Arbeitlosenzahl im Juli leicht gestiegen

Die Zahl der Arbeitslosen ist nach Mitteilung der Bundesagentur für Arbeit (BA) von Juni auf Juli mit dem Beginn der Sommerpause um 28.000 auf 3.715.000 gestiegen (West: +23.000 auf 2.450.000, Ost: +5000 auf 1.265.000).Die Arbeitslosenquote im Juli beträgt damit 8,9% (+0,1%). Der Anstieg der Arbeitslosenzahl fällt allerdings deutlich schwächer aus als im Durchschnitt der letzten Jahre. Saisonbereinigt errechnet sich zum Vormonat Juni allerdings erneut ein deutliches Minus von 45.000 Arbeitslosen. Gegenüber dem Vorjahr wurden im Juli sogar 671.000 weniger Arbeitslose gezählt.

Anzeige
c't wissen - DSGVO 2020 in der Praxis

Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit erklärt sich vor allem mit dem konjunkturell bedingten Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Außerdem wird der Arbeitsmarkt durch ein rückläufiges Arbeitskräfteangebot entlastet, das nach Einschätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 2007 jahresdurchschnittlich um 100.000 abnimmt.

Die Zunahme der nicht saisonbereinigten Arbeitslosenzahl im Juli ist jahreszeitlich bedingt (Sommerpause). Sie beruht vor allem darauf, dass sich in diesem Monat viele Jugendliche nach Abschluss schulischer und betrieblicher Ausbildungen arbeitslos melden. Deshalb steigt in dieser Zeit die Arbeitslosigkeit Jüngerer besonders stark an, nimmt dann aber im September und Oktober wieder deutlich ab.

Darüber hinaus wird im Juli die Arbeitslosigkeit durch urlaubs- und quartalsbedingte Beendigungen von Arbeitsverhältnissen belastet, denen nicht entsprechend viele Arbeitsaufnahmen von Arbeitslosen gegenüber stehen. Dauerhafte Einstellungen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung werden oft bis nach den Ferien aufgeschoben. Außerdem verringert sich in den Sommermonaten ferienbedingt die Entlastungswirkung durch berufliche Qualifizierungen.

Die Daten der Berufsberatungsstatistik der BA und die Meldungen der Kammern signalisieren für das laufende Jahr eine leichte Entspannung am Ausbildungsmarkt, aber geben keine Entwarnung.

Die nach dem ILO-Erwerbskonzept vom Statistischen Bundesamt ermittelte saisonbereinigte Erwerbslosenzahl belief sich in Deutschland für den Juni auf 2,65 Millionen, die saisonbereinigte Erwerbslosenquote auf 6,3 Prozent.

Weitere Details stehen im Internet zur Verfügung. (BA/ml)