Zu wenig Breitbandanschlüsse und Content für Internet-TV

Der eco Verband der deutschen Internetwirtschaft kann die derzeitige Euphorie um das Fernsehen per Internet (IP-TV) nicht ganz teilen und rechnet mit einer flächendeckenden Verbreitung frühestens in fünf bis zehn Jahren. In Deutschland müssen erst noch zahlreiche Voraussetzungen erfüllt werden, um die Übertragung breitbandiger Anwendungen bis in den letzten Zipfel der Republik zu gewährleisten, prognostiziert der Verband im Vorfeld der diesjährigen Internationalen Funkausstellung (31.8. – 5.9.2007).

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Nach Ansicht des eco Verbandes fehle es außerdem noch an Angeboten, die die Bedürfnisse der Verbraucher zufrieden stellen könnten.

Bisher gäbe es in Deutschland zu wenige Voraussetzungen für IP-TV, die zudem nur in bestimmten Regionen und damit sehr eingeschränkt nutzbar seien. Bevor sich IP-TV etablieren könne, müsse es eine Vielzahl ansprechender Komplettangebote geben, die alle Komponenten – Streaming, Video on Demand und Internet-TV – zur Verfügung stellen, mahnt der Verband. Dabei müssten die Bedürfnisse der Verbraucher im Vordergrund stehen, die bislang durch IP-TV noch nicht vollständig gedeckt werden. Einer der wesentlichen Problembereiche seien geeignete Inhalte. Die privaten Programmanbieter verlangen laut eco hohe Entgelte für die Einspeisung ihrer Programme von den IP-TV-Anbietern und die öffentlich-rechtlichen Sender halten ihre Archive verschlossen. Dies behindere eine schnellere und weitere Verbreitung der neuen Form des Medienkonsums.

Wesentlich schwerer wiegen jedoch nach Meinung des Verbandes die nach wie vor bestehenden Unzulänglichkeiten in Bezug auf die Breitbandversorgung. Viele Privathaushalte und Unternehmen in weiten Teilen Deutschlands warten weiterhin vergeblich auf einen Anschluss an das High-Speed-Internet, der notwendige Voraussetzung für den Abruf von IP-TV ist. Das sei wiederum ein Hauptgrund, warum sich die öffentlich-rechtlichen Sender mit entsprechenden Angeboten zurückhielten. (eco/ml)