Tweets und Facebook in WordPress einbetten

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Originalton aus dem Social Web klingt besser

Florian Strohmaier, MittelstandsWiki

Von Dirk Bongardt

Die meisten Web-Auftritte von Unternehmen sehen die Welt strikt aus der Unternehmensperspektive. Das ist logisch, aber nicht immer optimal. Gerade dann, wenn die Firma eine offene Kommunikation in sozialen Netzwerken pflegt, bieten sich viele Gelegenheiten, auch Kundenmeinungen und andere Kommentare aus dem Social Web einfließen zu lassen, am elegantesten durch eingebettete Tweets, Posts oder ganze Gesprächsverläufe. Auf WordPress-Webseiten ist das sogar relativ einfach.

Inhalte einbetten statt Screenshots zeigen

Wer mit den Inhalten anderer arbeitet, sollte – schon im eigenen Interesse – darauf bedacht sein, deren Rechte nicht zu verletzen. Von besonderem Interesse ist in dieser Hinsicht das Urteil des Bundesgerichtshofs von Juli 2015, in dem die Richter klarstellten, dass das Einbinden von YouTube-Videos grundsätzlich zulässig ist – sofern das Video mit Einverständnis des Urhebers auf die Plattform geladen wurde. Die weitere Rechtsprechung bleibt noch abzuwarten, aber es erscheint mehr als denkbar, dass Gerichte dieses Urteil künftig zugrunde legen werden, wenn sie sich mit der Rechtmäßigkeit des Einbettens von Tweets, Facebook-Posts und Ähnlichem zu beschäftigen haben. Während ein Screenshot als ungenehmigte Kopie gewertet werden könnte, bleibt ein Post oder Tweet beim Einbetten ja auf dem ursprünglichen Server und verschwindet, sobald der Urheber ihn löscht, auch von jeder Website, in die er eingebettet ist.

Twitter, Instagram, YouTube: URL kopieren und einfügen

Beiträge aus den meisten sozialen Netzwerken lassen sich in WordPress recht leicht einbetten. Um z.B. einen Tweet in WordPress anzeigen zu lassen, genügt es, die URL des Tweets in den Beitrag zu schreiben. Die URL eines einzelnen Tweets in einer Twitter-Timeline findet man heraus, wenn man auf die oberhalb des Tweets angezeigte Zeit- oder Datumsangabe klickt; dann braucht man bloß die Adresszeile zu kopieren.

Auch bei Instagram-Fotos oder YouTube-Videos genügt es, den direkten Link zum Foto bzw. Video einfach in den Beitrag zu schreiben, damit WordPress die Inhalte einbettet. Bei Google+ bekommt man den Code zum Einbetten, wenn man bei einem Beitrag rechts oben auf das Optionen-Häkchen klickt und „Beitrag einbetten“ ansteuert.

Facebook: Einmaliger Mehraufwand mit Plugin-Unterstützung

Wer aber dasselbe mit Facebook-Posts versucht, wird feststellen, dass das nicht ganz so einfach ist. Eine eingefügte URL bewirkt bei Facebook keine Einbettung, sondern – sofern man keine speziellen Anpassungen an der WordPress-Installation vorgenommen hat – nur zeigt nur den Link, aber nicht Inhalt des Posts. Zwar bietet Facebook einen eigenen Embed-Code, aber auch der führt in WordPress nicht zum Ziel.

Um Inhalte von Facebook, also Posts, Videos, Fotos und dergleichen einfach über die URL in einen Beitrag zu übernehmen, ist das Plugin WP Embed Facebook hilfreich. Ab jetzt kann die WordPress-Site auch Facebook-Posts, -Fotos und Ähnliches in die Beiträge einbinden wie bei Twitter und Konsorten: indem man einfach die URLs in den Text schreibt. (Auch die URLs zu Facebook-Posts findet man mit einem Klick auf die Zeitangabe in der oberen Zeile.)

Praktischer Tipp
Die Einrichtung von WP Embed Facebook ist zwar nicht ganz trivial, aber der Aufwand ist wenigstens nur ein einziges Mal nötig. So funktioniert es:

  1. Das Plugin wie gewohnt im Backend von WordPress installieren und anschließend aktivieren.
  2. https://developers.facebook.com/apps aufrufen und dort eine „Facebook App“ für die eigene Website anlegen. – Keine Angst, Programmierkenntnisse braucht dazu niemand, Facebook führt dialoggestützt durch den Vorgang. Die angezeigten Code-Snippets kann man getrost übergehen. Zuletzt wechselt man ins Developer Dashboard und bekommt dort eine „App ID“ und ein „App Secret“.
  3. Anschließend geht es zurück ins Backend der eigenen WordPress-Installation, und zwar zum Menüpunkt „Einstellungen“ → „Embed Posts“. Hier gibt es zwei Felder, in die man die App ID und das App Secret einträgt. Zuletzt kommt der Klick auf „Save“ – fertig.

Story-dashboard.JPG Unter „My Apps“ vergibt Facebook die App ID und das App Secret. (Bild: Dirk Bongardt)

Wichtig: Inhalte von Facebook lassen sich nur dann in eine externe Website einbetten, wenn sie „öffentlich“ geteilt wurden. Wenn zu einer URL kein Post auf der Website angezeigt wird, liegt das meist daran, dass der Post nur mit einem begrenzten Personenkreis geteilt wurde.

Storify: Beiträge aus Zitaten, Posts und Kommentaren

Wenn es darum geht, einzelne oder einige wenige Posts oder Tweets in einen WordPress-Beitrag zu holen, ist das Einbetten auf die beschriebene Art sicher der beste Weg. Um einen umfangreicheren Zitate-Mix quer durch Web, soziale Netzwerke und soziale Medien zu basteln, gibt es eine elegantere Lösung: Storify. Von der Benutzeroberfläche aus lassen sich damit Quellen wie Facebook, Twitter, YouTube, Instagram oder gleich das gesamte Web nach Stichworten durchsuchen; ausgewählte Fundstücke kann der Nutzer einfach per Drag and Drop in seine Story übernehmen und mit beliebig viel eigenem Text kommentieren oder ergänzen. Der Spiegel, das Handelsblatt und weitere Pressegrößen im Web nutzen Storify z.B., um eine breite Palette an Reaktionen auf aktuelle Entwicklungen zu präsentieren, ob zum WM-Sieg 2014 oder zur Schlecker-Insolvenz. Für Unternehmen eignet sich das Werkzeug z.B. gut, Kundenmeinungen aus den sozialen Netzwerken einzufangen.

Story-storify-plugin.JPG Das Storify-Plugin für WordPress durchstöbert das Social Web nach Stichworten. (Bild: Dirk Bongardt)

Um eine mit Storify erstellte „Story“ in einen WordPress-Beitrag einzubetten, gilt es zunächst das gleichnamige Plugin zu installieren und zu aktivieren. Auch Storify-Stories kann man dann einfach über deren URL in einen Beitrag übernehmen. Das Plugin bietet dann auch direkt im Backend von WordPress die Möglichkeit, eine Story aus unterschiedlichsten Quellen zu „kuratieren“.

Fazit: Selbst posten und Posts einfangen

Das Social Web gezielt in die eigenen WordPress-Seiten einzubinden, lohnt sich vor allem für Unternehmen, die auf Facebook, Twitter oder YouTube selbst gut aktiv sind. Von der technischen Seite gibt es – auch bei Facebook – kaum Hindernisse. Die Erfahrung zeigt aber, dass es mitunter schwerer ist, ein zitierfähiges Posting zu finden, wenn man eines braucht. Und nicht zuletzt muss man die weitere Rechtsprechung zur Medieneinbettung im Auge behalten. Wenn Juristen dieses „Neuland“ betreten, ist können Blogger vor keiner Überraschung sicher sein.

Dirk Bongardt-Quadrat.jpg

Dirk Bongardt hat vor Beginn seiner journalistischen Laufbahn zehn Jahre Erfahrung in verschiedenen Funktionen in Vertriebsabteilungen industrieller und mittelständischer Unternehmen gesammelt. Seit 2000 arbeitet er als freier Autor. Sein thematischer Schwerpunkt liegt auf praxisnahen Informationen rund um Gegenwarts- und Zukunftstechnologien, vorwiegend in den Bereichen Mobile und IT.


Dirk Bongardt, Tel.: 05262-6400216, mail@dirk-bongardt.de, netknowhow.de

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