IT-Performance-Management, Teil 3

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Vorfahrtsregeln statt Anwendungsstau

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Von Oliver Schonschek

Wenn die Ressourcen knapp sind, kommt ein Moment, in dem eine Gleichverteilung keinen Sinn mehr macht. Dann müssen Prioritäten gesetzt werden, um die Verteilung dem Bedarf entsprechend zu gestalten. Ein solches Vorgehen ist auch in der IT notwendig, denn auch hier gibt es keine unbeschränkten Kapazitäten. Das gilt nicht nur für Netzwerkbandbreite und Speicherplatz, sondern auch für Applikationen.

Application Performance Manager können helfen

Anwendungen benötigen IT-Ressourcen wie Arbeitsspeicher und Rechenleistung, damit sie funktionieren. Das wird schnell sichtbar, wenn man selbst einmal zu viele Applikationen auf dem Computer startet, sodass bald nichts mehr geht. Welche Anwendung bei Ressourcenknappheit bevorzugt werden soll und wo Engpässe besonders kritisch sind, hängt in Unternehmen vom konkreten Einsatz, der aktuellen Aktivität und damit meist auch vom Nutzer und seiner betrieblichen Rolle ab.

So ist z.B. nicht jeder Einsatz einer Tabellenkalkulation in gleicher Weise geschäftskritisch. Einmal geht es vielleicht um die aktuelle Umsatzplanung, ein anderes Mal um die Spielergebnisse der Betriebsfußballmannschaft. Die sogenannten Application Performance Manager können bestimmte Feinheiten auf Basis von definierten Richtlinien berücksichtigen, Engpässe erkennen und gegensteuern.

Probleme erkennen, Ressourcenrechte bestimmen

Lösungen für ein Application Performance Management gibt es viele, darunter den AppSense Performance Manager, IBM Application Performance Management (APM), ThousandEyes speziell für Cloud-Apps und Riverbed SteelCentral Anwendungs-Performance-Management. Der AppSense Performance Manager z.B. verwaltet u.a. die Ressourcenberechtigung der Nutzer, sucht und überwacht Anwendungen, vergibt den Vorgaben entsprechend IT-Ressourcen wie Festplattenplatz, Arbeitsspeicher und Prozessoren.

Damit sie auch Probleme erkennen können, die den Anwendern durch die Einschränkungen der IT-Leistung unter Umständen entstehen, haben verschiedene Lösungen ein sogenanntes End-user Experience Management. Ziel ist die Anwenderzufriedenheit durch eine Ressourcenzuweisung, die dem Bedarf wirklich entspricht. Dafür aber muss der Bedarf zuerst genau analysiert werden.

Serie: IT-Performance-Management
Teil 1 fragt, warum IT-Systeme so oft bremsen, obwohl die Technik auf dem neuesten Stand ist. Werkzeuge fürs IT-Performance-Management finden heraus, wo die Engstellen sitzen. Teil 2 nimmt den Datendurchsatz im Firmennetzwerk in den Blick: Jetzt geht es ums Network Performance Management. Teil 3 wirft sich zuetzt ins Gedränge der Anwendungen, die um Rechnerressourcen rangeln. Application Performance Manager können hier klare Prioritäten setzen.

Fazit: Anwendungskontrolle, nicht Anwenderkontrolle

Und damit wären wir beim datenschutzrechtlichen Haken an der Sache: Die Protokolle eines Application Performance Managements können durchaus personenbezogene Daten enthalten, wenn sie die Ressourcenzuordnung und mögliche Anwendungsprobleme auf Nutzerebene für Berichte und Analysen festhalten. Aus Datenschutzsicht ist es daher wichtig, dass diese Protokolldaten mit Personenbezug nur zweckgebunden genutzt werden, also nur zur Sicherstellung eines ordnungsgemäßen Betriebes einer Datenverarbeitungsanlage (§ 31 BDSG: Besondere Zweckbindung). „Welcher Mitarbeiter öffnet pro Tag wie oft eine bestimmte Webseite“ wäre eine zweckfremde Frage, die auf Leistungskontrolle oder Verhaltensanalyse von Beschäftigten zielt. IT Performance Management aber gilt der IT-Leistung und nicht der Leistung der Nutzer.

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