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Zwölf Tipps fürs Shoppen im Internet

Von Uli Ries

Auch eingefleischte IT- und Internet-Profis kommen angesichts der ewigen Flut von ständig neuen Horrormeldungen über Malware-Attacken, Datendiebstahl und Kreditkartenmissbrauch ins Grübeln. Zumindest sollten sie das. Denn auch der bestens informierte Zeitgenosse übersieht das ein oder andere Warnzeichen.

Hier sind zwölf Ratschläge, wie sich auch weiterhin sicher online shoppen lässt – unvermeidliche Binsenweisheiten und frische Tipps.

1. Ratschlag: Schalten Sie die automatische Passwortspeicherung des Browsers ab. Die Kennworte liegen meist im Klartext auf dem PC oder in der Windows-Registry – und werden so auf dem Silbertablett serviert. Etliche Schadprogramme durchsuchen diese Passwortspeicher und schicken den Inhalt an ihren Herren. Gefahr droht auch, wenn die Daten auf einem Laptop gespeichert werden und dieses geklaut oder verloren wird. Geht es gar nicht ohne Passwortspeicher, dann bitte nur mit verschlüsselter Aufbewahrung, wie sie z.B. die Open-Source-Software Password Safe] bietet.

2. Ratschlag: Kein Surfvergnügen ohne Firewall. So praktisch und günstig (nämlich gratis) die Windows-eigene Firewall sein mag, sie genügt an sich nicht. Denn sie blockt lediglich unberechtigte Datenströme, die übers Internet in Richtung PC wandern. Abgehende Verbindungen kontrolliert die Firewall nicht. Im Fall einer Malware-Infektion wäre aber genau das nötig, um den Trojaner zum Beispiel daran zu hindern, massenhaft Spam oder den Inhalt des Passwortspeichers (siehe Ratschlag 1) zu verschicken. Effektivere Personal Firewalls gibt es ebenfalls gratis oder als Bestandteil eines Antivirensoftware-Pakets.

3. Ratschlag: Patchen, patchen, patchen! So gut wie jede Malware nutzt zur Installation längst bekannte Lücken im Betriebssystem oder den installierten Anwendungen. Daher müssen alle Komponenten stets aktuell sein. Wem das regelmäßige Abklappern der einzelnen Herstellerwebsites zu mühsam ist, sollte sich Secunia PSI installieren. Das Gratistool warnt, wenn eine Anwendung nicht dem aktuellen Stand entspricht.

4. Ratschlag: Registrieren Sie Ihre Kreditkarten mit dem Online-Sicherheitsservice des jeweiligen Ausstellers. Visa nennt den Dienst Verified by Visa, MasterCard MasterCard Secure Code].

5. Ratschlag: Nutzen Sie immer dieselbe Kreditkarte zum Online-Einkauf und halten Sie das Limit möglichst niedrig.

6. Ratschlag: Vertrauen Sie lieber Ihrer Kreditkarte – und zahlen Sie nicht per Bankeinzug. Denn Kreditkartenfirmen bieten mehr Sicherheitsmechanismen im Fall der Fälle.

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Schwarz auf Weiß
Dieser Beitrag erschien zuerst in unserer Magazin­reihe. Einen Über­blick mit freien Down­load-Links zu sämt­lichen Einzel­heften bekommen Sie online im Presse­zentrum des MittelstandsWiki.

7. Ratschlag: Prüfen Sie Kreditkartenrechnungen eingehend und melden Sie Merkwürdigkeiten sofort.

8. Ratschlag: Gewöhnen Sie es sich an, die Datenschutzerklärungen des jeweiligen Online-Dienstes zu lesen. Prüfen Sie insbesondere den Abschnitt, der erklärt, wie der Anbieter Ihre persönlichen Daten verwendet. Übermitteln Sie in jedem Fall nur ein Minimum an Informationen.

9. Ratschlag: Klicken Sie nie auf den Link zum Online-Shop, wenn er in einer unerwünschten E-Mail (Spam) steht. Selbst wenn Sie dem Link gefolgt sind, kaufen Sie dort nichts.

10. Ratschlag: Geben Sie Ihre Kreditkartendaten nur auf den Seiten ein, die per SSL verschlüsselt sind. Diese sind leicht am Vorhängeschloss-Icon zu erkennen (Firefox: unten rechts; Internet Explorer: neben der Adresszeile). Noch mehr Sicherheit versprechen Sites, die ein Extended-Validation-Zertifikat] (EV) vorweisen. In diesem Fall färbt sich ein Teil der Adresszeile grün.

11. Ratschlag: Seien Sie gewappnet, dass etwas schief geht. Egal, wie umsichtig Sie sich im Netz verhalten, Ihren Daten kann immer etwas zustoßen. Kommt einem Online-Shop, bei dem Sie etwas bestellt haben, die komplette Kreditkartendatenbank abhanden, sind auch Ihre Daten betroffen.

12. Ratschlag: Bauen Sie niemals auf die überaus positiven Aussagen anderer Kunden, die Sie auf der Ihnen noch unbekannten Online-Shopping-Site entdecken. Wie immer im Leben gilt: Scheint ein Angebot zu gut, um wahr zu sein, ist es wahrscheinlich auch nicht wahr.

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Uli Ries ist freier Journalist und Autor mit abgeschlossene journalistischer Ausbildung und langjähriger Erfahrung (u.a. bei CHIP, PC Professionell und www.notebookjournal.de). Seine Spezialgebiete sind Mobilität, IT-Sicherheit und Kommunikation – zu diesen Themen tritt er immer wieder auch als Moderator und Fachreferent auf.


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