Ingenieurmangel kostet 3,5 Milliarden Euro

Eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ergab, dass 2006 jedes sechste Unternehmen, das Ingeneure beschäftigt, Probleme bei der Besetzung offener Ingenieursstellen hatte. Insgesamt konnten im letzten Jahr rund 48.000 derartige Stellen nicht besetzt werden. Den daraus entstandenen Schaden für die Volkswirtschaft schätzt das Institut auf mindestens 3,48 Milliarden Euro.

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Ein Grund dafür, dass nicht genug Nachwuchs vorhanden ist, liegt laut IW in der mangelnden Begeisterung für die technischen Studiengänge. Ein Indiz dafür könnte in der Tat der kontinuierliche Rückgang des Anteils der Ingenieurstudenten sein. Er sank von 23,6% Mitte der neunziger Jahre auf 15,9% im Jahr 2005. Mittlerweile fehlt den Unternehmen mehr als ein kompletter Ingenieurjahrgang, stellt man die 39.400 Absolventen des Jahres 2005 den nicht besetzten Stellen 2006 gegenüber.

Dabei sind die Verdienstaussichten für angehende Ingenieure ausgesprochen gut. Laut Sozio-ökonomischem Panel – einer jährlichen Befragung von über 12.000 Privathaushalten – bringt es ein vollerwerbstätiger Ingenieur auf ein mittleres Bruttojahresgehalt von 58.550 Euro – das sind über 20.000 Euro mehr, als der Durchschnitt der übrigen Vollerwerbstätigen verdient.

Am größten ist der Mangel in Baden-Württemberg, wo 2006 mehr als 12.000 Ingenieurplätze verwaist blieben. Nach Branchen betrachtet hatten forschungs- und wissensintensive Dienstleistungsbranchen die meisten Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Wer mehr Details rund um den Ingenieursmangel erfahren möchte, kann die vollständige Studie per Download von der Website des Instituts kostenlos herunterladen. (IW/ml) ENGLISH