IT-Mittelstandsindex Mai 2013

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Kräfte sammeln in der Verschnaufpause

Von Verena Bunk, techconsult

Gibt es schon erste Anzeichen für die Sommerflaute? Der deutsche Mittelstand legte bereits im Mai eine Verschnaufpause ein. Nach dem kräftigen Wachstumsschub im vergangenen Monat ließ im Mai die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung der mittelständischen Unternehmen in Deutschland nach.

Der Index der realisierten Umsätze fiel laut IT-Mittelstandsindex Mai 20913 gegenüber dem Vormonat sieben Punkte und liegt aktuell bei 112 Zählern. Trotz deutlichem Rückgang überwogen dennoch die Firmen mit gestiegenen Umsätzen gegenüber denen mit rückläufigen Einnahmen.

Wirtschaftslage

Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung waren im Mai die Industrieunternehmen, der Handel sowie das Finanzgewerbe: Ihre Indizes erzielten Werte von über 120 Punkten und lagen damit deutlich über dem Marktdurchschnitt. Während im Public Sector mit einem Index von 100 Punkten das Verhältnis zwischen Verwaltungen mit gestiegenen und rückläufigen Einnahmen ausgewogen war, musste die Mehrheit der Versorgungsunternehmen rückläufige Umsätze hinnehmen.

Parallel zum erzielten Umsatz machten auch die wirtschaftlichen Erwartungen an die kommenden Sommermonate eine Kehrtwende und fielen deutlich ab. Das hohe Aprilniveau konnte nicht gehalten werden – mit einem Minus von 14 Punkten wurde die Euphorie der Prognose sichtbar zurückgenommen. Dank des ursprünglich sehr hohen Niveaus, liegt der Erwartungsindex jedoch noch immer auf einem guten Niveau von 111 Punkten.

Im Vergleich der Branchen hebt sich die Industrie stark hervor, sie profitiert offenbar von gut gefüllten Auftragsbüchern, sodass der Erwartungsindex hier bei 130 Punkten liegt. Positiv heben sich auch das Finanzgewerbe und der Handel vom Durchschnitt ab. Weniger rosig sind dagegen die Aussichten der Versorger und der Dienstleistungsunternehmen. Insbesondere bei den Versorgern könnten über die Sommermonate hinweg die Unternehmen mit steigenden Umsätzen durchaus in der Minderheit sein.

IT-/TK-Investitionen

Auch der Indikator der IT-/TK-Ausgaben konnte sich nicht auf dem hohen Level vom April halten. Die Ausgaben der mittelständischen Unternehmen in Informationstechnologie ließen gegenüber dem Vormonat etwas nach. Der Index der realisierten Ausgaben ging um fünf Punkte zurück und liegt aktuell bei einem Stand von 113 Zählern. Damit überwogen die Unternehmen mit gestiegenen Investitionen nicht mehr so stark wie im Monat zuvor.

Am investitionsfreudigsten zeigten sich die öffentlichen Verwaltungen und der Handel, ihre Indizes liegen deutlich über dem Durchschnitt. Im Branchendurchschnitt lagen die Dienstleistungen und das Finanzgewerbe. Alle anderen Segmente weisen ein unterdurchschnittliches Ausgabenniveau aus.

Mittelstandsindex Mai 2013.jpg Die Umsatzerwartungen sinken – die IT-/TK-Investitionen ebenso. (Datei: techconsult)

Ähnlich zeigt sich die Entwicklung der Ausgabenplanungen für die kommenden drei Monate, der entsprechende Index ließ um vier Punkte nach, liegt jedoch mit 121 Punkten noch immer auf einem hohen Level, so dass die Unternehmen mit positiven Investitionsabsichten deutlich dominieren. Für die nächsten drei Monate prognostizieren alle Branchen überwiegend steigende IT-/TK-Budgets. Dabei heben sich die Versorger mit einem überdurchschnittlich hohen Indikator von 130 Punkten besonders hervor. Die Industrie bleibt in ihren Ausgabenplanungen hinter dem Durchschnitt zurück, alle übrigen Segmente liegen im Marktdurchschnitt.

IT-Mittelstandsindex
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Die mittelständischen Unter­nehmen tragen über 40 % zu den Ausgaben und Investitionen bei Informations- und Telekommunikationstechnologie in Deutschland bei. Um der Bedeutung des Mittelstandes für den IT-/TK-Markt Rechnung zu tragen und die Entscheider der mittelständischen Wirtschaft bei ihrer Investitionsplanung zu unterstützen, publizieren Fujitsu und techconsult seit etlichen Jahren den IT-Mittelstandsindex. Eine monatliche Befragung fängt Lage und Erwartungen bezüglich Umsatz und IT-/TK-Investitionen ein.

Etwaige Abweichungen zum Geschäftsklimaindex des ifo Institutes erklären sich aus Unterschieden in der Methodik (unmittelbarer Vergleich mit dem Vormonat und getrennte Ausweisung von Lage und Erwartungen beim IT-Mittelstandsindex) sowie unterschiedlichen Befragtengruppen: Der IT-Mittelstandsindex untersucht alle Branchen, ausschließlich aus dem Mittelstand; der ifo Konjukturtest beschränkt sich demgegenüber auf die Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, Groß- und Einzelhandel und bezieht dort alle Größenkategorien in die Analyse ein.

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