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Autonomes Fahren: Deutsche Städte starten Wettlauf um Robotaxis

In den USA absolvieren Robotaxis bereits 450.000 kommerzielle Fahrten pro Woche, während Europa noch ohne zahlende Fahrgäste testet. Technologie-Trendforscher Mario Herger sieht darin ein massives Problem.

Im „heise meets …“-Podcast analysiert Mario Herger, der seit 25 Jahren im Silicon Valley lebt, die Unterschiede zwischen den Kontinenten. Ein US-Neurochirurg habe die Sicherheitsdaten von Waymo-Robotaxis ausgewertet und ein eindeutiges Fazit gezogen: Es sei ethisch nicht mehr vertretbar, autonome Fahrzeuge weiterhin zu blockieren.

Finanzierung: Europa fehlt das nötige Risikokapital

Die strukturellen Nachteile Europas liegen auf der Hand: Waymo sammelte kürzlich 16 Milliarden US-Dollar ein – bei einer Bewertung von über 110 Milliarden. Im Silicon Valley konzentriert sich mehr als die Hälfte des amerikanischen Risikokapitals. Europäische Unternehmen haben keinen vergleichbaren Zugang zu solchen Summen.

Rainer Becker, Geschäftsführer der Volkswagen-Tochter MOIA, bestätigt das Dilemma. Sein Unternehmen hat in Hamburg und Hannover über zwölf Millionen Fahrten absolviert und bietet seine Technologie nun als schlüsselfertige Lösung für andere Mobilitätsanbieter an. In Berlin arbeitet MOIA mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) zusammen, während in Los Angeles noch in diesem Jahr ein Testbetrieb mit Uber startet.

Regulierung: Deutsche Städte starten Wettlauf

Gregor Beiner, Präsident des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen, beobachtet einen Wettlauf zwischen deutschen Städten. Hamburg und München überbieten sich seiner Beobachtung nach derzeit gegenseitig: Schon Ende 2026 oder Anfang 2027 sollen autonome Fahrzeuge mit Sicherheitsfahrern auf deutschen Straßen unterwegs sein.

Das europäische Mindset sei das größte Hindernis, sagt Herger. Während Amerikaner zuerst Chancen sehen, fokussieren sich Europäer auf Risiken. Dabei sei der Generationenwandel längst im Gange: Das Smartphone habe das Auto als wichtigstes Verbindungsinstrument abgelöst. Der „heise meets …“-Podcast liefert weitere Einblicke in die Zukunft der Mobilität.

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