Business-Englisch, Teil 1

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Wir stellen dings her

Von Sabine Philipp

Wenn Ihnen manchmal die Worte fehlen, dann sind Sie in guter Gesellschaft. Nach einer Studie, deren Ergebnisse Elektronikhersteller Casio im März 2010 vorstellte, stuften nur 30 % der 14- bis 35-Jährigen ihre Englischkenntnisse als „gut bis sehr gut“ ein. Unter den 46- bis 65-Jährigen war es sogar nur jeder Achte. Das ist kein Grund zur Panik.

Dennoch schadet es nicht, die passenden Wörter für die eigene Position, das eigene Gewerbe und die eigenen Leistungen zu kennen, damit es nicht zu fatalen Missverständnissen kommt.

Auskunft im Erstkontakt

Ein Trauerfall für die Wirtschaft sind Firmenchefs, die sich übermütig als „undertaker“ vorstellen, obwohl sie nicht Bestatter und Totengräber, sondern Unternehmer, also richtig „entrepreneur“ sind. Der „Mittelstand“ besteht im Englischen aus „small and medium sized enterprises“, für das Kürzel KMU steht infolgedessen „SME“. Das Handwerk wird „craft trade“ oder „skilled trade“ genannt, ein Handwerksbetrieb ist ein „craftsman’s business“ und der Meister der „master craftsman“. Selbstständige sind „self-employed professionals“, Freiberufler heißen „freelancer“. Ein freiberuflicher Architekt, Journalist usw. stellt sich also als „freelance architect“, „freelance journalist“ etc. vor. Dienstleister nennt man „service provider“, ein Diplom-Ingenieur ist ein „civil engineer“.

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Schwarz auf Weiß
Dieser Beitrag erschien zuerst in unserer Magazin­reihe. Einen Über­blick mit freien Down­load-Links zu sämt­lichen Einzel­heften bekommen Sie online im Presse­zentrum des MittelstandsWiki.

Die Firma ist die „company“, und wenn Sie erklären, dass Sie etwas herstellen, heißt das „our company produces“. Die Branche, in der Sie tätig sind, heißt einfach nur „industry“ (z.B. „IT industry“).

Einzelhändler nennt man „retailer“, Subunternehmer „subcontractor“, eine Beratungsfirma ist eine „consultancy“ und eine Spedition wird als „haulage company“ bezeichnet, der Spediteur als „haulage contractor“.

Serie: Business-Englisch
Teil 1 stellt das Unter­nehmen mit seinen Leistungen korrekt vor und rückt die ersten Fett­näpfchen zur Seite. Teil 2 warnt vor „falschen Freun­den“ und gibt Tipps für in­formelle Tref­fen sowie Messe­auftritte.

Hauptgeschäftsführer werden als „chief executive officer (CEO)“ tituliert, der Geschäftsführer als „managing director“. Der einfache Berater ist ein „consultant“, mit ein wenig mehr Erfahrung ein „senior consultant“. Verkäufer und Verkäuferin vereinigen sich politisch korrekt zur „salesperson“.

Der Vertrieb gibt u.a. „quotations“ (Kostenvoranschläge) ab. Falls Sie sich nach Kosten erkundigen, bitten Sie Ihre Partner entsprechend darum, „to quote prices for …“. Will der eigene Verkauf ausdrücken, was er im Sortiment führt, sagt er „We offer …“, und wenn Sie etwas speziell für den Kunden anfertigen oder anpassen, spricht er davon, dass es „customized“ ist. Wer seinen Kunden erklärt, wie viel sie einsparen können, wird den Begriff „economize“ benutzen; „labour-saving“ ist arbeitssparend. Haben Ihre Waren einen Wettbewerbsvorteil, so erscheint er unter dem Begriff „competitive advantage“. Und wenn man den potenziellen Käufer durch Fachwissen überzeugen möchte, sind die Wörter „know-how“ oder „expertise“ richtig. Die Kernkompetenz entspricht der „core competency“.

Versehentlich abgelehnt

Helmut Kohls Aufforderung an den damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan, ihn zu duzen, sorgt auch Jahrzehnte später für Lacher. Im Englischen wird eben nicht zwischen Du und Sie unterschieden.

Leider sind nicht alle fremdsprachlichen Fehltritte so lustig wie das gut gemeinte Angebot des Altkanzlers. Besonders tückisch sind Begriffe, die sich im Deutschen und Englischen ganz ähnlich anhören, aber unter Umständen eine ganz andere Bedeutung transportieren. So wie z.B. bei „müssen“ und „must“. Besonders gerne treten KMU-Geschäftsführer in diese Falle, die ihren Geschäftspartner nicht unter Druck setzen möchten und ihm anbieten, dass er den Vertrag nicht sofort unterschreiben muss. „You must not sign the contract now“ verbietet aber die Vertragsunterzeichnung (oder warnt davor), denn „must not“ heißt „nicht dürfen“. Richtig ist hier: “You don’t need to sign the contract now.“

Dabei wären wir schon beim nächsten potenziellen Fettnäpfchen, der Kombination aus „need“ + Frage. Wenn Sie z.B. bei den Vertragsverhandlungen fragen, welche Verpflichtungen dieser oder jener Punkt mit sich bringe, dann sollten Sie nicht zu „Do I need to …?“ greifen. Denn damit signalisieren Sie, dass Sie eine negative Antwort erwarten (Muss ich das denn wirklich machen?). Besser ist: „Do you want me to …?“

Ungewollt starke Ablehnung signalisieren Sie, wenn Sie „I’m not prepared to do this“ sagen. Damit knallen Sie nämlich auf den Tisch, dass Sie etwas grundsätzlich ablehnen. Zwar heißt „prepared“ in anderen Zusammenhängen „bereit“/„vorbereitet“, weshalb das Missverständnis nahe liegt, aber wenn Sie sagen möchten, dass Sie noch nicht so weit sind (noch nicht vorbereitet), dann sagen Sie lieber „I’m not ready yet“ oder, falls z.B. die Unterlagen noch nicht fertig sind, „I haven’t finished the forms yet“.

Weiteren typischen Fallen und Verwechslungen widmet sich Teil 2 dieser Serie, der außerdem Tipps für die Website und auf Messen gibt.

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