Sicherheitspakete für Windows XP 09-10/2013

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Microsoft gibt XP zum Abschuss frei

El Gaucho

Von Markus Selinger

Am 8. April 2014 stellt Microsoft die Unterstützung für Windows XP ein. Dann gibt es keine Verbesserungen mehr und auch keine Sicherheitsupdates. Mit anderen Worten: Neu entdeckte Systemlücken werden dann nicht mehr geflickt und machen Windows XP ohne den Einsatz einer guten Internet-Security-Suite zu einem brisanten Sicherheitsrisiko.

Nach zwölf Jahren mit XP verabschiedet sich Microsoft vom Kostenblock Windows-XP-Support. Auf einer Hilfeseite zur Support-Einstellung für das Altsystem gibt Microsoft seinen Nutzern nur den Ratschlag mit, dass es nun Zeit für den Umstieg auf Windows 8 sei. Dass allerdings allein in Deutschland immer noch 15 % der PCs mit XP laufen und viele davon bei Mittelständlern im Betrieb stehen, interessiert Microsoft natürlich nicht.

Ein schneller Umstieg auf ein anderes Windows-System wie 7 oder 8 scheitert oft an den Kosten der Softwarelizenzen, die dann neu anzuschaffen wären, an der nötigen Schulung der Mitarbeiter oder daran, dass es von einer bestimmten Branchensoftware gar keine funktionierende Version für Windows 7 oder 8 gibt. Muss Windows XP (vorerst) bleiben, sollte man jedenfalls auf den maximal verfügbaren Schutz setzen.

Win os anteile deutschland 11 2013.jpg Verteilung der Windows-Plattform in Deutsch­land: Etwa 15 % der PCs arbeiten noch mit Windows XP. Ab April 2014 gibt es dafür keine Sicherheits­updates mehr. (Bild: Statista.com)

Ab April baufällig

Windows XP ist bereits seit zwölf Jahren am Markt und hat in dieser Zeit un­zählige Up­dates erlebt. Allein von Januar bis Anfang Oktober 2013 hat Micro­soft noch fast 80 Sicher­heits­updates für alle Versionen von Windows XP veröffentlicht! Es ist also abzu­sehen, dass das System ohne diese Updates bald löchriger sein wird als ein Schweizer Käse. Sobald sie ausbleiben, werden Pro­grammierer spezielle Exploits, also Angriffs­programme für die Schwach­stellen anfertigen.

Wer lediglich auf die Schutz­mechanismen von Microsoft setzt, ist damit nicht gut beraten. Das kosten­lose Duo aus Windows Defender und Security Essentials versagte im letzten Labortest des Antiviren­spezialisten AV-TEST. Der im November 2013 veröffentlichte Test ließ die Bordmittel zwar nur zu Vergleichszwecken mitlaufen, aber 0 von 6 Punkten im Bereich Schutzwirkung sprechen für sich.

Erschwerend kommt hinzu dass große Anbieter von kostenlosen Schutzprogrammen, wie etwa Avira, bereits angekündigt haben, dass sie nach April 2014 nur noch maximal zwölf Monate lang Updates liefern wollen. Dann ist auch damit Schluss. Die Security Essentials unter XP bekommen gleich ab April 2014 keine Updates mehr.

Avt testtab desktop 10-11 13gesamtergebnis.jpg So gut schützen Desktop-Security-Suiten unter Windows im Test 09-10/2013: Das best­mögliche Er­gebnis von 18 Punkten schaffte nur die Suite von Kaspersky Lab. Bei Punkt­gleichheit ist die Reihen­folge alpha­betisch. (Bild: AV-TEST)

Schutzpakete für Windows XP

Im letzten Test von 24 Internet-Security-Suiten unter Windows XP schaffte es keine kosten­lose Version in die Top 3 von AV-TEST. Die bekannte Free-Lösung von Avast landete gar auf Rang acht. Das beste kosten­lose Paket (von AVG) schaffte 15,5 von 18 möglichen Punkten.

Die ersten drei Plätze belegten Lösungen von Kaspersky Lab, Bit­defender und Avira (kosten­pflichtige Version). Das Schutz­paket von Kaspersky schaffte das Maximum von 6 Punkten in allen drei Teil­bereichen und somit die höchste Gesamt­punktzahl von 18 Punkten. Bitdefender folgt mit 17 Punkten.

Avt testtab business 10-11 13gesamtergebnis.jpg So gut sind die Schutz­lösungen für Office-PCs im Netzwerk im Test 09-10/2013: Setzt man den Fokus nur auf die Schutz­wirkung der Lösungen, dann empfehlen sich die Pakete von Kaspersky Lab und F-Secure, die jeweils die Höchst­punktzahl von 6 erreichten. Die Gesamt­wertung ist bei Punkt­gleichheit alpha­betisch aufgebaut. (Bild: AV-TEST)

Sicherheit ohne Extras

Das Gesamtergebnis setzt sich aus den Teil­bereichen Schutz­wirkung, System­belastung und Bedien­barkeit zusammen. Wer aus­schließlich auf mehr Sicher­heit für Windows XP bedacht ist, kann die Bereiche System­belastung und Bedien­barkeit außer Acht lassen. So gesehen empfahlen sich folgende Security-Lösungen mit der Maximal­punktzahl von 6 bei der Schutz­wirkung: Bit­defender, Comodo, F-Secure, G Data, Kaspersky Lab und Trend Micro.

Aus dieser Sicht landet das erste kostenlose Schutz­paket von Panda Security auf Rang 9.

Security-Pakete für Büro-PCs

Beim letzten Test von Client-Security-Software für Windows XP, den das Testlabor AV-TEST ebenfalls im November 2013 veröffentlicht hat, zeigt Kaspersky Lab mit seiner Lösung die beste Leistung. Die Schutzlösung überzeugte im Gesamtergebnis mit 17,5 von 18 möglichen Punkten. Die Produkte von Symantec und Trend Micro folgten knapp dahinter mit 16,5 Punkten.

Sieht man auch hier nur auf die Schutzleistung, so zeigen die Lösungen von Kaspersky Lab und F-Secure die besten Werte.

Fazit: Risikoplattform Windows XP

Neben Microsoft werden bald auch weitere Software-Anbieter die Updates für ihre XP-Produkte einstellen. Somit wird die ehemals verlässliche XP-Plattform durch ihre leichte Angreifbarkeit zum Risiko für private Nutzer und Firmennetzwerke gleichermaßen.

Auch die besten Security-Suiten werden auf die Dauer die Löcher nicht stopfen können, die Microsoft bisher mit etwa 100 Updates jährlich flickte. Daher sollten Sie zwei Sicherheitstipps bedenken:

  1. Nutzen Sie ab April Ihre XP-Rechner nur noch für Sonderaufgaben. Arbeits-PCs mit XP sollten nach Möglichkeit nicht mehr im Internet surfen oder E-Mails empfangen. Das senkt das Risiko eines Schädlingsbefalls immens.
  2. Steigen Sie sobald wie möglich auf ein neues System wie Windows 7 oder 8 um.

Nützliche Links

Das Magdeburger Institut AV-TEST veröffentlicht alle zwei Monate die Testergebnisse für Antivirensoftware und Endpoint-Security-Lösungen für Windows sowie für Android-Security-Apps. Die aktuellen Ergebnisse kann man auf www.av-test.de jederzeit kostenfrei nachlesen.