Einzelhandelsprognose
Nur geringe Einbußen im Weihnachtsgeschäft erwartet

In einer Pressekonferenz gab heute der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) die neuesten Prognosen für 2009 und 2010 bekannt, darunter auch die für das aktuelle Weihnachtsgeschäft. Laut Verband brachten die ersten drei Quartale dem Einzelhandel einen Umsatzrückgang von nominal 2 % auf 284,4 Milliarden Euro. Die Branche stehe damit besser da, als andere Wirtschaftszweige, erklärte Verbandspräsident Josef Sanktjohanser. Für das Weihnachtsgeschäft erwarte der Verband einen Umsatz von 73 Milliarden Euro. Das entspräche einem Minus gegenüber dem Vorjahr von lediglich 1,5 %.

Nach einer Trendumfrage des HDE zum Oktobergeschäft sind die Unternehmen mit der Umsatzentwicklung im Oktober überwiegend zufrieden. Einige befragte Unternehmen sprachen laut Verband sogar von einem goldenen Oktober. Das gelte besonders für den Mode- und Schuheinzelhandel, so Sanktjohanser auf der Pressekonferenz.

Im kommenden Weihnachtsgeschäft zählt seiner Meinung nach vor allem die Stimmung der Verbraucher. Und diese sei heute besser als vor einem Jahr. Damals konnte der Einzelhandel im Weihnachtsgeschäft immerhin leicht um 0,3 % auf 74,2 Milliarden Euro zulegen. Der HDE erwarte für November und Dezember 2009 deshalb eine Entwicklung, die nur leicht unterhalb des Vorjahres verlaufe und damit über dem Jahrestrend liege. „Wir gehen davon aus, dass der Einzelhandel im diesjährigen Weihnachtsgeschäft 73 Milliarden Euro umsetzen wird. Dies entspricht einem Minus von rund 1,5 % zum Vorjahr. Die online erzielten Umsätze schätzen wir für November und Dezember auf etwa 5,5 Milliarden Euro“, erläuterte Sanktjohanser die Verbandsprognosen.

2010 werde der Einzelhandel von einer leichten gesamtwirtschaftlichen Erholung jedoch kaum profitieren können, glaubt der Verband. Eine steigende Arbeitslosigkeit werde Konsumspielräume einengen und die Verbraucherstimmung drücken. Da helfe es dann auch kaum, dass sich die Einzelhandelspreise nach Einschätzung des HDE auch 2010 moderat entwickeln und die Konsumstimmung stützen werden. Die Mehrzahl der Einzelhandelsunternehmen rechne daher für 2010 mit einer Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation gegenüber 2009.

(HDE/ml)