Enterprise oder Consumer Cloud

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Wolken sind nicht alle gleich

Von John Thielens, Chief Security Officer, Axway

Beim Gedanken an die Cloud und daran, was sie zu bieten hat, stellen sich die meisten Menschen ein riesiges, amorphes Gebilde vor – eben wie eine Wolke. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Ganz so, wie nicht alle Autos gleich sind – eine BMW-Luxuslimousine ist nicht dasselbe wie ein Ford Fiesta –, unterscheiden sich auch die Anwendungen in der Cloud in wesentlichen Aspekten.

Cloud-Anwendungen lassen sich in zwei Hauptkategorien unterteilen. Zum einen in die Consumer- oder Prosumer-Anwendungen (für den „Professional Consumer“, also den professionellen Verbraucher), zum anderen in die Enterprise-Anwendungen. Betrachten wir in diesen beiden Kategorien die Filesharing- und Collaboration-Anwendungen genauer: Worin unterscheiden sie sich? Und spielt das wirklich eine Rolle?

Nach Größe und Anspruch

Consumer-Anwendungen sind in der Regel billige Massenmarktlösungen, die für gewöhnlich sowohl in einer kostenlosen Version als auch in einer kostengünstigen Premium-Version angeboten werden. Consumer-Lösungen dienen im Wesentlichen dazu, Aufgaben wie die Weitergabe einer begrenzten Anzahl kleinerer Dateien und Fotos zu vereinfachen.

Enterprise-Lösungen sind robuster, bieten ein hohes Maß an Vertraulichkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit und lassen sich an spezielle Umgebungen anpassen. Sie sind für eine höhere Auslastung ausgelegt und ermöglichen den Austausch großer Dateien und hoher Datenvolumen.

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John Thielens ist Chief Security Officer von Axway. Als Marktführer in der Steuerung der Datenflüsse ist Axway (NYSE Euronext: AXW.PA) ein international agierender Softwarehersteller mit mehr als 11.000 Kunden in 100 Ländern. Seit mehr als einem Jahrzehnt unterstützt Axway weltweit führende Unternehmen aus dem öffentlichen und privatwirtschaftlichen Sektor. Die Lösungen für das Management geschäftskritischer Interaktionen regeln den Datenfluss im Unternehmen, zwischen B2B-Communities sowie in Cloud- und mobilen Anwendungen. Das Portfolio reicht dabei von Business-to-Business-Integration und Managed File Transfer über API- und Identitätsmanagement bis hin zu E-Mail-Sicherheit. Das Angebot erfolgt on premises oder in der Cloud mit Professional und Managed Services. Axway ist in Frankreich registriert und unterhält neben dem Hauptsitz in den Vereinigten Staaten Niederlassungen in 18 Ländern.


Axway GmbH, Kurfürstendamm 119, 10711 Berlin, Tel. 030-8901-00, www.axway.de

Wenn Sie also keine sensitiven oder vertraulichen Dateien weitergeben oder mit einer kleinen Gruppe zusammenarbeiten – etwa mit einem internen Team oder einigen wenigen externen Handelspartnern – und eine kostenlose oder kostengünstige Lösung suchen, sind Sie mit einer Consumer-Anwendung oft gut bedient. Ganz bestimmt können kleine Unternehmen mit Anwendungen wie Google Docs, Dropbox und YouSendIt unter Umständen sehr effektiv arbeiten.

In kontrollierten Umgebungen

Wenn Sie allerdings Wert auf Zuverlässigkeit legen oder vertrauliche Informationen weitergeben möchten, sind diese Consumer-Lösungen eher nicht zu empfehlen. Consumer-Anwendungen unterstützen zwar ein gewisses Maß an Datenverschlüsselung, bieten aber nicht das hohe Sicherheitsniveau, das die meisten Unternehmen benötigen. Zudem stellen sie keine Chain-of-Custody-Informationen bereit – es lässt sich also nicht belegen, dass der Empfänger die von Ihnen versendeten Daten erhalten hat, wann er sie erhalten hat und dass nur er sie erhalten hat. Ein solcher Prüfpfad wird von Regulierungsbehörden weltweit vorgeschrieben.

Wenn Ihr Unternehmen mit Patientendaten oder anderen vertraulichen Informationen zu tun hat, die strengen Datenschutzbestimmungen unterliegen, müssen Sie lückenlos kontrollieren und dokumentieren können, wer Zugriff auf diese Informationen hat. Consumer-Anwendungen stellen in der Regel keine ausreichend leistungsfähigen Sicherheits- und Kontrollmechanismen bereit, vor allem deshalb nicht, weil sie ihre Zielgruppe, der Massenmarkt der gelegentlichen Benutzer, das gar nicht benötigt. Aus demselben Grund werden auch Zuverlässigkeit und hohe Verfügbarkeit bei den meisten Consumer-Anwendungen in der Cloud nicht unbedingt vorausgesetzt. Wenn eine Privatperson einmal keine Fotos von Hund und Katze abrufen oder hochladen kann, stellt das kein großes Problem dar.

Für Unternehmen und Organisationen hingegen, die auf den Daten- und Informationsaustausch angewiesen sind, wäre das ein großes Problem. Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit sind bei Consumer-Anwendungen nicht garantiert – ganz gleich, ob der Service kostenlos oder kostenpflichtig ist. In den Dropbox- oder YouSendIt-Nutzungsbedingungen findet sich sicher keine Bestimmung, die die jederzeitige Verfügbarkeit zusichert.

Im Hinblick auf Durchsatz und Leistung sind Consumer-Anwendungen ebenfalls für weniger kritische Daten und eine weniger intensive Nutzung ausgelegt. Geschäftliche Anwender können mit diesen Diensten vielleicht zwei oder drei Dateien pro Woche erfolgreich versenden oder ein gemeinsam genutztes Dokument bereitstellen, auf das vier- oder fünfmal pro Tag zugegriffen wird. Große Dateien werden allerdings nicht angemessen behandelt.

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Lösungen für Unternehmen

Unternehmen wie Axway, die einen MFT-Service (Managed File Transfer) in der Cloud als Enterprise-Lösung anbieten, versprechen in ihren SLAs eine 99,9-prozentige Verfügbarkeit und garantieren Anwendern, dass ihre Daten verfügbar, zugänglich und am richtigen Ort gespeichert sind.

Unternehmenskunden können mehrere Gigabyte große Dateien wie CAD/CAM-Diagramme über Dienste wie den Axway MFT-Service in der Cloud verteilen. Diese Unternehmensanwendungen sind speziell dafür ausgelegt, einige Tausend Datentransfers pro Stunde zu verarbeiten und sehr große Dateien zu übertragen. Außerdem bietet Axway Technologien wie Large Enterprise Clustering (LEC) und Datentransferbeschleuniger, die zur Unterstützung der Anforderungen von Unternehmen in der Cloud bereitgestellt werden.

Fazit: Bedarfsgerecht ist besser

Nicht alle Anwendungen in der Cloud sind gleich. Wenn es in Ihrem Unternehmen auf Sicherheit, Nachweisbarkeit, Verfügbarkeit und Leistung ankommt, sollten Sie sich jetzt vom Gedanken an Consumer-Anwendungen verabschieden und wirklich unternehmenstaugliche Lösungen ins Auge fassen. Sonst stehen Sie am Ende mit einem Dienst da, der auf den ersten Blick gut aussieht, letztlich aber nicht Ihren Bedürfnissen entspricht und sogar Schaden anrichten kann – wenn etwa Datenlecks auftreten oder die mit Ihren Kunden vereinbarten SLAs nicht erfüllt werden.

Greifen Sie lieber direkt zu Anwendungen und Diensten, die den benötigten Funktions- und Leistungsumfang bieten, und geben Sie sich nicht mit weniger zufrieden.

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