Flyer

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Im spontanen Sturzflug auf die Zielgruppe

Von Ralph Hadem, printweb.de

Der unvergängliche Klassiker unter den günstigen Werbemitteln ist der Handzettel bzw. Flyer. Selbst Kleinstunternehmen stemmen den finanziellen Aufwand locker; größere Betriebe nutzen das Medium ebenso, etwa wenn sie eine Veranstaltung planen (z.B. einen Tag der offenen Tür), eine Rabattaktion lancieren oder Messebesuchern in Erinnerung bleiben wollen. Flyer eignen sich auch, um vorzuverkaufen, also erst einmal neugierig zu machen. Wer dann wirklich interessiert ist, bestellt die – aufwändiger produzierte – Broschüre. Schon wieder Kosten eingespart.

Flugzettel funktionieren simpel, sind leicht finanzierbar und vielfältig einsetzbar. Sie lassen sich z.B.

  • verschicken,
  • am Point of Sale auflegen,
  • Mailings beilegen,
  • direkt in Briefkästen verteilen oder
  • unter Scheibenwischer klemmen.

Guter Inhalt zeigt Wirkung

Dass Sie etwas zu sagen haben sollten, versteht sich. Zu achten ist aber auch auf das verwendete Bildmaterial. Es lohnt sich, die Zusammenstellung von Text und Grafik gründlich zu durchdenken und anschließend sauber zu gestalten bzw. gestalten zu lassen. Ein Flyer, der wegen untauglichem Inhalt nicht funktioniert, ist in jedem Fall zu teuer.

Überlegen Sie sich also im Vorfeld: Was sollen die Empfänger nach dem Lesen wissen, fühlen und tun? Mit welchen Argumenten lässt sich arbeiten? Welche visuellen Elemente verstärken die Wirkung? Testen Sie den Entwurf danach an einigen unbeteiligten Personen aus Ihrem Umfeld. Faustregel: Was die nicht verstehen, wird auch das Zielpublikum nicht verstehen.

Zettel hinter die Wischblätter
Scheibenwischerwerbung ist übrigens nicht – wie oft angenommen wird – grundsätzlich unzulässig. Allerdings wird das Verteilen auf öffentlichen Parkplätzen oft als „erlaubnispflichtige Sondernutzung“ angesehen; bei Privatparkplätzen brauchen Sie unbedingt zuvor eine Einwilligung des Eigners bzw. Nutzers. Abgesehen davon sollte das Wetter schon mitspielen. Zum Thema „Verteilung und Platzierung von Werbung“ haben etliche regionale IHK praktische Merkblätter zum Download parat, die sich auch mit der Scheibenwischerfrage befassen, darunter die IHK Kassel, die IHK Bonn oder die IHK Mittlerer Niederrhein.

Rechtliche Grenzen wahren

Versprechen Sie nichts, was Sie nicht auch halten können. Heikel ist z.B. immer die Werbung mit Superlativen. Wenn Sie behaupten, der Schnellste, Billigste oder Beste zu sein, laufen Sie Gefahr, das beweisen zu müssen. (Falls Sie es tatsächlich sind, dann sollten Sie Ihre Alleinstellung natürlich ausloben.) Entsprechendes gilt für vergleichende Werbung; auch wenn sie regional, sozusagen „im Nahkampf“, auf Handzetteln sehr effektive Möglichkeiten bieten kann.

Material richtig lagern

Meist werden Flyer für kurzfristige Aktionen gedruckt, so dass die richtige Lagerung nicht entscheidend ist. Gelegentlich kommen die Druckerzeugnisse aber lange zum Einsatz, manchmal sogar jahrelang. Dann empfiehlt es sich, von Beginn weg auch auf richtige Lagerung zu achten, damit die Brillanz der Farben erhalten bleibt und sich das Papier nicht wellt. Am besten bewahren Sie die Kartons an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort auf.

Postversand genau kalkulieren

In der Regel sind Flyer nicht sonderlich schwer, außer Sie haben spezielle Materialien gewählt. Im Falle des Postversands und von Beilagen zu Mailings, gilt es dennoch, das Gesamtgewicht im Auge zu behalten. Bewährt hat sich folgendes Vorgehen: Mustermailing mit unbedrucktem Originalpapier zusammenstellen und grammgenau wiegen. Die genauen Kosten findet der Portorechner der Post dann online heraus.

Fazit: Konzentrierte Kommunikation

Flugblätter sind ideal für schnelle Aktionen. Hastig zusammengeschustert sollten sie aber nicht aussehen. Bereiten Sie am besten ein Standardmuster vor, in das Sie die aktuellen Infos jeweils einfügen können. Achten Sie außerdem darauf, dass jemand anderer sich die Sache ansieht und vielleicht gegenliest.

Verzetteln Sie sich nicht. Halten Sie sich vor Augen, dass es in erster Linie auf das saubere Darreichen der richtigen Informationen ankommt. Faustregel: Zwei von fünf Elementen dürfen Sie getrost wieder hinauswerfen. Konzentrieren Sie Text und Darstellung auf das, was wichtig ist.

Sehr viel effektiver als ein Übermaß an Text und Grafik sind die Wahl des Materials und ein cleverer Einsatz der drucktechnischen Möglichkeiten. Dinge, die sich interessant und besonders anfühlen, „binden“ bereits. Marketing-Spezialisten haben z.B. herausgefunden, dass Fühlreize kaufentscheidend sind: Wenn ein Kunde einmal etwas in die Hand genommen hat, steigt die Wahrscheinlichkeit gewaltig, dass er damit auch aktiv wird, also z.B. zur Kasse geht oder anruft.

Denkbar wäre daher ein spezielles Papier, das angenehm auffällt. Es lassen sich auch besondere Techniken einsetzen, etwa Prägungen oder Stanzungen. Schließlich müssen Handzettel keineswegs immer nur rechteckig sein. Dass der Flyer ein ewig junger Kommunikationsklassiker ist, hat er schließlich nicht zuletzt seinen zahllosen Variationsmöglichkeiten zu verdanken.

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