Podcast
Arbeits­ministerium und Arbeit­geber gehen die Digitalisierung an

© BDA, BMAS


Partizipation beschleunigt, Kon­fronta­tion bremst. Das ist der gemein­same Nenner von BDA und BMAS, wenn sie nach dem Stand der Digi­tali­sie­rung im eigenen Haus befragt werden. Steffen Kampeter (CDU), Haupt­geschäfts­führer der Bundes­vereinigung der Deutschen Arbeit­geber­verbände (BDA) und Björn Böhning (SPD), Staats­sekretär im Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), geben im Podcast-Interview Auskunft.

Bei der BDA geht es in Sachen Digitalisierung zuerst um Mobilität und Flexibilität: „Wir haben eine Mischung aus Präsenzkultur und Mobilkultur, das ist im Verbandswesen nicht immer, aber immer öfter so“, sagt Steffen Kampeter. Ihm ist wichtig, dass dieser Wandel „nicht von oben herab administriert“ wird, sondern kooperativ stattfindet, er betont, dass die Digitalisierung „qualitativ hochwertigere, gesündere und dem Menschen gerechtere Arbeitsplätze“ schaffe, und er beobachtet, dass die Beschäftigten die neuen Lösungen auch gerne annehmen:

„Die Digitalisierung von Beschäftigungen im Bürobereich können Sie nur mit den Beschäftigen machen. Das heißt: Die Geschwindigkeit wird umso schneller, je mehr Sie die Beschäftigten mitnehmen können.“

Auf das Tempo der Abläufe hat auch Björn Böhning im BMAS ein waches Auge. An die Stelle der klassischen, von oben gesteuerten Hierarchieebenen sind beim Ministerium zum Teil bereits flexible Teams getreten. Böhning verweist insbesondere auf die Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft, wo im Coworking Space wechselnde Gruppen an wechselnden Projekten arbeiten. „Und das ist, glaube ich, die Zukunft – auch von Ministerien“, sagt er:

„Für uns ist nicht nur das Ergebnis entscheidend, sondern auch der Prozess. Das heißt: Wir arbeiten in Design-Thinking-Workshops, wir arbeiten agil und binden schon während der Erstellung Stakeholder mit ein in die Erstellung.“

Auf inhaltlicher Ebene erarbeitet man im BMAS derzeit ein Konzept zur Plattformökonomie sowie das Arbeit-von-morgen-Gesetz. Es soll unter anderem Arbeitnehmer im Strukturwandel besser schützen und Weiterbildung fördern und die Möglichkeiten der Kurzarbeit ausweiten. Zumindest in diesem letzten Punkt sind BMAS und BDA auch weitgehend einverstanden. Die Gemeinsamkeiten enden dort, wo Qualifizierung und Weiterbildung auf Bedarf und Interessen der Unternehmen stoßen.