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Zimmer mit fließend Daten

© KAMP Netzwerkdienste GmbH

Von Agnieszka Tielsch, KAMP Netzwerkdienste GmbH

Die individuellen Ansprüche, die Unternehmen an Housing-Dienstleister und Managed Services stellen, sind so unterschiedlich wie die Unternehmen selbst. Ein Handwerksbetrieb hat ganz andere Vorstellungen von Kosten, Leistungsfähigkeit und Sicherheit als eine Bank oder ein Krankenhaus. Dank des Aufwinds, den Colocation- und Housing-Anbieter derzeit erleben, gibt es entsprechend vielfältige Angebote und Akteure im In- und Ausland. Laut der eco-Studie „Die deutsche Internetwirtschaft 2015–2019“, die der Verband der Internetwirtschaft zusammen mit Arthur D. Little durchgeführt hat, darf die Branche bis 2019 mit jährlichen Wachstumsraten von durchschnittlich 17 % rechnen. Dienstleister wie Equinix, Host Europe, KAMP oder Interxion finden also fruchtbaren Boden. Doch wie finden Unternehmen den richtigen Provider oder die passende IT-Lösung, damit das Auslagern für sie zu einem Mehrwertbringer wird? Für die Firmen ist die Entscheidung oft schwierig, weil sich die Leistungen von Anbieter zu Anbieter stark unterscheiden, im Preis ebenso wie in Qualität, SLAs und Abrechnungsmodellen.

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Von der Cloud zum Housing

Cloud-Lösungen sind für IT-Leiter von zunehmender Bedeutung. Laut einer Studie von Bitkom Research im Auftrag von KPMG nutzen bereits zwei von drei Unternehmen Cloud-Dienste, Tendenz steigend. Virtualisierungslösungen in Verbindung mit IaaS (Infrastructure as a Service) vereinen Flexibilität und passen sich dynamisch an die Wachstumsphasen der Unternehmen an. Durch die Auslagerung der physikalischen Infrastruktur können die Firmen sich auf ihr Kerngeschäft und die eigene Geschäftsentwicklung konzentrieren. Allerdings stellen Sicherheitsbedenken laut KPMG immer noch das größte Hindernis dar, das die Wirtschaft davon abhält, sensible Unternehmensdaten in die Cloud zu stellen. Bestärkt wird diese Wahrnehmung dadurch, dass Cloud-Dienste wie Amazon Web Services, Dropbox oder die Apple iCloud immer wieder öffentlich der Kritik ausgesetzt sind, fahrlässig mit sensiblen Daten umzugehen.

Es empfiehlt sich, vor der Entscheidung für einen Cloud-Dienst den Anbieter bezüglich Datenschutz und Verfügbarkeit auf Herz und Nieren zu prüfen. Betreiber seriöser Dienste und Rechenzentren bieten oft die Möglichkeit, die vom Gesetzgeber angeratenen Überprüfungen oder eigene Audits durchzuführen. Eine sorgfältige Auswahl ist darum für den Betrieb von Cloud-Umgebungen ebenso unumgänglich wie für die klassische Housing-Variante, also für das Auslagern der unternehmenseigenen IT-Hardware auf die Flächen eines sicheren Rechenzentrums. Denn trotz des Trends zur Cloud entscheidet sich laut „Cisco Global Cloud Index: Forecast and Methodology, 2015–2020“ nach wie vor die Mehrheit der Unternehmen dafür, die „Fäden in der Hand zu behalten“ und diese Art von Outsourcing zu wählen.

Beim KAMP-Rechenzentrum im Ruhrgebiet schützt ein biometrisches Zutrittskontrollsystem die Private-Suiten für acht bis 35 Racks, die sich hinter den roten Türen verbergen. (Bild: KAMP)

Rechenzentrum as a Service

Unternehmen, die Colocation-Dienstleistungen eines Rechenzentrums in Anspruch nehmen und einzelne Racks mieten, profitieren davon, dass die Betreiber Sicherheitsmaßnahmen und Strom sehr viel preisgünstiger anbieten, als es bei vergleichbaren Inhouse-Lösungen möglich wäre. Für Firmen mit hohem Sicherheitsbedarf gibt es aber noch weitere Aspekte zu beachten, wie den Schutz der eigenen Hardware vor unbefugtem Zugriff oder die Erfüllung von Auditvorgaben aus einer Zertifizierung. Hier bieten sich sogenannte Cage-Lösungen an. Das sind durch einen „Käfig“ abgetrennte Bereiche im Rechenzentrum, die zwar separiert sind, sich aber in einem Raum mit den Racks anderer Kunden befinden. Es ist jedoch auch möglich, komplett eigenständige Serverräume zu mieten. In der Regel gibt es diese Räume ab mehreren hundert Quadratmetern; sie werden daher bevorzugt von größeren Unternehmen in Anspruch genommen.

Vereinzelt haben Betreiber jetzt auf die Anforderungen des sicherheits- und datenschutzbewussten Mittelstands reagiert und stellen Kunden auch kleinere Raumeinheiten zur Verfügung. Es gibt bereits eigenständige Serverräume mit bis zu 82 m² für acht bis 35 Racks, was für mittelständische Unternehmen eine attraktive Größe darstellt.

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Schwarz auf weiß: Dieser Beitrag erschien zuerst in unserer Magazinreihe „Rechenzentren und Infrastruktur“. Einen Überblick mit freien Download-Links zu sämtlichen Einzelheften bekommen Sie online im Pressezentrum des MittelstandsWiki.

Die Auswahl des richtigen Rechenzentrums hängt also maßgeblich von den Bedürfnissen des eigenen Unternehmens ab. Dabei spielen die Größe des Unternehmens, der Sicherheitsbedarf und das Budget eine wesentliche Rolle. Nicht zuletzt ist aber auch der Standort ein entscheidender Faktor: Die physische Erreichbarkeit und somit geografische Nähe der Dienstleister kann in bestimmten Situationen ein entscheidendes Kriterium sein. Um rechtlichen Risiken bezüglich Sicherheit und Datenschutz aus dem Weg zu gehen, sollten Unternehmen zudem grundsätzlich inländische Rechenzentren bevorzugen. Nur ein Anbieter, der sein Datacenter und seine Cloud-Dienste in Deutschland nach den strengen deutschen Datenschutzrichtlinien betreibt, bietet die notwendige Rechtssicherheit.

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