Natürlich präsentieren, Teil 1

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Selbstbewusstsein statt Krücken für alle

Von Martina Pütz, be:comm Training & Coaching

Kleine Schwächen oder Fehler sind bei uns nicht erlaubt. Alles muss perfekt sein. Darum wird für Präsentationen geübt – bis alles sitzt. Doch das Streben nach Perfektion beschränkt mehr, als dass es fördert. Es verhindert, dass wir unserem natürlichen Ausdruck vertrauen. Wir stehen uns selbst im Weg und erlauben anderen, uns in eine Form zu pressen, die einen authentischen Auftritt unmöglich macht.

Unzählige Ratgeber erklären, wie man Mimik und Gestik einsetzen muss, um gut anzukommen. Das ist nicht hilfreich, denn Ihre Körpersprache ist eine direkte Umsetzung Ihrer inneren Haltung. Wenn Sie glauben, dass Sie nicht gut genug sind, dann hilft auch keine Checkliste. Denken Sie an Ihre Stärken und daran, was Sie anzubieten haben. Hätten Sie keine, wären Sie nicht in der Position, andere durch einen Inhalt führen zu dürfen.

Bitte (nicht) lächeln!

Lächeln Sie, wenn Ihnen danach ist. Es ist völlig in Ordnung, am Beginn Ihrer Präsentation ernst und konzentriert auszusehen. Lassen Sie Ihre Hände ihren Job machen! Sie unterstreichen mit ihren Bewegungen ganz natürlich, was Ihnen wichtig ist. Denken Sie nicht über Ihre Gestik nach, denn die ist normalerweise angemessen.

Selbstverständlich schauen Sie Ihr Gegenüber (jeden einzelnen) an – ihn meinen Sie ja und wollen ihn überzeugen. Wenn Sie sich daran erinnern möchten, alle Zuhörer einzubeziehen, suchen Sie sich zwei „Leuchttürme“ – freundlich blickende Teilnehmer im Publikum rechts und links von Ihnen. So denken Sie daran, die Blickrichtung zu wechseln.

Serie: Natürlich präsentieren
Teil 1 wirft Checklisten und gekünstelte Hilfsmittel aus dem Fenster. Das Wichtigste für einen authentischen Auftritt ist gesundes Selbstvertrauen. Teil 2 beginnt mit der persönlichen „Parkposition“ und gibt Tipps zu PowerPoint und für die finale Folie.

Ihre Stimme macht Stimmung und wie Sie etwas sagen, entscheidet zu 38 % darüber, wie Sie wirken. Wenn Ihnen vor lauter Aufregung die Stimme weg bleibt, Sie Sätze vernuscheln oder zu schnell sprechen, gibt es einen einfachen Tipp, mit dem Sie deutliches und betontes Sprechen festigen: den Korkentrick.

Sprechend Tatsachen schaffen

Berauben Sie sich nicht selber der Chance, andere von Ihnen zu überzeugen. Das tun Sie aber, wenn Sie alle Aussagen mit „irgendwie“, „vielleicht“, „eigentlich“, „ganz gut“ und „manchmal“ relativieren. Vermitteln Sie selbstbewusst und mit starker Sprache, was Sie können. Anstatt Weichzeichner wie „Ich glaube, ich bin eigentlich ganz analytisch und meistens gelingt es mir auch ganz gut, Probleme zu lösen“ zu verwenden, heißt es: „Meine Stärke ist es, Probleme schnell zu analysieren und umsetzbare Lösungen zu finden.“

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Martina Pütz (Dipl. Kommunikations­wirtin) ist seit fast fünf­zehn Jahren Trainerin und Coach mit den Schwer­punkten selbst­verständliche Präsentation, kommuni­kative Kom­petenz sowie authen­tischer Ausdruck. In ihren Seminaren und mit ihrem aktuellen Buch „Einfach präsentieren. Worauf es wirklich ankommt“ (Linde International) hilft sie dabei, wieder auf die eigenen Fähigkeiten zu vertrauen, um mit Leichtigkeit und Erfolg zu präsentieren.


Martina Pütz, be:comm Training & Coaching, Voigtelstraße 24, 50933 Köln, Tel. 0221-9473235, Fax: 0221-9473218, Mobil: 0171-4874040, m.puetz@be-comm.de, www.be-comm.de

Sollte es Ihnen unangenehm sein, in dieser Form, mit positiven Behauptungen ohne Einschränkungen über sich selbst zu sprechen, dann benutzen Sie die Nebensatztechnik: Finden Sie ein Beispiel, um Ihre Aussage zu belegen: „Ich bin sehr analytisch, das sehen Sie z.B. daran, dass ich sehr sachlich und überlegt Projekte angehe und einen guten Blick für die realistische Umsetzung von Details habe. Konkret bewiesen habe ich das …“ Beschreiben Sie dann kurz ein konkretes Projekt. Das ist strategisches Präsentieren, denn so nutzen Sie die Chance optimal, sich gut darzustellen und eine positive Verbindung zu Ihren Zuhörern herzustellen. Machen Sie es den anderen leicht, Sie als Mensch zu (be)greifen und in Beziehung zu Ihnen zu treten.

Einen Blackout – äh: überbrücken

Keine Angst vor Wissenslücken, schwierigen Fragen oder Hängern in der Präsentation! Ab sofort nutzen Sie ganz einfach Sprechdenken, um sich selbst souverän aus Denkblockaden zu führen. Der Trick ist: Sie sagen (positiv!), was Ihnen gerade durch den Kopf geht: „Da muss ich kurz drüber nachdenken. Also – ich finde …“ Bei einem Black­out sagen Sie, dass Ihnen gerade der Faden gerissen ist und Sie sich kurz sortieren müssen.

Und sollten Sie vor lauter Nervosität keinen Satz geradeaus herausbringen, dann machen Sie eine kurze Ansage dazu: „Mir ist es so wichtig, unsere Lösungen für Sie gut zu vermitteln, dass ich gerade ein bisschen nervös bin.“ Das ist souverän und sympathisch.

Wie Sie ohne Scheu in die Präsentation starten und die für sich beste „Parkhaltung“ finden, damit beginnt Teil 2 dieser Serie. Außerdem geht es um letzte Worte und die Orientierung im Publikum.

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