Tarifabschluss in der Chemie mit 3,6 Prozent

Nach einer in der Schlussphase ungewöhnlich zugespitzten Chemie-Tarifrunde konnte für die 1.900 Unternehmen und 550.000 Beschäftigten der deutschen Chemie-Industrie in der 2. Bundesverhandlung eine Einigung erzielt werden. Der Bundesarbeitgeber- verband Chemie (BAVC) und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) vereinbarten eine Erhöhung der Entgelte um 3,6% und eine Einmalzahlung von 0,7% plus einem Pauschalbetrag von 70 Euro (Auszubildende 20 Euro). Der neue Tarifvertrag läuft über 14 Monate. Es ist der erste große Abschluss der laufenden Tarifrunde in Deutschland.

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Bestandteil der Vereinbarung ist auch die Fortsetzung der Ausbildungsoffensive. Hans-Carsten Hansen, Verhandlungsführer des BAVC, ist mit dem Tarifkompromiss zufrieden: „Angesichts der wirtschaftlichen Gesamtlage der chemischen Industrie ist damit ein für große und kleine Unternehmen bezahlbarer und akzeptabler Abschluss zustande gekommen.“ Auch IG-BCE-Verhandlungsführer Werner Bischoff scheint mit dem Ergebnis leben zu können; er bezeichnete den Abschluss aus Sicht der Gewerkschaft als „anständigen Kompromiss“.

Die Details:

  • Für den ersten Monat wird ein Pauschalbetrag von einheitlich 70 Euro (Auszubildende 20 Euro) gezahlt. Anschließend werden die Entgelte und Ausbildungsvergütungen für 13 Monate um 3,6% angehoben. Außerdem erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 0,7% eines Monatsentgelts multipliziert mit 13.
  • Die Einmalzahlung von 0,7% wird spätestens zum 30. Juni 2007 wirksam, der Auszahlungstermin kann jedoch auch vorgezogen werden. Es gilt eine Öffnungsklausel. Arbeitgeber und Betriebsrat können sie aus wirtschaftlichen Gründen per Betriebsvereinbarung verschieben, kürzen oder wegfallen lassen.
  • Die Laufzeit beträgt 14 Monate. Sie beginnt regional unterschiedlich: In den Tarifbezirken Rheinland-Pfalz, Nordrhein und Hessen rückwirkend zum 1. Januar, es folgen Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen/Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg, Nordost und Berlin zum 1. Februar, sowie das Saarland zum 1. März.

(BVAC/IG BCE/ml)