Business Case Analysis

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Projekte auf Probleme abklopfen

Von Peter Riedlberger

Business Case Analysis (BCA) ließe sich in etwa als „Investitionsplananalyse“ übersetzen. Das lässt sich erst verstehen, wenn klar ist, was ein Business Case ist. Ein Business Case ist die schriftliche Rechtfertigung einer geplanten Investition, also die Akte, auf deren Grundlage eine solche betriebswirtschaftliche Entscheidung fällt. (Siehe hierzu den eingehenden Eintrag Business Plan.)

Angenommen, ein Hersteller von Sportwagen sucht weitere Expansionsmöglichkeiten. Das Management hat nun die Idee, künftig auch einen Geländewagen herzustellen. Ehe das Design in Auftrag gegeben, der Motor entwickelt, die Fabrik errichtet und die neuen Arbeiter eingestellt werden, muss sich das Management überlegen, ob sich das Ganze rechnet. Das entsprechende Dokument ist der Business Case. Er listet die Summe und den Zeitpunkt der avisierten Ausgaben, ferner die erwarteten Einnahmen, ebenfalls mit ihrem Zeitpunkt. Daraus ergibt sich der geplante Cash Flow, der Zeitpunkt der Amortisation der Investition, und vieles andere. Mit diesem Wissen können die obersten Verantwortlichen des Unternehmens die Investition freigeben oder von ihr absehen.

Konsequenzen, Kalkulation und Alternativen

Die Business-Case-Analyse ist nun die Recherche und die Arbeitsleistung, die mit der Erstellung des Business Case einhergeht. Will man einen brauchbaren Investitionsplan aufstellen, sind nämlich bestimmte Regeln einzuhalten:

  • Mögliche Alternativen sind anzugeben.
  • Sofern damit verschiedene Szenarien entstehen, sind diese einzeln durchzurechnen, um den Entscheidern möglichst viel Arbeit abzunehmen.
  • Kosten und Erlöse sind abzuschätzen, und dabei ist genau anzugeben, wann der Geldzu- oder -abfluss stattfinden wird
  • Separat mögliche Entscheidungen sind auch in der Analyse klar zu trennen.
  • Nicht-monetäre Vorteile wie Brand-Stärkung, Synergien etc. sind anzugeben (falls sie auszumachen sind).
  • Risiken dürfen keinesfalls verschwiegen, sondern vielmehr klar hervorgehoben, und sofern möglich, monetär beziffert werden.

Fazit: Eine eigene Wissenschaft

Für eine gute BCA ist viel Erfahrung notwendig. Daher beauftragen Unternehmen gern externe Beratungsfirmen mit der Erstellung. Das vermeidet zudem das Problem, dass persönliche Interessen zu allzu positiven BCAs führen: Hofft etwa der mit der BCA beauftragte Mitarbeiter auf die Leitung der neuen Abteilung, könnte seine Analyse allzu rosig ausfallen.

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