Weltwirtschaftsklima weiter stabil

Beruhigende Nachrichten vom ifo-Institut im München: Das Weltwirtschaftsklima bleibt laut Ifo World Economic Survey (WES) weiterhin stabil auf hohem Niveau und liegt deutlich über dem langfristigen Durchschnitt. Die positive Einschätzung der derzeitigen wirtschaftlichen Lage habe sich nur minimal abgeschwächt, so Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo-Instituts.

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Die Erwartungen für die nächsten sechs Monate haben sich weiter aufgehellt und deuten nach Meinung der Experten des Instituts auf eine robuste Weltkonjunktur im zweiten Halbjahr 2007 hin.

Der ifo Wirtschaftsklimaindex fällt jedoch in den drei großen Wirtschaftsregionen Westeuropa, Nordamerika und Asien unterschiedlich aus: In Westeuropa ist der ifo Klimaindikator erneut gestiegen und erreicht ein sechsjähriges Hoch. Besonders günstig wird die aktuelle Wirtschaftslage nach wie vor in den skandinavischen Staaten sowie in Deutschland und den Niederlanden bewertet.

In Großbritannien, Irland und Spanien rechnen die befragten Experten dagegen mit einer konjunkturellen Abkühlung in den kommenden sechs Monaten.

In Nordamerika ist der Klimaindikator deutlich gesunken und erstmals seit vier Jahren unter seinen langfristigen Durchschnitt gefallen. In den USA sind sowohl die Lageurteile als auch die wirtschaftlichen Erwartungen für das kommende Halbjahr nach unten revidiert worden. Auch in Asien ist der Klimaindikator gefallen, er bleibt jedoch deutlich über dem langfristigen Durchschnitt.

Vor allem in Japan, Indien und Hongkong sind die wirtschaftlichen Erwartungen weniger optimistisch als zu Anfang des Jahres. In China wird dagegen weiterhin eine positive Wirtschaftsentwicklung erwartet. Insgesamt rechnen die Experten für 2007 mit einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in dieser Region.

Die Inflationserwartungen für das Jahr 2007 haben in den USA (mit 2,9% gegenüber 2.5% im Januar 2007) etwas angezogen und sind in Westeuropa (mit 2,1%) stabil geblieben. In Asien dagegen haben sie sich (mit 2,5% gegenüber 2,8% im Januar) leicht abgeschwächt. Etwas mehr WES-Experten als in der vorangegangenen Erhebung rechnen mit steigenden Zentralbankzinsen; die langfristigen Zinsen werden sich ihrer Meinung nach dagegen weiterhin nur wenig verändern.

Der US-Dollar gilt im Länderdurchschnitt als leicht und der japanische Yen als deutlich unterbewertet. Dagegen erscheinen den WES-Experten der Euro und das britische Pfund nach wie vor als überbewertet.

Seit 1981 befragt das ifo Institut im vierteljährlichen Turnus Experten aus einer Vielzahl von Ländern zur Konjunkturentwicklung. Die Umfrage wird in Zusammenarbeit mit der Internationalen Handelskammer in Paris (ICC) und mit finanzieller Unterstützung der EU-Kommission durchgeführt.(ifo/ml)