Gastbeitrag: Strategie ausrichten

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Kursentscheidungen wollen wohlbedacht sein

Von Andreas Franken, Franken-Consulting

© Rawpixel – fotolia.com

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Viele Wege führen ein Unternehmen ins Desaster, aber nur wenige zum Erfolg. Top-Manager sind es gewöhnt, richtungsweisende Entscheidungen unter Druck zu treffen. Das Tagesgeschäft ringt ihnen diese Fähigkeit permanent ab. Es ist grundsätzlich auch nicht besonders schwierig, eine schnelle Entscheidung zu treffen, aber viele Aufgaben sind einfach zu komplex, sodass sich hier ein anderes Vorgehen empfiehlt.

Fehler sind zuverlässige Zeitbomben

Es war schon immer recht einfach, Fehler zu machen. Wie für alle Lebenslagen, gilt diese Weisheit auch fürs Business. Vom Tagesgeschäft getrieben, entscheiden Manager so manches zwar in gutem Glauben, aber mit fehlender Gewissheit. Das Trügerische hierbei ist, dass man Fehlentscheidungen zumeist erst mit (deutlichem) Zeitverzug bemerkt: Ein Unternehmen, das heute noch respektable Gewinne erwirtschaftet, entwickelt sich infolge einer Reihe von Fehleinschätzungen und weiteren Fehleinschätzungen, die sich aus den ersten ergeben, unmerklich zu einem Durchschnittsunternehmen und von dort aus weiter in einen ertragsarmen Zustand. Die Vorboten der Verschlechterung sind zunächst kaum wahrnehmbar, wie die Geschäftsmodellarchitektur in der Diachronie (Abb. 1) zeigt.

Abb. 1: Die Vorboten der Verschlechterung sind zunächst kaum wahrnehmbar. (Grafik: © Franken-Consulting)

Weiter so! ist selten hilfreich

In Kenntnis dieser Tatsache empfiehlt es sich, eine Sensorik für zukunfts­kritische Ent­scheidungen zu ent­wickeln, um diese recht­zeitig zu erkennen und ganz bewusst auf ein angepasstes Entscheidungs­tempo zu takten, in Verbindung mit einer adäquaten Entscheidungslogik. Spätestens dann, wenn Sie bemerken, dass die Performance Ihres Unter­nehmens bereits nachgelassen hat, ist es Zeit für ein Innehalten zwecks Neuorientierung.

Obwohl viele Manager zu einem „Weiter so!“ neigen und darauf hoffen, dass der Markt sich wieder zu ihren Gunsten dreht, empfiehlt sich, das eigene Tun mit Abstand zu betrachten oder – besser noch – sorgfältig auf Fehler hin zu untersuchen. Hier wäre von Albert Einstein zu lernen, der erkannte, dass man Probleme niemals mit derselben Denkweise lösen kann, aus der heraus sie entstanden sind. Deshalb kann es hilfreich sein, einen externen Experten mit der Beurteilung der Sachlage zu beauftragen.

Strategieworkshop für die Führung

Zu empfehlen wäre ein Strategieworkshop mit den Leistungsträgern in Schlüsselfunktionen. In diesem Rahmen lassen sich Optimierungspotenziale identifizieren und Lösungsansätze erarbeiten. Solch ein Strategieworkshop ist erfahrungsgemäß wie folgt vorzubereiten und durchzuführen:

  1. Untersuchung des aktuellen Vorgehens: Nach einem ausführlichen Briefing durch Sie sollte der Externe relevante Unterlagen, Kennzahlen sowie Markt- und Wettbewerbsdaten studieren. Im Anschluss hieran sollte er sich die Zeit nehmen, mit den relevanten Leistungsträgern in Ihrem Unternehmen Interviews durchzuführen, um weitere Einschätzungen zu Problemen und Lösungen zu erhalten. Im Zuge der Analyse der auf diese Weise gesammelten Informationen sollte der Externe in der Lage sein, erste Thesen und Ideen zur Problemlösung zu entwickeln.
  2. Auswertung und Vorbesprechung der Ergebnisse: Die ausgewerteten Analyseergebnisse und die hieraus gewonnenen ersten Erkenntnisse sowie erste Optimierungsideen sollten quasi als Zwischenergebnis zwischen Ihnen und dem Externen besprochen werden, damit Sie wichtige Informationen ergänzen und Korrekturen vornehmen können. Ziel dieser Abstimmung ist, ein gemeinsames Verständnis der Sachlage herzustellen. Im Anschluss daran ist der Workshop inklusive Folienherstellung und Methodenwahl vorzubereiten.
  3. Erarbeitung der Verbesserungsansätze: Im Rahmen des Workshops, der an einem Ort jenseits des Tagesgeschäfts durchgeführt werden sollte und an dem Smartphones nur in den Pausen zugelassen sind, werden die vom Externen aufbereiteten Erkenntnisse der Gruppe präsentiert. Unter seiner Moderation wird über die einzelnen Thesen diskutiert. Da mit allen am Workshop Beteiligten vorab mindestens ein Interview durchgeführt wurde, sollten dem Moderator die individuellen Ansichten im Vorfeld bekannt sein, sodass er sie im Zuge der Diskussionen würdigen kann.

Idealerweise sind im Workshop sechs bis zehn Thesen zu erarbeiten, die zu nachhaltigen Verbesserungen Ihres Unternehmens führen. Da sich niemand zu viel vornehmen sollte, empfiehlt sich die Bewertung der Thesen durch die Workshop-Teilnehmer. Im Ergebnis identifizieren Sie auf diese Weise mit der Gruppe die drei Top-Ertragssteigerungsthemen für Ihr Unternehmen.

Andreas Franken 121x121.jpg
Andreas Franken ist als Unternehmensberater spezialisiert auf die Themen Strategie, Marketing und Vertrieb. Seine Berufserfahrung erstreckt sich über 30 Jahre und er veröffentlicht regelmäßig Fachartikel zu Managementthemen. Zur eigenständigen Optimierung von Unternehmen bietet er seinen Neun-Punkte-Plan zum kostenlosen Download.

Franken-Consulting, Herr Andreas Franken, Ortbeckstraße 5, 45894 Gelsenkirchen; Telefon 0209-3187586, Telefax 0209-3187581, af@franken-consulting.org, www.franken-consulting.org

Fazit: Mit wenig Aufwand viel erreicht

Solch ein Offsite-Strategieworkshop versetzt Sie mit vergleichsweise niedrigem Aufwand in die Lage, gemeinsam mit Ihren Top-Mitarbeitern zukunftsfähige Strategien zu erarbeiten, mit deren Hilfe Sie Ihrem Unternehmen neuen Aufschwung verschaffen. Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt ist zudem, dass Sie Ihre Mitarbeiter durch den frühzeitigen Einbezug in Ihre Planungen offen wertschätzen und ihnen eine Perspektive vermitteln.

Auch wenn Sie persönlich schnelle Entscheidungen favorisieren, gibt es Themen, bei deren Bearbeitung Sie Ihre Mitarbeiter in die Entscheidungsprozesse integrieren sollten. Zugegeben: Das dauert zwar etwas länger – aber dafür ist die Qualität und Zukunftsfähigkeit der Entscheidung deutlich besser. Und Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen garantiert danken.

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