Zinseinrechnung in Unternehmenssteuer schadet

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) betrachtet die von der Bundesregierung erwogene Hinzurechnung von Zinsen und Zinsanteilen bei der Unternehmenssteuer sowie eine massive Erhöhung der Grundsteuer im Zuge einer Unternehmenssteuerreform als äußerst schädlich für den Mittelstand. Diese Meinung teilen die neben dem ZDH in der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand zusammengeschlossenen sieben weiteren Verbände aus Handel, Handwerk, Gastgewerbe und Kreditwirtschaft.

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Alle acht Verbände warnen in einem gemeinsamen Appell vor der Umsetzung dieser mittelstandsfeindlichen Pläne. Die Wirkung der nominalen Entlastung beim Steuersatz würde mit dieser Regelung verringert, das Nettoprinzip ausgehöhlt und der Mittelstand stärker belastet als Unternehmen mit einem leichteren Zugang zum Kapitalmarkt und damit der Eigenmittelfinanzierung. Die gerade beginnende wirtschaftliche Erholung im Mittelstand sei damit nachhaltig gefährdet.

Eine Hinzurechnung von Zinsen und Zinsanteilen träfe laut Arbeitsgemeinschaft in erster Linie ertragsschwächere und hoch verschuldete mittelständische Betriebe. Ursächlich hierfür sei die insgesamt viel zu niedrige Eigenkapitalquote im Mittelstand. Es bedürfe vielmehr Maßnahmen, die die Eigenkapitalbasis der Unternehmen stärken. Diese Argumentation gelte ebenso für eine Begrenzung des Abzugs von Fremdmittelfinanzierung, wie für die erwogene Erhöhung der Grundsteuer. Beide Maßnahmen schadeten  unmittelbar kleinen und mittleren Betrieben. Ein gemeinsames Postiionspapier ist online abrufbar. (ZDH/ml)