BPI Gesamtbericht Mittelstand 2012, Teil 1

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Prozessqualität bestimmt den Unternehmenserfolg

harshmunjal

Von Christoph Witte, Wittcomm

Nach den ausgekoppelten Branchen-Reports (Fertigung, Dienstleistung, Handel) zeichnet der Gesamtbericht zum Business Performance Index Mittelstand D/A/CH ein durchaus positives Gesamtbild: Mittelständische Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben 2012 die Qualität ihrer Prozesse um 3 % auf 69 Punkte verbessert. Gleichzeitig wurden auch die IT-Unterstützung sowie der Reifegrad innovativer IT-Lösungen optimiert. Hand in Hand geht damit immer ein größerer Unternehmenserfolg.

Im Jahresvergleich verbesserte sich neben dem wichtigsten Einzelwert, dem Business Performance Index (dem die Studie ihren Namen verdankt), auch der Grad der IT-Unterstützung: Er stieg um 2,8 % auf 65,8 Punkte. Der Reifegrad innovativer IT-Lösungen kletterte sogar um 10,5 % auf 65,2 Punkte, und – last, but not least – der Index Prozess-/Unternehmenserfolg wuchs um 4,6 % auf 70,1 Punkte. Peter Burghardt, Managing Director des Kasseler Analystenhauses techconsult, das die BPI-Studie in 2012 zum zweiten Mal durchführte, wertet den Anstieg der BPI-Indizes als Erfolg:

„Beim Anstieg eines einzigen Wertes könnte man noch von Zufall sprechen, aber alle erhobenen Indizes haben sich verbessert. Das spricht dafür, dass Prozesse und IT in mittelständischen Unternehmen auf dem Vormarsch sind und so den Gesamterfolg der Unternehmen steigern.“
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Die BPI-Studie ist die erste Untersuchung in der D/A/CH-Region, die einen direkten Zusammenhang zwischen Prozessqualität und Unternehmenserfolg belegt: „Über alle Branchen hinweg zeigt sich eine positive Gewinnentwicklung der Unternehmen ab einem BPI-Wert von 67 Punkten,“ sagt Burghardt. „Darunter gibt es nur wenige Unternehmen, die trotz fehlender Prozessgüte eine positive Tendenz aufweisen.“

Serie: Gesamtbericht BPI Mittelstand 2012
Teil 1 konstatiert, dass sich mit der Prozessqualität insgesamt auch der Unternehmenserfolg gesteigert hat. Teil 2 sichtet nach Branchen und sucht nach Gründen für das schlechte Abschneiden des Handels. Teil 3 diskutiert die stark unterschiedliche Nutzung von Cloud-Technologien und Mobilgeräten.

IT treibt das Geschäft

Dabei erzielen die drei untersuchten Branchen Fertigungsindustrie, Dienstleistungssektor und Handel durchaus unterschiedliche Indexergebnisse. Die Nase vorn hat im BPI die mittelständische Fertigungsindustrie mit 72 von maximal erreichbaren 100 Punkten. Die Fertigung mit über 630 an der Untersuchung teilnehmenden Unternehmen liegt damit weiterhin vor der Dienstleistung und dem Handel. Dies gilt ausnahmslos auch für alle weiteren Performance-Indikatoren: Reifegrad innovativer IT-Lösungen, IT-Unterstützungsgrad und Unternehmens- bzw. Prozesserfolg.

Der Dienstleistungssektor – repräsentiert durch 450 Unternehmen – erreicht einen BPI-Wert von 69/100 für die Region D/A/CH und landet damit erneut im Mittelfeld. 380 Unternehmen im Handel erreichen 64 von 100 Punkten im BPI-Ranking. Sie sind über fast alle Performance-Indikatoren hinweg unterdurchschnittlich im Branchenvergleich.

Business Performance Index
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Jeder Mittelständler kann den BPI für sein Unter­nehmen als Benchmark-Werk­zeug nutzen. Dazu muss man lediglich den Frage­bogen unter www.business-performance-index.de aus­füllen. Die Ant­worten werden aus­ge­wertet und zeigen, wo das Unter­nehmen im Vergleich zum unmittel­baren Wett­bewerb (Branche, Sub­branche, Größen­klasse) steht. Damit lassen sich eigene Stärken und Schwächen analysieren. Die Unternehmens­daten bleiben selbst­verständlich anonym.

Eingehende Einzeldarstellungen gibt es im MittelstandsWiki zu den folgenden Ausgaben:

Weitere Informationen zum BPI insgesamt und zu den Einzel­berichten BPI Fertigung, BPI-Dienstleistung und BPI-Handel findet man unter www.business-performance-index.de. Dort stehen alle Berichte auch zum kostenfreien Download bereit.

Deutlich wird in der Untersuchung, dass die Top-10-Unternehmen – gemessen am BPI-Wert – in allen Branchen und über alle Performance-Indikatoren hinweg – um rund ein Drittel performanter sind als der Durchschnitt. Die Hypothese: „Ein hoher BPI führt zu hohem Unternehmenserfolg“ gilt deshalb für die Fertigungsindustrie, den Dienstleistungssektor und den Handel gleichermaßen und lässt sich somit für den gesamten Mittelstand D/A/CH verallgemeinern. Die Schlussfolgerung daraus ist eindeutig: IT drives Business.

Teil 2 dieser Übersicht betrachtet die BPI-Resultate aufgeschlüsselt nach den Branchen Fertigung, Dienstleistung und Handel.

Die Indizes: So wurden die Ergebnisse ermittelt
Für den aktuellen BPI wurden zwischen April und November 2012 leitende Angestellte und Geschäftsführer aus fast 1500 Unternehmen im deutschsprachigen Raum befragt. Ihre Antworten werden in vier Indizes zusammengefasst. Dabei steht:

  • der Business Performance Index für Relevanz und Zufriedenheit mit der Prozessausführung;
  • der IT-Unterstützungsgrad dafür, welche Aufgaben/Tätigkeiten im Unternehmen wie stark und wie zufriedenstellend mit IT unterstützt werden;
  • der Reifegrad innovativer IT-Lösungen für die Nutzungshäufigkeit von und die Zufriedenheit mit neuartigen IT-Anwendungen;
  • der Unternehmens-/Prozesserfolg für die Entwicklung bestimmter branchenspezifischer Erfolgskriterien (KPIs) in den vergangenen Jahren.
Gemeinsam ergeben die vier Indizes ein umfassendes Bild der Leistungsfähigkeit der Unternehmen. Auf einer Punkteskala von 1 bis 100 drücken sie aus, wie einzelne Branchen und Branchensubsegmente in sieben wichtigen Prozessen abschneiden. Damit geben sie mittelständischen Unternehmen Orientierung darüber, was in Sachen Prozesse und IT-Technologie möglich und Stand der Dinge ist.

Nützliche Links

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Weitere Informationen finden Sie unter ­www.business-performance-index.de, wo es den BPI-Gesamtbericht Mittelstand D/A/CH 2012 kostenfrei als PDF zum Herunterladen gibt.