Bürgel-Studie Firmeninsolvenzen 2011
2012 wird die Zahl der Insolvenzen weiter sinken

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Die Zahl der insolventen Firmen hat 2011 deut­lich abgenommen. Das ergeben Analysen der Wirtschaftsauskunftei Bürgel. Nur knapp 30.300 Firmen erwiesen sich 2011 in Deutsch­land als zahlungsunfähig. Das waren knapp 2000 bzw. 6,2 % weniger als 2010. Damit wurde das Niveau der Jahre vor der Finanz- und Wirt­schaftskrise wieder erreicht. Ursache ist die gute Konjunktur. Für 2012 rechnet die Wirtschafts­auskunftei sogar mit bis zu 1 % weniger Firmenpleiten als in 2011. Entgegen dem Trend seien junge Unternehmen jedoch auch im laufenden Jahr besonders pleiteanfällig, warnt die Hamburger Auskunftei.

„Die Konjunktur hat sich positiv auf eine sinkende Zahl von Firmeninsolvenzen ausgewirkt“, kommentiert Dr. Norbert Sellin, Geschäftsführer der Wirtschafts­auskunftei. Besorgnis errege jedoch die Pleitequote bei Jungunternehmen, die längstens zwei Jahre am Markt aktiv sind. Im Vergleich zum Vorjahr 2010 klettert deren Anteil Wert um 34,5 %. Die häufigste Ursache für Insolvenzen in diesem Unternehmenssegment sei die Vielzahl von Problemen, mit denen Unternehmensgründer zu kämpfen haben.

Insgesamt hielt sich im Jahr 2011 rund ein Viertel (26,6 %) aller insolventen Unternehmen nicht länger als zwei Jahre am Markt. Jeder vierte Firmenpleitier (8058 Firmen) kam 2011 im absoluten Vergleich aus Nordrhein-Westfalen. Relativ, bezogen auf die Firmendichte, gingen 2011 im Bundesdurchschnitt 88 je 10.000 Unternehmen pleite. Relativ betrachtet schnitten 2011 die südlichen Bundesländer jedoch gut ab – allen voran Bayern (64 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen), gefolgt von Baden-Württemberg (65). Am schlechtesten erging es Bremen mit 138 Fällen je 10.000 Unternehmen. Aber auch in Sachsen-Anhalt (112), Niedersachsen und Berlin (beide 105) sind die Insolvenzquoten stark ausgeprägt. Immerhin sanken die zahlenmäßigen Firmeninsolvenzen in 15 von 16 Bundesländern. Einzige Ausnahme ist Nordrhein-Westfalen (+3,6 %).

Bei Firmen, die länger als 50 Jahre am Markt aktiv sind, sanken die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr um 35,4 %. Nach Rechtsform betrachtet gingen Gewerbebetriebe (Anteil: 44 %) und GmbHs (34,8 %) besonders pleite. Mehr als die Hälfte (50,5 %) aller Insolvenzen im Jahr 2011 betrafen Dienstleister.

Die Studie Firmeninsolvenzen 2011 steht per PDF-Download kostenfrei im Internet bereit. (Quelle: Bürgel/ml)