KfW-ifo-Mittelstandsbarometer
Mittelständisches Geschäftsklima erneut besser

KfW-ifo-Geschäftsklima
KfW-ifo-Geschäftsklima

Im Januar verbesserte sich das Geschäftsklima im Mittel­stand bereits zum zehnten Mal in Folge. Gegenüber De­zem­ber stieg der zentrale Indikator des KfW-ifo-Mittel­stands­baro­meters um 1,6 Zähler. Weniger negative Lageeinschätzungen und erneut positivere Erwartungen trugen annähernd gleichermaßen zur Aufhellung bei. Das Mittel­stands­baro­meters der KfW Bankengruppe und des Münchner ifo Instituts signalisiert deshalb für den Jah­res­be­ginn insgesamt eine leichte Wetterbesserung.

Mit 2,8 Saldenpunkten liegt die Stimmung derzeit zum zweiten Mal nacheinander leicht oberhalb des konjunkturneutralen langfristigen Durchschnitts.

Allerdings verharren die Urteile zur aktuellen Geschäftslage (-2,3 Saldenpunkte) trotz erneuter Verbesserung noch im negativen Bereich, während die Geschäftserwartungen (8,1 Saldenpunkte) bereits seit einigen Monaten überdurchschnittlich sind.

Die Klimaeinschätzung der Großunternehmen ist im Januar um beachtliche 5,4 Zähler gestiegen und hat damit gegenüber den mittelständischen Unternehmen deutlich aufgeholt. Dies lässt auf eine weitere Aufhellung des weltwirtschaftlichen Umfeldes schließen, auf das diese international stark engagierten Firmen (besonders in der Industrie) sehr sensibel reagieren. Wegen des deutlich tieferen Ausgangsniveaus bleibt der Geschäftsklimaindikator der Großunternehmen aber mit -2,5 Saldenpunkten bis zuletzt negativ und hinter dem mittelständischen Wert zurück.

Im Vergleich der vier Hauptwirtschaftsbereiche sind im Januar in fast allen Branchen und Größenklassen Klimaanstiege zu beobachten. Für die Großindustrie (+5,8 auf -7,8 Saldenpunkte) und den industriellen Mittelstand (+2,1 Zähler auf -0,6 Saldenpunkte) reicht es jedoch noch nicht für den Sprung über die Nulllinie. Das Verarbeitende Gewerbe ist damit der einzige Hauptwirtschaftsbereich, dessen Klimaurteile weiterhin mehrheitlich negativ ausfallen.

Die Beschäftigungserwartungen bewegten sich im Januar kaum und verharrten mit 2,1 Saldenpunkten (Mittelstand) beziehungsweise -1,8 Saldenpunkten (Großunternehmen) in der Nähe der Nulllinie.

Stark unterdurchschnittlich – und in der Tendenz seit rund einem Jahr fast unverändert – blieben hingegen die Absatzpreiserwartungen der Unternehmen (Mittelstand: -13,1 Saldenpunkte; Großunternehmen: -10,1 Saldenpunkte). Dieser dauerhaft fehlende Preiserhöhungsspielraum ist ein Spiegel der andauernden enormen Unterauslastung der Produktionskapazitäten.

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe: „Aus der wieder deutlich besseren Stimmung der Unternehmen dürfte vor allem die Erleichterung sprechen, dass nach dem schweren Einbruch Nachfrage und Produktion wieder aufwärtsgerichtet sind.“ Aber selbst bei solidem Wachstum werde die deutsche Wirtschaft Ende 2010 erst rund 40 % des vorangegangenen Absturzes der Wirtschaftsleistung aufgeholt haben. Die Erholung bleibe deshalb fragil und anfällig für Störungen. Irsch mahnt deshalb: „Vor allem die weiter bestehenden hohen Überkapazitäten bereiten Sorge, denn so bieten sich den Firmen nur wenig Anreize für Investitionen und neue Arbeitsplätze.“

(KfW/ml)