EBay ist Vorbild für Handwerksauktionsplattform

Die Handwerksauktionsplattform jobdoo.de will in den nächsten drei Jahren ein Prozent Umsatzanteil am Gesamtmarkt für das Handwerk erreichen. Gegründet im Herbst 2004 zählt das Internet-Unternehmen bereits mehr als 26.000 registrierte Nutzer. Monatlich finden zwischen rund 1000 und 1500 Auktionen über Handwerksdienstleistungen statt. Daraus resultierten für das Jahr 2005 Handwerksumsätze von zirka 14 Millionen Euro.

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„Nach der Entwicklung des Jahres 2005 gehen wir sehr optimistisch ins neue Jahr“, freut sich jobdoo.de-Geschäftsführer Kay Foitschik aus Hamburg. „Anfänglich wurden uns von den Handwerkskammern keine Chancen eingeräumt, mittlerweile hat man aber hier erkannt, dass Handwerksauktionsplattformen eine ideale Möglichkeit bieten, Neukunden zu gewinnen.“ Durchschnittlich fallen für jobdoo.de drei Prozent Provision ab. Nach Unternehmensangaben endeten mehr als 93 Prozent aller Auktionen mit Geboten. 97 Prozent aller Bewertungen waren zudem positiv.

Soweit die Fakten laut jobdoo.de. Kein Zweifel: eBay macht es in der Tat vor, und es gibt kein schlagendes Argument, warum das mit handwerklichen Dienstleistungen nicht funktionieren sollte. Das klassische Handwerk muss sich so oder so von alten Vorstellungen lösen. Dafür sorgt schon die boomende Konkurrenz aus dem Osten, und das Internet macht vor dem Handwerk ganz sicher nicht Halt. Wer die Pressemitteilung von jobdoo.de allerdings genau liest, wundert sich, dass nur von Auktionsabschlüssen mit Geboten, nicht von Aufträgen gesprochen wird. Auch das Ziel von einem Prozent Anteil am Markt in drei Jahren (das wären 4,6 Milliarden Euro) scheint recht hoch gegriffen. Dennoch rentiert es sich, diesen neuen Marktplatz im Auge zu behalten. Gerade, weil Neugründungen dieser Art sich häufen. Aber auch, weil viele Einzelhändler eBay als funktionierende Werbeplattform schätzen gelernt haben. (ml)