Mobile-Formfaktoren 2014, Teil 1

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Transformers für den Unternehmenseinsatz

Dr. H.B. Karcher

Von Dr. Harald Karcher

Fast alle Mobile-Device-Hersteller bringen zurzeit flexiblere Formfaktoren auf den Markt. Egal ob Smartphones, Tablets oder Laptops: Die Grenzen zwischen den Gerätegattungen verschwimmen immer stärker. Einzig der Trend zu Berührungsbildschirmen ist allen gemeinsam. Glaubt man den Herstellern, dann erfahren gerade die neuen 2-in-1-Kombinationen von Laptop und Tablet neuerdings viel Aufmerksamkeit bei Firmen, wo man die neuen Formfaktoren derzeit intensiv prüft. Die Unternehmen hoffen, dass sie sich mit den Hybrid-Geräten die Doppelinvestition in leichte Tablets und komplette Laptops sparen können.

Auch Gartner-Analystin Annette Zimmermann sieht für die Detachables Vorteile, „da Convertibles deutlich schwerer sind und durch ständigen Gebrauch eher die Gefahr bergen, kaputt zu gehen“. Nachholbedarf sieht Zimmermann jedoch im Design: „Die meisten Geräte sehen nicht besonders ansprechend aus und letztendlich sind auch Unternehmenskunden Konsumenten, das sollte man nicht unterschätzen.“ Die meisten Detachables und besonders die Convertibles sehen tatsächlich etwas pummeliger aus als reine Tablets oder superschlanke Ultrabooks.

Serie: Mobile-Formfaktoren 2014
Teil 1 sichtet, was an den neuen Hybriden zu kippen, drehen und schwenken oder abzunehmen und wieder anzusetzen ist. Teil 2 klappert die Hersteller ab und nimmt eine Checkliste von Business-Qualitäten mit. Teil 3 schließt die Suche nach mobilen Arbeitsgeräten mit einem Ausblick auf das Segment Ruggedized und weitere Serviceleistungen ab.

Phablets als Brett am Kopf

Zwischen Smartphones und Tablets entwickelt sich die neue Gattung der Phablets in den Markt hinein: Das sind die 5 bis 7 Zoll große Tablet-Formate, die auch Mobilfunktelefonie beherrschen. Der Anblick, wenn Zeitgenossen die neuen Internet-Brettchen zum Telefonieren ans Ohr führen, ist allerdings noch etwas gewöhnungsbedürftig.

Fujitsu29280 LIFEBOOK T902.jpg Das Fujitsu Lifebook T902 ist ein typisches Dreh-Convertible, das sich je nach Bedarf als Tablet oder als Laptop nutzen lässt. (Bild: Fujitsu)

Convertibles mit Drehgelenk

Zwischen Tablets und Laptops wiederum entstehen die neuen 2-in-1-Convertible-PCs, die man durch Drehen oder Klappen des Display-Deckels in einen Laptop und wieder zurück in ein Tablet verwandeln kann.

Ein typisches Dreh-Convertible ist das Fujitsu Lifebook T902. Ein typisches Klapp-Convertible dagegen ist Sony mit dem Vaio Fit multi-flip PC gelungen. Kennzeichen aller Wandelgeräte: Die Tastatur bleibt immer fest mit dem Display verbunden.

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Schwarz auf weiß
Dieser Beitrag erschien zuerst in unserer Magazin­reihe. Einen Über­blick mit freien Down­load-Links zu sämt­lichen Einzel­heften bekommen Sie online im Presse­zentrum des MittelstandsWiki.

Detachables am Tastaturdock

Anders liegt der Fall bei den sogenannten Detachables, den „Abnehmbaren“: Hier steckt ein kompletter Tablet-PC auf einem ablösbaren Tastaturdock. Falls dem Geschäftsreisenden unterwegs ein Tablet genügt, dann lässt er die separate Tastatur daheim; braucht er jedoch den vollen Komfort eines Rechners samt Hardware-Tastatur, dann fügt er beide Teile zu einem kompletten Laptop zusammen.

KommRZ001-ID09-1.jpg Der touch-sensitive Tablet-Teil des HP Envy X2 lässt sich von der Hardware­tastatur abtrennen. (Bild: Harald Karcher)

Einige Hersteller geben nicht nur dem Tablet, sondern auch der Tastatur einen eigenen Akku mit. So verdoppelt sich die Akku-Power, wenn beide Teile verbunden sind. Manche Hersteller fahren das Tablet auf halbe Leistung herunter, sobald die akkubetankte Tastatur abgedockt wird. Das Herunter­schalten der Takt­frequenzen ist besonders wichtig, wenn das Business-Tablet einen starken Intel-Core-i7-Prozessor und ein anspruchs­volles Betriebs­system wie Windows 7 oder höher hat.

Panasonic---4k Tablet UT-MB5---Foto Harald Karcher---Berlin---2013-09-05---DSCN5200---1024.jpg Am oberen Ende der Business-Tablets steht zurzeit das messer­scharfe 4K-Tablet UT-MB5 von Pana­sonic mit 20-Zoll-Bildschirm und vierfacher (!) Full-HD-Auf­lösung. Trotz­dem ist es dünn und elegant. Am 5. September 2013 wurde es von Hiro Sakamoto zur IFA in Berlin demonstriert. (Bild: Harald Karcher)

Tablet-only-Slates

Daneben gibt es auch die reinen Tablets, ganz ohne Verwandlungs­optionen und ganz ohne fest verbundene Tastatur: die sogenannten Slates (das englische Wort greift die Vor­stellung von alten Schiefer­tafeln auf). Man denke an Apple iPad, Lenovo ThinkPad Tablet 2 oder an ein Samsung Galaxy Note 10.1.

Wer unterwegs nur Content konsumiert, wird meist mit einem bloßen Tablet auskommen. Wer dagegen umfangreichere Inhalte produziert, wird eher zu einem Gerät mit Tastatur­optionen greifen. Auch sonst stellen geschäftliche Kunden andere Anforderungen an Laptops und Tablets als private Nutzer. Der Fokus liegt auf Sicherheit, Robust­heit, Verwalt­barkeit, Vernetz­barkeit und Integrier­barkeit in die Betriebsabläufe.

Welche dieser Qualitäten Geräte mitbringen sollten, die für den Einsatz im Unternehmen taugen, sieht sich Teil 2 dieser Serie genauer an.

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