IT-Performance-Management, Teil 1

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IT ist Beschleuniger und Engpass

Von Oliver Schonschek

Lange Zeit galt die IT als Wunderkind. Die Leistungssteigerung, durch Informationstechnologie möglich wurde und auch heute noch möglich ist, war ehedem kaum vorstellbar. Inzwischen allerdings muss die digitale Revolution auch Kritik einstecken. Es sind Stimmen zu hören, die rundheraus behaupten, mit IT-Lösung gehe es langsamer als früher. Das sagen nicht etwa unzufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die jede Veränderung ablehnen und alles so belassen wollen, wie es ist. Vielmehr muss man realistisch davon ausgehen, dass die IT selbst eine Leistungssteigerung braucht.

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Ein praktisches Beispiel: Wer vor einem Termin noch schnell Ausdrucke benötigt, dem erscheint die Zeit, die der Drucker benötigt, besonders lange. Auch die Auswertungen und Abfragen, die der Vorstand jetzt gleich haben möchte, dauern scheinbar endlos. Netzwerke, Anwendungen, Datenübertragungen ins Internet – überall scheint unnötig Zeit verloren zu gehen, obwohl relativ neue Technik eingesetzt wird.

Kennzahlen für das Performance-Management

Unternehmen, die ihre Leistungsfähigkeit verbessern wollen (oder müssen), sollten deshalb nicht nur eine Performance-Messung auf der Ebene von Abläufen, Prozessen und Abteilungen vorsehen. Die komplette IT sollte einer Leistungskontrolle unterzogen werden. In vielen Fällen steckt noch deutliches Potenzial zur Verbesserung in der IT, genau wie in den betrieblichen Abläufen.

In dieser Artikelserie sollen deshalb Lösungen im Bereich IT-Performance-Management genauer betrachtet werden. Solche Hilfsmittel führen ein Monitoring für definierte IT-Systeme des Unternehmens durch und ermitteln bestimmte Performance-Kennzahlen. Diese Werte können so einfach sein wie „IT-System läuft oder läuft nicht“. Bereits diese Information ist mehr als wertvoll, wenn es um ein wichtiges oder sogar geschäftskritisches IT-System geht, dessen Bedeutung für einen Geschäftsprozess vor der gezielten Performance-Messung oft gar nicht bekannt war.

Serie: IT-Performance-Management

  • Teil 1 fragt, warum IT-Systeme so oft bremsen, obwohl die Technik auf dem neuesten Stand ist. Werkzeuge fürs IT-Performance-Management finden heraus, wo die Engstellen sitzen.
  • Teil 2 nimmt den Datendurchsatz im Firmennetzwerk in den Blick: Jetzt geht es ums Network Performance Management.
  • Teil 3 wirft sich zuetzt ins Gedränge der Anwendungen, die um Rechnerressourcen rangeln. Application Performance Manager können hier klare Prioritäten setzen.

Interne Service Level Agreements

Ob es die Bandbreite der Internet-Verbindung ist, die Verfügbarkeit eines Dienstes oder die Startzeit einer Anwendung – alleine die Messung von Werten macht noch kein IT-Performance-Management. Deshalb sind gute Tools auch nicht nur für Monitoring und Messung verantwortlich, sondern sie helfen auch bei der Entwicklung interner Service Level Agreements (SLAs). Abweichungen von den internen SLAs verzeichnen die regelmäßigen Berichte.

Bei Über- oder Unterschreitung bestimmter Schwellwerte sollte auch eine Alarmierung zuständiger Stellen im Hause vorgesehen sein, damit das Unternehmen Performance-Engpässe schneller beheben kann. Dabei können dann insbesondere Cloud-Dienste helfen, die z.B. knappen Speicherplatz oder zu geringe Rechenleistung zeitnah und flexibel ergänzen.

Fazit: Performance ist immer messbar!

Unternehmen sollten also nicht nur die Einhaltung der SLAs kontrollieren, die sie mit ihren Cloud-Dienstleistern vereinbart haben, sondern auch die internen SLAs, die mit der internen IT abgestimmt wurden.

Welche Lösungen es dafür genau gibt und welche Rolle die Cloud dabei spielt, wird Gegenstand der folgenden Teile dieser Serie sein. In Teil 2 geht es zunächst um das Network Performance Management.

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