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Das Wichtigste vor dem ersten WordPress-Beitrag

Florian Strohmaier, MittelstandsWiki

Von Dirk Bongardt

Eine Website mit WordPress einzurichten, erfordert nur wenig Konfigurationsaufwand (abgesehen von ein paar wichtigen Einstellungen), das System bietet einen riesigen Gestaltungsspielraum und Beiträge veröffentlichen kann jeder, der in der Lage wäre, eine Textverarbeitung zu bedienen. Bei so viel Freiheit bleiben wichtige Aspekte oft unberücksichtigt, die für den mittelfristigen Erfolg der Website aber entscheidend sein können.

Backups einplanen

Ein unvorsichtiger Mitarbeiter, eine Panne beim Service Provider oder ein Angriff von Cyberkriminellen – und die WordPress-Installation verschwindet ins digitale Nirvana. Regelmäßige Datensicherungen sind deshalb unerlässlich. Zu sichern sind zum einen alle Daten auf dem Webserver (das lässt sich mit einem FTP-Client wie dem kostenfreien FileZilla bewerkstelligen), zum anderen der Inhalt der zugehörigen Datenbank, z.B. mit dem Tool phpMyAdmin. Wer sich diese Mühe sparen möchte, kann die Datensicherung aber auch einem Plugin anvertrauen. Ein sehr leistungsstarkes Plugin ist BackWPup (Pro), das ad hoc oder nach einem festen Plan sowohl Dateien als auch Datenbankinhalte sichert. Dieses Backup-Werkzeug kann Daten auch in der Cloud sichern.

Die Plugin-Sammlung schlank halten

Entwickler haben mittlerweile etliche tausend Plugins für WordPress programmiert, die zu allem Möglichen taugen: etwa, um einen Online-Shop zu realisieren, die Website mit Social-Media-Plattformen zu verbinden, Spam-Kommentare zu blockieren und vieles mehr. Das reichhaltige Angebot verleitet jedoch dazu, mehr Plugins zu installieren, als unbedingt nötig. Doch jedes aktivierte Plugin erhöht die Serverlast und verlängert die Reaktionszeiten der Website. Also: Von Zeit zu Zeit die Plugins durchsehen und nur diejenigen aktiv halten, die für die Funktion und Sicherheit der Website wirklich nötig sind.

Widget-Overload vermeiden

Ähnliches wie für die Plugins gilt auch für die von WordPress angebotenen Widgets: Damit können Sie in der Sidebar – also links oder rechts neben oder unter den eigentlichen Inhalten – verschiedene Informationen einblenden, etwa eine Liste der aktuellsten oder am häufigsten gelesenen Beiträge, die aktuellsten Kommentare, eine Linksammlung und und und. Auf Sites, die Widgets im Übermaß verwenden, können diese aber kontraproduktiv sein und Besucher eher verwirren als ihnen Orientierung bieten.

Darum ist jedes einzelne Widget kritisch daraufhin zu prüfen, ob es den Zielen förderlich ist, die man mit der Website verfolgt, und ob es den Besuchern wirklichen Nutzen bringt. Am besten belässt man nur solche Widgets in der Sidebar, auf die beides zutrifft.

Praktischer Tipp
Bei der Installation legt WordPress automatisch einen Benutzer mit dem Namen „admin“ und Administratorrechten an. Dadurch haben es Cyberkriminelle, die eine WordPress-Installation kapern wollen, unnötig leicht. Sehr viel sicherer wird die WordPress-Installation, wenn der Administrator einen anderen Namen bekommt. Das geht so:

  • Im Backend den Menüpunkt „Benutzer“ → „Neu hinzufügen“ wählen und dort einen Benutzer mit einem sinnvollen Namen und einem starken Passwort an legen; er bekommt die Rolle „Administrator“ zugewiesen.
  • Von der WordPress-Installation abmelden und mit den eben vergebenen Zugangsdaten des neuen Administrators gleich wieder anmelden. Dann den Menüpunkt „Benutzer“ → „Alle Benutzer“ aufrufen und den Benutzer „admin“ löschen.
  • WordPress fragt nun, was mit den Beiträgen geschehen soll, die der zu löschende Benutzer bereits verfasst hat. Die wollen wir natürlich auf keinen Fall löschen. Also übertragen wir die Beiträge (falls vorhanden) auf einen anderen Nutzer.
Es hat sich übrigens bewährt, sich wirklich nur dann als Administrator anzumelden, wenn entsprechende Aufgaben zu bewältigen sind. Für das „Tagesgeschäft“, also das Verfassen und Veröffentlichen von Beiträgen, ist die Rolle „Redakteur“ absolut ausreichend.

Texte planen, statt sofort publizieren

Viele Nutzer verfassen einen Beitrag, überprüfen ihn kurz in der Vorschau und klicken dann sofort auf „Veröffentlichen“. Besser ist es, wenn sich die Autoren von Anfang an daran gewöhnen, in das Feld oberhalb der „Veröffentlichen“-Schaltfläche ein Datum einzutragen, an dem der Beitrag erscheinen soll. Das hat mehrere Vorteile:

  • Man kann vorab Beiträge zu Neuheiten verfassen, die erst demnächst (z.B. anlässlich einer Messe) an die Öffentlichkeit gelangen sollen.
  • Man kann seine Leser an einen festen Veröffentlichungsrhythmus bestimmter Informationen gewöhnen (z.B. indem es jeden Montag ein „Angebot der Woche“ gibt oder jeden Donnerstag die „Technik-Tipps“). Auf diese Weise baut der WordPress-Blog eine Bindung zu Interessenten auf.
  • Suchmaschinen stufen die Website als aktueller und damit relevanter ein, wenn dort alle paar Tage zumindest einige neue Informationen erscheinen und nicht bloß alle paar Wochen oder gar Monate – auch wenn mehr Neues zu melden wäre.

Durch die Möglichkeit, Artikel zu planen, ist das Verfassen von Beiträgen auch leichter in den eigenen Arbeitsrhythmus zu integrieren. Dann sieht die Website auch in Zeiten hoher anderweitiger Arbeitsbelastung nicht optisch veraltet aus. Es ist trotzdem immer „etwas los“.

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