Wachstumsprognose für Privatkonsum jetzt bei 1 Prozent

Laut GfK liegen die Konjunkturerwartungen im Mai auf neuem historischem Höchststand. Auch die Einkommensaussichten konnten deutlich zulegen. Selbst die Anschaffungsneigung, die zu Beginn des Jahres noch sehr verhalten war, ist leicht gestiegen. So prognostiziert das Konsumklima nach revidiert 5,7 Punkten im Mai einen Wert von 7,3 Punkten für den Monat Juni.

Anzeige
c't wissen - DSGVO 2020 in der Praxis

Vor dem Hintergrund der deutlich besseren Rahmenbedingungen für den privaten Verbrauch revidiert die GfK zudem ihre ursprüngliche Wachstumsprognose für dieses Jahr von 0,5% auf 1%. Positiv gestimmte Unternehmen, sichtbare Erfolge auf dem Arbeitsmarkt sowie wieder deutlich steigende Löhne und Gehälter sorgen dafür, dass die Konjunkturaussichten überaus euphorisch eingeschätzt werden. Aber auch die Einkommenserwartungen sind so hoch, wie sie es zuletzt im Frühjahr 2001 gewesen sind. Die Anschaffungsneigung profitiert davon mit dem dritten Anstieg in Folge moderat.

Konjunkturerwartung: Nachdem bereits im April ein neuer historischer Höchststand gemessen wurde, legte der Indikator wieder deutlich zu. Der Wert von 69,5 Punkten liegt um 8,5 Punkten über dem Vormonat. Seit Anfang des Jahres erreicht der Zugewinn damit knapp 39 Punkte.

Ein wesentlicher Impuls für diese optimistische Konjunkturerwartung ist die überraschend deutliche Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt. Der Abbau der Arbeitslosigkeit sowie der Aufbau vor allem sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse vollziehen sich momentan schneller als noch Ende letzten Jahres gehofft.

Den erfreulichen Signalen wird Rechnung getragen, indem die Prognosen für dieses Jahr weiter nach oben revidiert werden. Inzwischen ist selbst ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von knapp 3% nicht mehr ausgeschlossen.

Einkommenserwartung: Im Sog der scheinbar grenzenlosen Konjunkturerwartungen legten auch die Einkommensaussichten weiter zu. Nach einem Plus von knapp 14 Punkten im Vormonat wird im Mai ein nochmaliger Zuwachs von 4 Punkten gemessen. Aktuell weist der Indikator einen Wert von 33,6 Punkten auf. Ähnlich hohe Werte wurden zuletzt im Frühjahr 2001 erreicht.

Der Konjunkturaufschwung und die damit verbundene Besserung auf dem Arbeitsmarkt gibt den Verbrauchern die Zuversicht, dass die Lohnzurückhaltung der letzten Jahre vorerst der Vergangenheit angehört. Die bislang vorliegenden Tarifabschlüsse bestärken sie darin. Vor dem Hintergrund einer mäßigen Inflationsrate von derzeit knapp unter 2% in Deutschland können die Beschäftigten davon ausgehen, auch real wieder über mehr finanzielle Mittel zu verfügen.

Anschaffungsneigung: Von den überaus optimistischen Konjunktur- und Einkommensaussichten kann – nach einer Schwächephase zu Beginn des Jahres – auch die Anschaffungsneigung profitieren. Diese befindet sich auf moderatem Erholungskurs Der Indikator legt im Mai um 2,4 Punkte gegenüber dem Vormonat zu und weist jetzt -4,1 Punkte auf. Dies ist der dritte Anstieg in Folge.

Die mehrwertsteuerbedingte Schwächephase der Anschaffungsneigung ist damit überwunden. Folglich werden die Verbraucher künftig wieder eher bereit und in der Lage sein, ihren Geldbeutel für den Konsum großzügiger zu öffnen.

Konsumklima: Das Konsumklima bleibt auch im Frühsommer im Aufwärtstrend. Der Indikator prognostiziert nach revidiert 5,7 Punkten im Mai für Juni 7,3 Punkte. Vor allem die gestiegene Einkommenserwartung ist für die deutliche Erholung verantwortlich. Aber auch die Anschaffungsneigung leistet nun wieder einen, wenn auch noch kleinen positiven Beitrag. Die GfK erhöht deshalb ihre Jahresprognose für das Wachstum des privaten Konsums von ursprünglich 0,5% auf 1%. (GfK/ml)