Copilot-Governance: KI-Agents brauchen Kontrolle

Ungeprüfte KI-Agents in Microsoft 365 gefährden vertrauliche Firmendaten. Erst eine saubere Governance-Struktur schafft die Basis für einen sicheren Copilot-Einsatz in Unternehmen.

Christian Groß, Gründer und Geschäftsführer der auf Microsoft-Governance spezialisierten Solutions2Share GmbH , warnt im „heise meets …“-Podcast vor einer neuen Welle des Wildwuchses. Nach der Teams-Unordnung folgt nun die unkontrollierte Vermehrung von KI-Agents.

In vielen Firmen existieren bereits mehr als hundert Agents, ohne dass jemand deren Zugriffsrechte kennt. Jeder Channel erhält automatisch einen eigenen Agent, dazu kommen selbst gebaute Varianten aus dem Copilot Studio. Das Ergebnis ist eine kaum überschaubare Landschaft.

Copilot-Readiness: Berechtigungen entscheiden über die Datensicherheit

Der Copilot greift präzise auf alles zu, wofür Rechte vergeben wurden. Fragen nach Vorstandsgehältern, geplanten Werksschließungen oder R&D-Projekten können dann Inhalte zum Vorschein bringen, die eigentlich geschützt sein sollten. Genau hier liegt die zentrale Schwachstelle.

Groß empfiehlt, sensible Prompts regelmäßig als Testfälle einzugeben. So prüfen Administratoren automatisiert, ob das System korrekt reagiert oder heikle Informationen freigibt. Zusätzlich hilft ein Access Review dabei, veraltete Zugriffsrechte langjähriger Mitarbeiter zu bereinigen.

Governance-Roadmap: Solutions2Share strukturiert den Microsoft-Stack

Der Governance-Autopilot des Anbieters prüft täglich 123 Policies im Microsoft-365-Tenant. Künftig soll ein Policy Enforcer abweichende Einstellungen automatisch zurücksetzen. Das hilft dabei, Compliance-Vorgaben aus NIS 2, ISO oder SOC 2 dauerhaft einzuhalten.

Die Governance-Roadmap teilt den Prozess dabei in Häppchen: Teams, SharePoint, Power Platform, Power BI, Purview und Sensitivity Labels. Erst wenn diese Ordnung geschaffen ist, folgt die Freischaltung von Copilot für alle Mitarbeiter – andernfalls drohen Sicherheitslücken und unnötige Speicherkosten.

Groß rechnet mit einer dauerhaften Nachfrage, weil Microsoft selbst kein Interesse an einer aufgeräumten Infrastruktur habe. Eine geordnete Struktur würde Migrationen zu Wettbewerbern erleichtern. Die vollständigen Einschätzungen liefert die aktuelle Folge des „heise meets…“-Podcasts.

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