Langsames Festnetz-Internet

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Sparen hilft beim Warten

mekcar

Von Oliver Schonschek

2012 wurden in Deutschland rund 700.000 neue Breitband-Internet-Anschlüsse im Festnetz geschaltet. Anfang 2013 waren es damit insgesamt etwa 28 Mio. Mit anderen Worten: Rund 69 % der Haushalte haben einen Breitbandzugang ins Internet, so der Hightech-Verband BITKOM auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur. Für gut ein Drittel der Haushalte bedeutet dies aber, dass sie über keinen entsprechend schnellen Internet-Zugang verfügen. Davon sind weiterhin auch viele Unternehmen betroffen.

Zum Glück gibt es mit dem mobilen Internet in einigen Regionen eine Alternative zum schnellen Festnetz-Internet, wie z.B. die Verfügbarkeitsprüfungen der Deutschen Telekom oder von Vodafone zeigen. Doch wer auch im mobilen Netz keine hohen Geschwindigkeiten beim Herunterladen und Hochladen erreicht, muss wohl oder übel auf eine bessere Anbindung warten und sich bis dahin mit den mageren Datenraten abfinden. Das einzige, das zu tun bleibt, ist, den eigenen Verbrauch an Datenvolumen zu überprüfen und unnötige Downloads und Uploads zu vermeiden.

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Unnötigen Datentransfer erkennen

Unternehmen, die mit einer geringen Festnetzbandbreite im Internet auskommen müssen, sollten zuerst kontrollieren, woraus der Datenverkehr der Firma gegenwärtig besteht.

Dazu gehört aus betrieblicher Sicht auch die Überlegung, ob angesichts einer verbesserungswürdigen Internet-Versorgung am Standort wirklich die private Nutzung von E-Mail und Browser erlaubt sein muss. Viele Beschäftigte führen ihr privates Smartphone mit sich und haben dafür auch eine eigene mobile Datenflatrate, können also ohne Weiteres ihr privates Netzwerken via Facebook, LinkedIn und E-Mail darüber abwickeln. Diverse Untersuchungen haben ergeben, dass die private Internet-Nutzung einen nicht geringen Teil des Datenverkehrs im Unternehmen ausmachen kann. Das muss nicht sein.

Tatsächliche Bandbreite bestimmen

Bei der Auswahl der weiteren Maßnahmen, um den betrieblichen Datenverkehr zu optimieren, darf eines nicht fehlen: die Bestimmung der tatsächlichen Bandbreite, also der realen Maximalgeschwindigkeit beim Herunterladen und Hochladen. Wie eine Studie der Bundesnetzagentur gezeigt hat, stimmen die Angaben der Provider keineswegs immer. Nachzumessen ist also empfehlenswert, sonst geht man von falschen Eckdaten aus.

Datentransfer optimieren

Die tatsächlich verfügbare Bandbreite sollte man dann natürlich so nutzen, dass die geschäftsrelevanten Internet-Aktivitäten den Vorzug erhalten, während man unwichtigen oder gar unnötigen Datentransfer vermeidet:

  • Verzichten kann man auf Online-Werbung, die einen nicht interessiert, aber die verfügbare Bandbreite belastet. Solch lästige Werbung kann man blockieren (und dabei in den Filtereinstellungen Webseiten ausnehmen, die relevante Werbung liefern).
  • Man kann zudem dem Browser abgewöhnen, bereits vorauseilend Webseiten abzurufen (Prefetching), die man vielleicht gar nicht besuchen will.
  • Einmal heruntergeladene Webinhalte kann man im Cache vorhalten, so dass der Browser sie nur bei Änderungen erneut herunterladen muss. (Datenschutzfreundliche Einstellungen, die lokale Nutzerspuren im Browser verhindern, leeren allerdings den Cache.)
  • Man kann sich aber interessante Web-Inhalte für das eigene Web-Archiv auch lokal abspeichern, sodass sie jederzeit ohne weiteren Internet-Zugriff bereitstehen. Allerdings sollte man hier die regelmäßigen Aktualisierungen nicht vergessen, sonst arbeitet man mit alten Inhalten.
  • Das Komprimieren von Dateien vor dem Hochladen oder Versenden per E-Mail (z.B. mit 7-Zip) sollte selbstverständlich sein.

Serie: Online-Ressourcen schonen

  • Teil 1 achtet auf die Smartphone-Batterieanzeige und macht versteckten Stromfressern den Garaus.
  • Teil 2 versucht, so sparsam wie möglich mit dem Highspeed-Datenvolumen der Mobile-Flatrate auszukommen, bevor der Provider die Bremse zieht.
  • Teil 3 hat schließlich handfeste Tipps parat, wie man auch bei gedeckelten Festnetz-Flatrates oder schwacher Verbindung mit der verfügbaren Bandbreite haushalten kann.

Achtung: Keine Kontrolle ohne Datenschutz!

Manch einer könnte nun versucht sein, den betrieblichen Datenverkehr noch genauer zu analysieren, um noch mehr Optimierungspotenzial aufzutun. Möglich wird dies durch Lösungen aus dem Bereich Webmonitoring wie z.B. GFI Webmonitor oder NBMonitor.

Allerdings dürfen die Optimierungsversuche nicht so weit gehen, dass das Unternehmen die Internet-Aktivitäten auf Mitarbeiterebene umfassend analysiert. Die Auswertungen sollten anonymisiert erfolgen und nur bei begründetem Verdacht darf man den Datenverbrauch einzelner Mitarbeiter genauer untersuchen. Schließlich geht es nicht um eine (verbotene) Verhaltenskontrolle der Beschäftigten, sondern um eine optimierte Nutzung beschränkter Bandbreiten oder Datenvolumina.

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