kürzer aus und werden kurzfristiger gebucht. Bei großen Anschaffungen wie z. B. Möbel warten die Befragten ab; vielen ist die derzeitige Lage einfach zu unsicher, um sich auf größere finanzielle Belastungen einzulassen.

Für die Studie wurden weltweit über 3200 Konsumenten in den USA, China, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien und Deutschland befragt.

(ots/ml)