Serverleistung und Speicherplatz, Teil 3

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Wer mehr braucht, bekommt mehr

© viperagp – Fotolia

Von Sabine Philipp

Freiberufler und kleine Unternehmen, die auf Geschäftsdaten im lokalen Netz zentral zugreifen möchten, sind mit einem Network-attached Storage (NAS) gut beraten. Ein NAS ist, vereinfacht gesagt, eine rudimentäre Version eines Servers, ein zentraler Speicher, der Zugriff auf Daten von mehreren PCs und Servern aus ermöglicht; neuere Geräte können sogar über das Internet angesteuert werden.

Von einem Server unterscheidet sich die Lösung insofern, als NAS einfach nur ein zentralisierter Datenspeicher ist. Die Anwendungen, die auf die Daten zugreifen und sie bearbeiten, müssen daher immer auf dem jeweiligen Arbeitsrechner installiert sein.

Fit für DB-Abfragen

Da NAS für die Ablage von Dateien konzipiert wurden, sind sie für die Arbeit mit Datenbanken weniger gut geeignet. Dafür ist wiederum ein SAN (Storage Area Network) besser. „Datenbanken arbeiten mit vielen Abfragen, die man als Input-Output-Operationen pro Sekunde angibt. Daher benötigen Datenbanken einen Speicher, der sehr viele kleine Datenblöcke schnell lesen und schreiben kann“, erklärt MittelstandsWiki-Fachmann Boris Hajek und nennt ein Beispiel: „Wenn tausend Benutzer eine Datenbankabfrage mit einer Größe von jeweils 100 KByte starten, dann muss das Speichersystem etwa 100 MByte übertragen. Die Gesamtmenge ist zwar klein, aber das System muss gleichzeitig tausend Blöcke abarbeiten, was tausend Plattenzugriffen pro Sekunde entspricht.“

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Boris Hajek ist In­haber der loss­tech GmbH, die er 2001 im nord­deutschen Lutz­horn grün­dete. Der Diplom-Wirt­schafts­informa­tiker hat be­sonderes Fach­wissen in Cloud Com­puting und auf den an­grenzen­den Ge­bieten Virtualisierung, Storage und Hoch­ver­füg­bar­keit. Daneben bie­tet er Schulun­gen und Be­ratung zum Thema an und be­gleitet kon­krete Projekte.


losstech GmbH, Hauptstraße 24, 25355 Lutzhorn, Tel.: 040-950656100, kontakt@losstech.de, www.losstech.de

Ein SAN kann mit dieser großen Zahl gleichzeitiger Zugriffe bei geringen Datenmengen locker fertig werden. Das NAS dagegen bräuchte mindestens zehn Sekunden. „Wenn jedoch fünf Nutzer eine PowerPoint-Präsentation mit 20 MByte öffnen möchten, was ebenfalls 100 MByte entspricht, dann braucht das SAN länger, weil es die Datei erst in viele kleine Blöcke zerlegen muss, um sie zu bearbeiten.“

Für Hajek ist daher der Einsatz von Server, NAS und SAN im richtigen Mix das Beste, weil dann jedes System seine Stärken ausspielen kann.

Gespiegelt verfügbar

Bei der NAS-Wahl gibt Hajek zu Bedenken, dass der Speicher zwei Netzwerkanschlüsse (Ports) haben sollte, damit das System auch dann noch angesteuert werden kann, wenn einer der beiden ausfällt. Außerdem sollte es mindestens eine Ersatzplatte geben, die einen Austausch im laufenden Betrieb ermöglicht.

Und so simpel die Lösung erscheint – Hajek rät dennoch dazu, sich im Vorfeld Gedanken über die Details zu machen. Denn er erlebt immer wieder, dass Kunden Probleme mit ihrem Netzwerkspeicher haben, weil die versprochene „leichte Erweiterbarkeit“ doch nicht so klappt wie gedacht. Ebenso sollten Nutzer darauf achten, dass sie eine externe Festplatte per USB anschließen können. So bleibt die Möglichkeit der Datensicherung auf ein externes Medium gewährleistet, das an einem anderen, feuerfesten Ort aufbewahrt werden sollte.

Serie: Serverleistung und Speicherplatz
Teil 1 sieht sich zunächst einmal um, welches Spar­potenzial in Virtuali­sierung und neuen Cloud-Tech­niken liegen kann. Teil 2 stellt den Applikations­server im Unter­nehmen auf und lässt von dort aus schlanke End­geräte bedienen. Teil 3 erklärt den Unter­schied zwischen NAS und SAN; außer­dem sieht er sich an, wie zen­tra­lisierter Speicher­platz am besten ver­waltet wird.

Der Überrollbügel heißt bei jedem guten NAS-System RAID (Redundant Array of Independent Disks). Dabei werden, vereinfacht gesagt, die Daten auf verschiedene Platten geschrieben. Allerdings gehen die verschiedenen RAID-Varianten unterschiedlich vor und und dienen unterschiedlichen Zwecken.

RAID 0 z.B. verwendet zwei parallele Platten wie eine einzige. Das hat den Vorteil, dass der Rechner schneller Daten geliefert bekommt. Dieser Ansatz wurde vor allem zu einer Zeit gefahren, als Festplatten mit 1 GByte noch sehr teuer waren; stattdessen hat man eben zwei Platten mit 500 MByte genommen.

Heute ist eher das RAID-1-Prinzip von Interesse, bei dem die Dateien auf zwei voneinander unabhängigen Festplatten gespiegelt werden. Das schafft Sicherheit für den Fall, dass eine Platte ausfällt. Im besten Fall können die Platten im laufenden Betrieb ausgetauscht werden, so dass keine Ausfallzeiten entstehen.

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Schwarz auf Weiß
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Fazit: Ausgelagert absichern

Auf RAID sollte sich indes niemand verlassen, allein deshalb, weil z.B. das Gebäude mitsamt System abbrennen kann. RAID ist einfach kein Backup. Dabei tut gerade bei zentralisierten Systemen, zu denen auch (virtuelle) Server gehören, eine effiziente Datensicherung besonders Not, da sonst im Fall des Falles alles, wirklich alles weg ist. Leider wird das Thema allzu oft ausgeblendet, weil es mit zusätzlichen Kosten assoziiert wird. Dabei gibt es inzwischen sehr günstige Möglichkeiten.

Hajek erlebt immer wieder, dass selbst Kunden, die schon Server virtualisiert haben, kein durchgängiges Backup-Konzept entwickelt oder implementiert haben. „Das NAS ist hochwertiger Speicher und sollte nicht ausfallen“ oder „Da ist doch nun ein RAID-System drin, da kann doch nichts passieren“ heißt es dann. Ein gefährlicher Irrtum.

Gute Erfahrungen hat Hajek mit den RDX-QuikStor-Medien von Tandberg Data gemacht. Als besonders detailliert schildert Hajek die Lösung ARCserve von CA, die alle Viertelstunde im laufenden Betrieb die jüngsten Änderungen dem Backup hinzufügt. Sie ist praktisch, einfach anzuwenden und erfordert keinen Administrator mit Spezialwissen.

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