Datenvolumen bei Mobilgeräten

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Praktische Tricks unterlaufen gedeckelte Flatrates

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Von Oliver Schonschek

Je nach Anbieter und Tarif kommt der Moment früher oder später: Die mobile Datenflatrate macht keine Freude mehr. Selbst E-Mails ohne Dateianhang werden auf dem Smartphone oder Tablet plötzlich zum Geduldsspiel. Hat man ein bestimmtes Datenvolumen erreicht, wird man als mobiler Internet-Nutzer in graue Vorzeiten zurückkatapultiert. Statt z.B. mit 8 MBit/s gelingt das Herunterladen nur noch mit 64 kBit/s.

Wenn die Absenkung der Übertragungsgeschwindigkeit für Sie ganz unerwartet kommt, haben Sie ein Problem: Entweder Sie finden schnell einen sicheren (und am besten kostenlosen) WLAN-Hotspot ­– oder Sie müssen die schnellen Datenpakete nun außerhalb des Flatrate-Tarifs einkaufen. Das Zukaufen von Mobilvolumen ist aber ärgerlich und nicht gerade billig. Deshalb lohnt es sich, dass Sie Ihren Verbrauch bei Tablet und Smartphone kontrollieren und optimieren.

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Volumenverbrauch kontrollieren

Was unterwegs das noch verfügbare Hoch­geschwindigkeits­datenvolumen absaugt, sind gar nicht immer die umfang­reichen Down­loads. Viele Verluste entstehen durch Smartphone-Aktivitäten, derer Sie sich gar nicht richtig bewusst sind. Das sollten Sie ändern: Bei einem Android-Gerät z.B. finden Sie die Datenvolumenstatistik bei den Einstellungen unter Akku- und Datenmanager oder unter Drahtlos und Netzwerke, je nach Android-Version.

Es gibt auch spezielle Apps wie Traffic Monitor und Onavo Count, die Ihnen den Datenverbrauch der laufenden Anwendungen samt Statistiken anzeigen. Und weil auch das Hochladen auf das noch verfügbare schnelle Datenvolumen geht, kann es sich durchaus lohnen, seine Bilder vor dem Upload zu optimieren, z.B. mit AVG Image Shrinker. Andererseits sind es nicht selten die Apps, die heftig aus dem Datenvolumen schneiden.

Lokal arbeiten und texten

So kann die Verwendung der mobilen Navigation schnell in die Megabytes gehen, wenn Sie eine App nutzen, die kein lokal gespeichertes Kartenmaterial mitbringt. Dann bringt Sie jede Route und jede Karte näher an die Zwangsbremse. Dann trägt die Wegführung nicht wirklich etwas zur Mobilität bei, im Gegenteil: Ihre mobile Internetnutzung könnte bald ziemlich langsam werden.

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Der Wechsel zu einer Onboard-Navigation wie Navfree oder CoPilot GPS, die ihre Karten schon lokal gespeichert hat, ist aber nicht alles, was Ihre Smartphone-Ressourcen schont. Oft findet man z.B. mobile Internet-Flatrates zusammen mit SMS-Flatrates angeboten. Da kann es Sinn machen, lieber mehr SMS zu schreiben und die Zahl der E-Mails zu reduzieren, soweit das möglich ist.

Apps und Updates über WLAN

Die meisten mobilen Onliner haben regelmäßig WLAN-Zugang. Falls das auf Sie zutrifft, sollten Sie die Updates für Ihre Apps darüber und nicht über die mobile Datenflatrate holen, außer vielleicht bei den wichtigsten Apps. Die Einstellungen zum Update-Verhalten können Sie z.B. in den Optionen der Google-Play-App vornehmen, wenn Sie Android-Nutzer sind. Überhaupt sollten Sie die App-Suche und das Herunterladen neuer Apps wenn möglich auf die Zeiten beschränken, in denen Sie (kostenlosen) WLAN-Zugang haben.

Serie: Online-Ressourcen schonen
Teil 1 achtet auf die Smartphone-Batterieanzeige und macht versteckten Stromfressern den Garaus. Teil 2 versucht, so sparsam wie möglich mit dem Highspeed-Datenvolumen der Mobile-Flatrate auszukommen, bevor der Provider die Bremse zieht. Teil 3 hat schließlich handfeste Tipps parat, wie man auch bei gedeckelten Festnetz-Flatrates oder schwacher Verbindung mit der verfügbaren Bandbreite haushalten kann.

Auch wenn es schade ist: Die Angewohnheit, während der Bahnfahrt über den mobilen Internet-Zugang in Musikvideos zu stöbern, geht ganz besonders auf das Datenvolumen. Es kann sich lohnen, z.B. die WLAN-Angebote von Deutscher Bahn und Deutscher Telekom für diesen Zweck zu prüfen.

Mit Verstand synchronisieren

Welche App regelmäßig Daten abholen und senden darf, wenn Sie einen mobilen Datentarif nutzen, sollten Sie ebenfalls gezielt bestimmen – soweit Ihr mobiles Betriebssystem dies gestattet. Überlegen Sie sich z.B., wie häufig die Software nach neuen E-Mails in Ihren Mail-Konten suchen soll. (Seien Sie hier aber nicht allzu sparsam, wenn Sie mobil erreichbar bleiben wollen.)

Gut sparen kann man auch, indem man E-Mails ohne die Dateianhänge herunterlädt. Die Attachments können Sie sich ja später über WLAN besorgen, wenn die Sache nicht zeitkritisch ist. Entsprechende Einstellungen (dass die Dateianhänge nicht automatisch mit heruntergeladen werden sollen) können Sie in aller Regel in Ihrem mobilen Mail-Programm setzen.

Denken Sie aber auch an die Aktualisierungen der Statusinformationen bei den Apps der sozialen Netzwerke und bleiben Sie deshalb besser nicht dauerhaft angemeldet. Zudem müssen Sie auch nicht immer alle Kontaktdaten synchronisieren, wenn Sie z.B. die App von LinkedIn starten.

Fazit: Unterwegs oder angedockt

Auch wenn es dem eigentlichen Gedanken einer durchgehenden und ortsunabhängigen Internet-Nutzung zuwiderläuft: Wenn Sie Ihr Highspeed-Datenvolumen für Smartphone und Tablet sparsamer nutzen wollen, sollten Sie bestimmte Internet-Aktivitäten lieber nur am PC im Büro starten.

Allerdings kann es gut sein, dass Ihnen auch dort der Saft ausgeht und größere Up- oder Downloads hängen bleiben. Diesem Problem rückt Teil 3 dieser Serie zu Leibe.

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