Schutz vor Forderungsausfall häufig nicht ausreichend

Der Vorsitzender des Fachausschusses Kreditversicherung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Peter Ingenlath, warnt, trotz rückläufiger Insolvenzzahlen seien viele Unternehmen in Deutschland nicht ausreichend gegen Forderungsausfälle abgesichert. In der Kreditversicherung spreche man einem Bugwellen-Effekt, wenn dem Anziehen der Konjunktur häufig mit zeitlicher Verzögerung auch ein Anstieg der Insolvenzzahlen folge, da einige Unternehmen stärker expandieren als sie verkraften können.

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In diesem Jahr rechnen die Kreditversicherer mit etwa 32.000 Unternehmensinsolvenzen. 2005 waren es noch 36.843. Ausdrücklich warnt Ingenlath davor, angesichts rückläufiger Insolvenzzahlen das Risiko schwerwiegender Insolvenzereignisse und der damit verbundenen Folgeinsolvenzen zu unterschätzen.

Für das kommende Jahr erwartet Ingenlathnegative Auswirkungen auf die Insolvenzentwicklung durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer, vor allem bei kleineren und mittleren Betrieben. Ob es zu einem weiteren Rückgang der Unternehmensinsolvenzen komme oder sich der Trend umkehre, müsse man jedoch abwarten.

Eine Rede Ingenlaths mit ausführlichen Zahlen zur Insolvenzentwicklung anlässlich einer Pressekonferenz Mitte Dezember steht online zur Verfügung. (na/ml)