Mindestlöhne gefährden reguläre Arbeitsplätze

Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW Köln)  befasst sich in einem ausführlichen Beitrag mit dem Thema Niedriglohn und Mindestlohn. Niedriglöhne und Armut dürften – so die Experten des Instituts – anders als es die Gewerkschaften tun, nicht generell gleichgesetzt werden. Denn nur wenige Erwerbstätige mit Minilohn leben in Haushalten, die man als arm bezeichnet. Andere Einkünfte wie die Verdienste von Partnern sorgen in der Regel für ein annehmbares Haushaltseinkommen.

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Die Gewerkschaftsforderung, einen Mindestlohn von 7,50 Euro einzuführen, um Armut zu bekämpfen, geht somit ins Leere. Schlimmer aber: Wenn der Mindestlohn so kommt, wie es der DGB fordert, dann stehen laut Institut in Deutschland fast 4 Millionen Arbeitsplätze auf der Kippe, weil sie sich für Arbeitgeber nicht länger rechnen.

Arbeitsplätze mit niedrigen Löhnen sind in Deutschland keine Seltenheit. Zwar gibt es nur eine geringe Zahl Vollzeitarbeitnehmer, die weniger als 5 Euro in der Stunde verdienen – allenfalls 300.000 Bundesbürger geben sich damit zufrieden. Nimmt man jedoch den vom DGB als Zielmarke für einen Mindestlohn beschlossenen Wert von 7,50 Euro als Maßstab, finden sich in Deutschland bereits 1,7 Millionen Vollzeitbeschäftigte, die darunter bleiben; das sind fast 9 Prozent aller Arbeitnehmer. Rechnet man noch Teilzeit- und Mini-Jobber hinzu, steigt die Zahl sogar auf knapp 3,9 Millionen an – das sind dann 14 Prozent der Arbeitnehmer. (IW/ml)

Originalbeitrag und weitere informative Beiträge des  Instituts der deutschen Wirtschaft zum Thema Niedriglohn und Mindestlohn: