Notebook-Konzepte, Teil 1

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Robust, zuverlässig und praktisch

Von Uli Ries

Mobil-PCs gibt es schon für 400 Euro beim Elektronikmarkt – zum Mitnehmen, aber besser nicht in die Arbeit. Denn die populären Consumer-Modelle halten nicht genug aus und verzetteln sich in Spielereien und Design. Solide Business-Notebooks kosten mehr, sind aber fürs Geschäft gewappnet.

Alle großen Hersteller wie Acer, Dell, HP, Lenovo, Samsung oder Toshiba teilen ihre Notebooks in zwei Familien ein: in die der Endkundengeräte einerseits und andererseits die der Modelle, die für den Einsatz im Geschäftsleben konzipiert sind. In diese bislang bewährte Zweiteilung mischen sich seit einiger Zeit aber neue Erfolgskonzepte: Der Eee PC von Asus – und die anderen, Nettops genannten Mini-Notebooks in seinem Gefolge – werden seit ihrer Einführung keineswegs nur in den Händen von Studenten und anderen Heimanwendern gesichtet, sondern sie begleiten auch viel reisende Geschäftskunden.

Zugmaschinen im Gelände

Dabei war es eigentlich so gedacht, dass sich Geschäftsleute aus dem Angebot der Business-Notebooks bedienen sollten. Diese Modelle findet man in der Regel nicht bei Media Markt & Co., sie kommen in eher drögen Designs daher und sind bei vergleichsweise schmaler Hardwareausstattung teurer als die Sonderangebote aus dem Flyer in der Tageszeitung. Warum sollten Geschäftskunden so etwas kaufen?

Die Antwort ist einfach: Zuverlässigkeit und Praxistauglichkeit. So gibt es viele Business-Notebooks z.B. noch mit entspiegeltem Display. Das hat zwar geringere Kontrastwerte als die in Consumer-Modellen verbauten Geschwister, ist dafür aber auch erheblich unempfindlicher gegen nervtötende Reflexionen durch Streulicht.

Mittelständler haben eigene Anforderungen
Etliche Studien – unabhängige eben­so wie von Herstellern in Auf­trag ge­gebene – haben gezeigt, dass mittel­ständische Kun­den, die immer­hin 31 % des welt­weiten Marktes aus­machen, andere An­forderungen an Note­books haben als Groß­unter­nehmen. So legen Mittel­ständler wenig Wert auf preis­treibende Funk­tionen wie ein ein­heitliches Docking-Konzept oder eine garan­tierte Sta­bilität des Software-Images. Viel­mehr stehen Punkte wie die Optik, aus­ge­feilte Audio- und Video­funktionen sowie durch­dachte Software­beigaben im Vordergrund.

Business-Notebooks sind eben dafür gemacht, dass sie jeden Tag viele Stunden intensive Nutzung vertragen, auf Schreibtischen genauso wie auf Reisen, wo sie oftmals härtere Behandlungen überstehen müssen – Stürze inklusive. Um die Mobil-PCs fit zu machen für diese Anforderungen, investieren die Hersteller gezielt in die Zuverlässigkeit der Modelle und sparen sich stattdessen Ausgaben für poppige Designs und brachiale Grafik- und CPU-Performance.

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Schwarz auf Weiß
Dieser Beitrag erschien zuerst in unserer Magazin­reihe. Einen Über­blick mit freien Down­load-Links zu sämt­lichen Einzel­heften bekommen Sie online im Presse­zentrum des MittelstandsWiki.

Festplatten mit Überrollkäfig

Seit Jahren erzählen sich Notebook-Experten gerne die Geschichte von den IBM-Vertretern, die die Robustheit ihrer Thinkpads dadurch demonstrierten, dass sie sich bei Verkaufsgesprächen mit beiden Beinen auf das geschlossene Notebook stellten – ohne dass dessen Gehäuse zerbrach oder der Display-Deckel Schaden nahm.

Thinkpad.jpg Die Thinkpad-Notebooks sind durch eine spezielle Metallkonstruktion unter dem Kunststoffgehäuse gut gegen Stürze und Stöße gesichert. (Bild: Lenovo)

Die Robustheit der Thinkpads ist inzwischen beinahe legendär. Sie hat auch durch den Verkauf der IBM-PC- und Notebook-Sparte an Lenovo nur wenig an Kundenvertrauen eingebüßt. Die außergewöhnliche Robustheit der Thinkpads garantiert eine Metallkonstruktion, die unterhalb der Kunststoffhülle versteckt ist und so den Rahmen verstärkt – quasi ein Überrollkäfig fürs Notebook. Aus Kostengründen verzichtet Lenovo jedoch ausgerechnet bei seiner für den Mittelstand konzipierten Produktfamilie Thinkpad SL auf den Überrollkäfig.

Auch andere Hersteller wie Toshiba oder Dell verleihen den Konstruktonen durch Metallteile oder die Verwendung von Magnesiumgehäusen mehr Stabilität. Toshiba fasst die Verbesserungen unter dem Namen EasyGuard zusammen. EasyGuard bringt z.B. die – leider nur allzu oft im Alltag benötigte – spritzwassergeschützte Tastatur mit. Sie bewahrt die empfindliche Hardware vor Beschädigungen durch alltägliche Unfälle wie umgestoßene Wassergläser. Eine spezielle Abdichtung unter den Tasten verhindert, dass Flüssigkeit ins Gerät eindringt. Der Anwender hat genügend Zeit, das System herunterzufahren und von den Stromquellen Akku und Netzteil zu trennen. Dies verhindert katastrophale Kurzschlüsse im Inneren des Gerätes. Ist das Notebook wieder trocken, kann ganz normal weiter gearbeitet werden.

Serie: Notebook-Konzepte
Teil 1 haut auf den Tisch. Ein Business-Note­book muss das aus­halten. Teil 2 wid­met sich prak­tischen Hel­fern und ver­rät, warum ver­gnüg­liche Extras kein Luxus mehr sind. Teil 3 wirft einen Blick über den Teller­rand: auf Mac­Books und an­dere Exoten.

Simulation im Härtetest

Darüber hinaus werden Kernkomponenten wie Mainboard, Display und Festplatte durch eine Luftpolsterung und eine spezielle Ummantelung vor Beschädigungen durch Stürze geschützt. Das so genannte Shock Protection Design des Gehäuses bewahrt das Notebook und vor allem die Daten vor kleineren Stößen und Schlägen im täglichen Betrieb. Die Wirksamkeit dieser Vorkehrungen wird vom Hersteller durch spezielle Falltests überprüft, bei denen die Geräte Stürze aus einem Meter Höhe aushalten müssen. Das Notebook darf zwar kleine, äußerliche Schäden davontragen, muss aber noch booten und den Aufprall mit intaktem Display überstehen.

Günstige Consumer-Notebooks müssen in aller Regel ohne solche Verbesserungen auskommen. Der Überrollkäfig ist also keine Legende. Er ist nur nicht in den Multimedia-Boliden der Elektro-Discounter zu finden.

Was ordentliche Business-Notebooks sonst noch können sollten, erläutert Teil 2 dieser Serie, bevor sich Teil 3 die neuen Alternativen und Exoten näher ansieht.

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