Microsoft Business Checkup 2014

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Redmond schiebt, die Wirtschaft zieht

© crystofurr, Fotolia

Von Axel Oppermann, Buying|Butler

Die Herausgeber des MSFTbriefing, die Beratungs- und Analystenhäuser techconsult und Avispador, haben gemeinsam mit TecChannel eine Studie über den IT-Lieferanten Microsoft durchgeführt: den Microsoft Business Checkup 2014. Dabei wurden etwa 500 Unternehmen aus Deutschland befragt, wie es um das Kunden-Lieferanten-Verhältnis bestellt sei. Außerdem sollten die strategischen und operativen Aktivitäten von Microsoft bewertet werden.

Müssen wir alles Microsoft neu kaufen?

Der Ergebnisse sind insgesamt sehr klar und lassen sich prägnant zusammenfassen: Ja, Microsoft ist für Unternehmen in Deutschland ein wichtiger – strategischer – Lieferant. 84 % der Befragten stimmen dem zu. Über 60 % der Entscheider sind der Meinung, der von Microsoft eingeschlagene Weg „Mobile first, Cloud first“ sei für den Anbieter richtig, um zukünftig als Lieferant relevant zu sein. Allerdings geben nur 48 % an, die Ausrichtung auf mobile Plattformen und Cloud Computing werde den eigenen (strategischen) Anforderungen gerecht.

Viel verheerender ist jedoch ein anderes Teilergebnis: 66 von 100 Befragten sehen durch diese Ausrichtung auf Mobile und Cloud ihre Investitionen, die sie bereits in Microsoft-Technologie gesteckt haben, nicht gesichert – ein ernüchternder Wert. Hinzu kommt, dass die befragten Unternehmen in vielen Bereichen nach eigener Angabe keine Alternative zu Produkten von Microsoft haben. Lediglich zwischen 14 und 17 % sehen sich in der Lage, in den Bereichen Client OS, Office oder Windows-Server kurzfristig flächendeckend auf einen anderen Lieferanten umzusteigen. Das ist ein weiterer harter Schlag, der die Ohnmacht der Anwenderunternehmen gegenüber Herstellern wie Microsoft deutlich macht.

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Microsoft Business Checkup
Ausgewählte Ergebnisse und Analysen des Microsoft Business Checkup 2014 erläutert Axel Oppermann online im Video auf vimeo.

Strategiewechsel:
Cloud first, Mobile first

Doch bevor man Schlüsse zieht und Empfehlungen ausspricht, sollte man den Wandel beim Anbieter Microsoft auf der einen Seite und bei den Anwendern auf der anderen Seite näher betrachten.

Cloud

Vor wenigen Jahren wurde noch gemutmaßt, dass es sich bei Cloud Computing nur um ein weiteres Schlagwort handele, um einen Marketing-Gag. Heute, im Jahr 2014, zählen Cloud-Lösungen zum täglichen Begleiter vieler Menschen, IT-Organisationen und Unternehmen.

Auch wenn viele Entscheider das Heil der Wolke noch in der Kostenreduktion und nicht in mehrwertschaffenden, verbundenen und plattformübergreifenden Lösungen sehen, ist Cloud Computing in Deutschland auf dem Vormarsch. Die spezifisch deutsche Skepsis gegenüber Cloud-Lösungen ist dabei nicht einfach abzutun; in Deutschland herrscht eben eine konservative Betrachtung der Zukunft und ihrer Perspektiven vor. Insgesamt ist die Diskussion um Datenschutz und Datensicherheit alles in allem eher als eine Stärke der deutschen Wertegemeinschaft und Leitkultur zu sehen. Der Respekt vor gewachsenen Strukturen, die sich bewährt haben, und eine berechtigte Skepsis gegenüber den unterschiedlichen Varianten von Neuerungen, auch gegen Normierungszwecke, sind mit ein Grund für die wirtschaftliche Stärke Deutschlands.

Allerdings darf man nicht vergessen, dass die deutschen Wertkonservativen in Unternehmens-IT und -organisation im internationalen Vergleich mit ihrer Haltung oft alleine stehen. Dabei werden insbesondere in wirtschaftlich aufstrebenden Regionen, aber auch in entwickelten (IT-)Märkten, munter Cloud-basierte plattformübergreifende Lösungen etabliert. Auch aus diesem Grund ist es für IT-Hersteller unabdingbar, entsprechende Services zu entwickeln und Infrastrukturen aufzubauen.

Mobile

Neben Cloud Computing gibt es gegenwärtig drei weitere Megatrends in der IT: Social, Analytics und Mobile. Alle drei bauen in vielen Bereichen auf Cloud-Systeme auf bzw. werden hierdurch erst ermöglicht. Dabei kommt der Mobilisierung von Geschäftsprozessen eine ganz besondere Bedeutung bei. Mobile wird in vielen Unternehmen die neue Realität, die neue Norm sein.

Gegenwärtig entwickeln immer mehr Unternehmen in Deutschland Konzepte, die darauf abzielen, Informationen und Wissen auf unterschiedliche mobile Geräte zu bringen. Dabei geht es darum, einzelne Prozesse oder Arbeitsschritte mobilzumachen. Apps bilden das Frontend, die Cloud bildet das intelligente Rückgrat. Besonders wichtig ist es, die Arbeitsschritte plattformübergreifend abzubilden und bereitzustellen. Auch in diesem Bereich ist es für IT-Hersteller also ein Gebot der Stunde, entsprechende Services zu entwickeln und Infrastrukturen aufzubauen.

Microsoft

Microsoft krempelt gegenwärtig die eigene Organisation und das Portfolio mächtig um. Unter der Parole „One Microsoft“ wird der Konzern seit über einem Jahr umgebaut, mit dem Ziel, Microsoft in ein funktionsorientiertes Unternehmen zu überführen (im Gegensatz zur bisherigen produktorientierten Organisation). Mitarbeiter sollen ihre klassische Produktdenke hinter sich lassen und in ganzheitlichen Services denken. Im Zuge dessen will man auch plattformübergreifende Services entwickeln, die auf der Cloud-Technologie des eigenen Hauses beruhen.

Damit einher geht das neue Microsoft-Mantra „Mobile first, Cloud first“. Es geht dabei ganz klar um die Mobilisierung von Geschäftsprozessen und privaten Aktivitäten auf Grundlage von Cloud-Technologie. Darauf hat Microsoft in den letzten Jahren die wesentlichen Geschäftsfelder ausgerichtet, das Unternehmen hat Milliardenbeträge in Infrastruktur und Produkte investiert. Bei einem Erfolg kann schnell aus einem Cloud-first- ein Cloud-only-Verständnis werden.

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Axel Oppermann ist IT-Berater und Gründer des Analystenhauses Avispador. Dort ist aus dem Bedarf heraus der Dienst Buying|Butler entstanden, ein Service zur betreuten Beschaffung von IT und digitalen Gütern, der Unternehmen bei voller Kontrolle über den Einkaufsprozess einen schnellen Kostenvergleich und Zugang zu relevanten alternativen Lieferanten und Dienstleistern liefert. Der Service ist in der Regel kostenlos, unverbindlich und mit unmittelbar klar erkennbaren Vorteilen verbunden. Buying|Butler ist ein kurzfristig einsetzbares, operatives Hilfsmittel, um zeitbezogene Einkaufsziele zu realisieren.


Axel Oppermann, Buying|Butler, Avispador GmbH, Miramstraße 74, Im Hagen Park – Gebäude 8, 34123 Kassel, Tel.: 0800-3216842, buyingbutler@avispador.de, www.buyingbutler.de

Fazit: Ein Zweckbündnis am Scheideweg

Die Analyse des Microsoft Business Checkup 2014 zeigt, dass viele Unternehmen in Deutschland diesen Weg momentan nicht mitgehen wollen – oder können. Gleichzeitig können – oder wollen – die Unternehmen Microsoft nicht vollends den Rücken kehren. Zu groß ist noch die Abhängigkeit im Bereich Office-Produktivitätslösungen oder Client OS.

Wenn sich also die Wertegemeinschaft zwischen Hersteller und einer Vielzahl von Kunden weiter reduziert, müssen Lösungen gesucht werden. Dabei dürfte klar sein, dass Microsoft sich vom einmal eingeschlagenen Weg wohl nicht abbringen lässt (wenn auch vielleicht korrigiert oder nachgebessert wird). Dazu ist die Strategie international zu erfolgreich. Und der Ansatz ist ein zu wichtiges Instrument für das Unternehmen, um sich gegen Wettbewerber durchzusetzen.

Unternehmensentscheider in Deutschland, die diesen Weg nicht mitgehen wollen oder mitgehen können, müssen frühzeitig nach Alternativen suchen. Vermeintliche Sicherheiten hinsichtlich Servicezyklen und (noch) langen Support-Laufzeiten sollte man dabei nicht zu hoch gewichten. Diese Unternehmen müssen sich proaktiv um eine Optimierung vorhandener Lizenzverträge kümmern und frei werdende Budgets neu platzieren.

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