Forschung und Entwicklung gewinnen an Bedeutung

Die internationale Konkurrenz und der Konjunkturaufschwung sind Triebfedern für eine ebenso erfreuliche wie nützliche Entwicklung in deutschen Unternehmen aller Größen: Die Bereitschaft, in Forschung und Entwicklung (FuE) zu investieren ist deutlich gewachsen. Das ergab eine Befragung von 2000 FuE betreibenden deutschen Unternehmen zu aktuellen Tendenzen ihrer FuE-Aktivitäten, die telefonisch im Rahmen der Deutschen Innovationserhebung in der zweiten Septemberhälfte 2007 vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) durchgeführt wurde.

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Im Zentrum standen Fragen zur Bedeutungsveränderung von FuE und Innovation und der dahinterstehenden Gründe, zur Entwicklung der FuE-Ausgaben im Jahr 2007, zur Einstellung zusätzlichen FuE-Personals und zur Rolle der Hightech-Strategie. Die befragten Unternehmen repräsentieren rund 30 % der gesamten FuE-Aufwendungen der deutschen Wirtschaft.

Die Bericht zur Umfrage steht online zum Download bereit. (ZEW/ml)

Die Ergebnisse in Kurzform (Zitate aus der Studie des ZEW):

  • FuE und Innovation stehen in der deutschen Wirtschaft aktuell hoch im Kurs. In über einem Drittel der FuE betreibenden bzw. besonders innovationsintensiven Unternehmen haben FuE und Innovation in den vergangenen 12 Monaten an Bedeutung gewonnen.
  • Triebkräfte für diesen Bedeutungsgewinn sind der Konjunkturaufschwung und der verschärfte (internationale) Wettbewerb. Außerdem haben viele Unternehmen FuE und Innovation wieder verstärkt ins Zentrum ihrer Unternehmensstrategie gerückt.
  • Für 2007 ist mit einem deutlichen Anstieg der nominellen FuE-Aufwendungen zu rechnen. Auf Gesamtunternehmensebene ergibt sich für das Sample eine Wachstumsrate von über 7% im Vergleich zu 2006. Die Angaben beziehen sich auf die FuE-Aufwendungen der Unternehmen an deutschen und ausländischen Standorten. Die Wachstumsrate für FuE-Aufwendungen an deutschen Standorten dürfte – soweit sich die Entwicklung in den letzten zehn Jahren fortsetzt – wohl unter der Steigerung der weltweiten Aktivitäten liegen.
  • Die Unternehmen planen auch für 2008 überwiegend mit weiter steigenden FuE-Budgets, wenngleich das Wachstum nach derzeitigem Planungsstand abflachen dürfte.
  • Über 40% der Unternehmen hat das für FuE und Innovation eingesetzte Personal seit September 2006 erhöht. Bezogen auf die FuE-Beschäftigten im Jahr 2006 ergibt sich ein Personalanstieg von ca. 3,5%, der allerdings nicht mit Neueinstellungen gleichzusetzen ist, sondern in Teilen auch durch Umschichtungen innerhalb der Unternehmen erreicht wurde.
  • Über 20% der Unternehmen konnten in den vergangenen Monaten Stellen im Bereich FuE und Innovation nicht besetzen. Die Anzahl der unbesetzt gebliebenen Stellen macht etwa 1,5% des FuE-Personalbestands des Jahres 2006 aus. Bezogen auf die Anzahl der seit September 2006 neu hinzugekommenen Personalstellen im Bereich FuE und Innovation beträgt der Anteil der unbesetzten Stellen 45%. Damit kommt auf zwei neu besetzte FuE-Stellen fast eine nicht besetzte FuE-Personalstelle.
  • Die Hightech-Strategie der Bundesregierung ist 37% der befragten Unternehmen bekannt. In der Gruppe der forschungsintensiven Unternehmen, die in besonderem Maße für die Entwicklung der FuE-Aufwendungen der deutschen Wirtschaft verantwortlich sind, sind es weit über 40 %. Bei den Großunternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten erreicht der Bekanntheitsgrad 44% und unter den Unternehmen mit über 10.000 Beschäftigten sogar rund 80%. Insgesamt repräsentieren die Unternehmen, denen Hightech-Strategie bekannt ist, 64% des Forschungsbudgets des Jahres 2006.
  • Unternehmen, die die Hightech-Strategie kennen, planen signifikant häufiger eine Erhöhung ihrer FuE-Aufwendungen im Jahr 2007 gegenüber 2006 bei gleichzeitiger Berücksichtigung anderer möglicher Einflussgrößen der Veränderung der FuE-Aufwendungen.