Wichtige Einstellungen in WordPress

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Nachträgliche Änderungen verärgern Google

Florian Strohmaier, MittelstandsWiki

Von Dirk Bongardt

WordPress ist eine beliebte Basis für einen professionellen Web-Auftritt. Es ist einfach zu handhaben, flexibel und auch von Nutzern ohne große Kenntnisse schnell installiert. Seitenbetreiber tun jedoch gut daran, von Anfang an die Weichen in Richtung Benutzerfreundlichkeit und Suchmaschinentauglichkeit zu stellen. Manche zu Anfang getroffene falsche Entscheidung lässt sich nämlich später nur mit hohem Aufwand korrigieren.

Sprechende Permalinks verwenden

Permalinks heißen diejenigen Links, die dauerhaft (permanent) zu einzelnen Beiträgen auf der Website führen. In der Administrationsoberfläche von WordPress gibt es den Menüpunkt „Einstellungen > Permalinks“; dort kann man festlegen, wie diese Links aufgebaut sind. Mit den Standardeinstellungen legt WordPress zu jedem neuen Beitrag einen Permalink nach folgendem Schema fest: http://www.meine-domain.tld/?p=123.

Ein solcher Link hat aber weder für menschliche Besucher noch für Suchmaschinen besonderen Wert. Welche Permalink-Struktur besser wäre, hängt davon ab, welche Art von Inhalten die WordPress-Site veröffentlicht und wie häufig sie aktualisiert wird. Bei eher zeitlosen Beiträgen ist die Link-Struktur „Beitragsname“ (http://www.meine-domain.tld/grundlagen-ccd-technik) sinnvoll, bei Beiträgen mit zeitlichem Bezug sind „Monat und Name“ oder „Tag und Name“ besser geeignet, bei denen zusätzlich das Datum der Abfassung in der URL enthalten ist.

Wichtig!
Wer diese Einstellung erst später ändert, bewirkt damit, dass die Suchmaschinenbots, die die unter der alten URL erreichbaren Beiträge bereits indiziert haben, die neuen Links für Dubletten halten. Insbesondere bei Google rutschen Seiten, die viele Dubletten aufweisen, in den Suchergebnissen empfindlich nach unten.

Der Site einen Untertitel geben

Unter „Einstellungen > Allgemein“ kann man u.a. einen Seitentitel und einen Untertitel festlegen. In vielen WordPress-Themes bleibt der Untertitel für Besucher unsichtbar – aber nicht für Suchmaschinen. Gut ist daher als Untertitel ein schlagkräftiger Slogan, der bereits eine Reihe potenzieller Suchbegriffe enthält.

Übrigens: Eine Google-Suchenach „Just another WordPress Site“ (das ist der Standard-Untertitel WordPress) wirft alle Seiten aus, deren Betreiber es versäumt haben, ihrer Webpräsenz einen eigenen Untertitel zu vergeben.

Newsfeed-Anzeige anpassen

Über den Newsfeed und eine Newsreader-Software können Interessenten sich automatisiert über neue Beiträge einer WordPress-Site informieren lassen. Unter „Einstellungen > Lesen“ steht zur Wahl, ob der Newsfeed die kompletten Beiträge zeigt oder nur Auszüge. Wer darauf angewiesen ist, dass Leser die Website besuchen (etwa bei einem werbefinanzierten Informationsangebot oder einem Online-Shop), bleibt bei Auszügen. Geht es um die Informationen an sich (z.B. bei Websites zur Veröffentlichung von PR-Texten), dann zeigt der Newsfeed besser den „ganzen Text“.

Die Newsfeed-Einstellungen lassen sich im Nachhinein ändern, aber damit verärgert man unter Umständen etliche andere Seiten oder Leser, die den Feed abonniert und eingebaut haben – falls ein solcher Service überhaupt beabsichtigt ist. Man muss sich von Anfang an darüber in Klaren sein, dass andere Sites über den Feed großzügig die eigenen Inhalte abbilden können. Das wiederum ergibt im Web sogenannten Duplicate Content, den speziell Google gar nicht gerne sieht.

Ein Theme für Mobilgeräte wählen

Selbstverständlich muss eine Website die Corporate Identity widerspiegeln. Ebenso wichtig ist aber ein Theme, das „responsive“ ist, also sich dynamisch dem Display des jeweiligen Ausgabegerätes anpasst und auf Tablets und Smartphones ebenso gut aussieht wie auf dem Monitor eines Desktop-Rechners. Zum einen nutzen immer mehr Besucher Mobilgeräte, um im Web zu surfen, zum anderen listet Google Seiten seit Kurzem nachrangig, wenn sie nicht mobil-freundlich gestaltet sind.

Freilich kann man das Theme von WordPress jederzeit nachträglich wechseln, nur verliert die Site dann alle eigenen Anpassungen, selbst die von Child Themes.

Seiten und Beiträge klar unterscheiden

Eine auf WordPress basierende Website bietet grundsätzlich zwei unterschiedlichen Arten von Inhalten Platz: Seiten sind für statische Inhalte vorgesehen, die über einen längeren Zeitraum Gültigkeit haben, etwa das Impressum, eine Über-uns-Seite oder eine Anfahrtsskizze. Je nach Theme und verwendeten Menüs sind Seiten gewöhnlich direkt von jeder Unterseite der Website aus erreichbar.

Beiträge sind dagegen besser geeignet, um aktuelle Meldungen, kontinuierlich ergänzte Informationen und Ähnliches aufzunehmen. Anders als Seiten erscheinen die Inhalte von Beiträgen im Newsfeed. Beiträge können zudem in Kategorien unterteilt und mit Schlagworten versehen werden. WordPress listet die Beiträge standardmäßig auf der Startseite und den Kategorieseiten in chronologischer Reihenfolge von neu nach alt: Jeder neue Beitrag schiebt die vorhergehenden ein Stück nach unten.

Trifft man diese Strukturentscheidung in seinem Blog von Anfang an sauber, tut man sich mit den zugehörigen Navigationsmenüs gleich sehr viel leichter. Später ist das System nur mit beträchtlichem Aufwand neu zu gliedern (und oft unter spürbarem Sichtbarkeitsverlust bei den Suchmaschinen).

Fazit: Ein Neustart weniger

WordPress wird immer einen großen Kreis von Bastlern anziehen. Das ist auch gut so. Es gehört zum besonderen Reiz dieses quelloffenen CMS/Blog-Systems, dass selbst blutige Laien früher oder später PHP-Schnipsel in der Hand halten. Aber jeder davon möchte lieber an seinem Projekt weiterbauen als bereits getane Arbeit noch einmal erledigen. Manche Versäumnisse lassen sich bei einem Relaunch noch halbwegs elegant unterbringen. Andere – namentlich die Umstellung auf ein responsives Theme – erfordern in der Regel selbst einen kompletten Relaunch.

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