Präzisionsfertigung
PIMag-Linear­tische po­si­tio­nie­ren mikro­metergenau

© Physik Instrumente (PI) GmbH & Co. KG

Ein großer Teil der mo­der­nen In­dustrie 4.0 ge­schieht prak­tisch unter La­bor­be­din­gun­gen, nicht nur in Be­rei­chen wie Mi­kro­elek­tro­nik, Dis­play-Her­stel­lung oder Me­di­zin­tech­nik. Auch Laser­bearbei­tung, 3D-Druck, optische In­spek­tion oder Scanning-An­wen­dungen er­for­dern ab­so­lut prä­zi­ses Be­we­gen und Po­sitionieren.

Für solche Szenarien der Präzisionsautomatisierung hat die Physik Instrumente (PI) GmbH & Co. KG in Karlsruhe Lineartische im Programm, die nicht nur genau und dynamisch arbeiten, sondern auch robust und langlebig sind. Bei den Hochlast-Lineartischen V-412 und V-417 mit dreiphasigem magnetischem Direktantrieb (PIMag) ist eine Positionsgenauigkeit von wenigen Mikrometern bei Geschwindigkeiten bis 2 m/s möglich, was hohe Durchsatzraten ermöglicht. Für mehrachsige Anwendungen lassen sie sich auch miteinander kombinieren. Die eisenlosen Antriebe eignen sich besonders für Positionieraufgaben mit höchsten Anforderungen an die Präzision, da keine unerwünschten Wechselwirkungen mit den Permanentmagneten auftreten. Dies ermöglicht einen ruhigen Lauf selbst bei niedrigsten Geschwindigkeiten. Zudem gibt es keine Vibrationen bei hohen Geschwindigkeiten, und Nichtlinearität im Steuerverhalten wird vermieden. Die Positionserfassung direkt an der Bewegungsplattform verhindert, dass Nichtlinearitäten, mechanisches Spiel oder elastische Verformungen die Positionierung beeinflussen.

Der V-412 ist 116 mm breit und bis 400 N belastbar, beim V-417 sind es 166 mm und 350 N; die Stellwege der Serie beginnen bei 52 mm und reichen bis 813 mm. Für den Einsatz in der Industrie bringen sie ein Abdeckband und einen Spülluftanschluss mit, der in Kombination mit der Abdeckung einen Überdruck im Gehäuseinneren erzeugt. Angesteuert werden die Lineartische via Motion Controller von ACS. Anfang 2017 hat die PI-Gruppe die Anteilsmehrheit (80 %) an der israelischen Firma ACS Motion Control übernommen und ist nun in der Lage, Komplettsysteme für industrielle Anwendungen anzubieten, für die PI außerdem ein neues Servicekonzept mit kundengenauen Engineering-Diensten aufgesetzt hat. ACS ist seitdem mit einer eigenen Vertriebsniederlassung für den DACH-Raum bei PI in Karlsruhe eingezogen. Zuvor (2016) hatte sich PI auch die Mehrheit bei Applied Laser Technology (ALT) gesichert und rund 13 Millionen Euro in ein neues Technologiezentrum investiert. Insgesamt scheint damit die 2012 eingeleitete Unternehmensnachfolge auf dem besten Wege zu sein, auch wenn der Gründer Dr. Karl Spanner weiterhin in der Geschäftsleitung aktiv ist.

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