Mit Einmalzahlungen reagieren

Die Zurückhaltung bei Lohnsteigerungen in den vergangenen Jahren ist den Gewerkschaften ein Dorn im Auge. Kein Wunder, dass mit dem Anspringen der Konjunktur zeitgleich der Ruf nach umfassenden Lohnanhebungen laut wird. Auch in der Wirtschaft gibt es Verständnis für eine Beteiligung der Beschäftigten am Aufschwung, zum Beispiel bei Rémi Redley, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU).

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Rémi Redley, warnt allerdings vor überzogenen Lohnforderungen für 2007 und darüber hinaus und schlägt stattdessen Einmalzahlungen oder erfolgsabhängige Prämien vor, mit denen die Unternehmen zeitnaher und individueller auf die aktuelle Geschäftsentwicklung und eine gute Ertragslage reagieren können.

Die Politik der moderaten Lohnzuwächse müsse unbedingt beibehalten werden, damit der Standort Deutschland auch mittelfristig konkurrenzfähig bleibe. Die nominalen Lohnstückkosten seien zwar gesunken, allerdings blieben sie im internationalen Vergleich mit ausländischen Konkurrenten auf dem Weltmarkt auf einem sehr hohen Niveau. Es sei nicht zu verantworten, dieses Niveau anzuheben, so Redley. „Die jetzige Belebung auf dem Arbeitsmarkt kann zu wesentlichen Teilen auf die in der Vergangenheit wahrgenommene Verantwortung der Tarifpartner zurückgeführt werden und sollte daher nicht ohne Grund über Bord geworfen werden.“ Vor allem: Man müsse berücksichtigen, dass hohe Gehaltsabschlüsse durch entsprechende Tarifvereinbarungen die Arbeitskosten dauerhaft belasteten und zudem auf nicht tarifgebundene Unternehmen ausstrahlten. Diese Nachteile würden Einmalzahlungen vermeiden helfen. (na/ml)